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Der schmeckt viel teurer als er ist

Der schmeckt viel teurer als er ist_ART
Kleiner Scherz, hier geht's natürlich nicht um Pétrus.

Tria Corda

Tria Corda

Overgaauw, Südafrika

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Ein über 100 Jahre altes Weingut in Stellenbosch/ Südafrika überrascht mit einem Rotwein, der nicht billig ist. Aber noch viel teurer schmeckt.
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Die Familie Van Velden keltert schon seit über 100 Jahren Weine in den Lagen von Kloof, das als feinstes Anbaugebiet der Region Stellenbosch gilt.

Junior David, der seit 2007 das Weingut Overgaauw (Afrikaans = Erneuerung) führt, hat im Bordeaux gelernt, war dort Assistent im Château Clos des Jacobins (Saint-Émilion) und ließ sich von Hubert du Boüard de Laforest, Önologe und Miteigentümer des legendären Château Angélus, in die Geheminisse der Weinbereitung einweihen.

Lest hier meinen Artikel über den berühmten James Bond-Bordeaux von Château Angélus:

Wie gut ist der James Bond-Bordeaux im Bett?

Aus dem Jungen sollte was Anständiges werden, hatte sein Vater beschlossen, nachdem er bereits als Kleinkind nicht aus dem Weinkeller zu scheuchen war, obwohl draußen die Sonne schien.

Was kam raus? Ein prächtiger Kerl (siehe Foto oben) und eines der wohlgelittensten Weingüter des Landes.

Die Lagen von Overgaauw liegen zwischen 100 und 220 Metern Seehöhe, alle Parzellen sind mehr oder weniger gen Süden ausgerichtet. Maximale Sonnenbestrahlung also. Da hilft, dass insbesondere in den Nachmittagsstunden eine frische Brise vom Ozean raufweht, der keine 15 Kilometer entfernt rauscht. Ins Zentrum von Kapstadt ist es auch nicht viel weiter.

Weiter oben werden die Böden von Granit beherrscht, im unteren Teil geben Lehm und Sand den Ton an. Die rote Cuvée Tria Corda kommt von weiter oben – also aus Graniterde – und wurde aus handgelesenen Reben der Sorten Cabernet Sauvignon (53%), Merlot (40%), Cabernet Franc (7%) gekeltert.

That´s Bordeaux style baby!

Alleine die Farbe ist schon toll. Dunkelrot bis schwarz schimmert der Saft im Glas.

In die Nase dringt der weiche Duft von schwarzem Johannisbeermark. Dann Süßholz. Woher kennen wir dieses Aroma? Richtig, vom Haribo-Lakritzkonfekt.

Ich zitiere: „Aus dem Wurzelstock des Süßholzes werden im Spätherbst weit verzweigte, fingerdicke Wurzeln geerntet, die eine Länge von bis zu acht Metern erreichen können. So gewinnt man durch ein aufwendiges Verfahren eine schwarze, dickflüssige Masse – das Ausgangsprodukt für Lakritzartikel“, erklärt die Firma Haribo.

Im Mund ist der recht hohe Alkohol (14 Volumenprozent) deutlich spürbar. Aber auf angenehm-weiche Weise.

Und wieder volle Kanne Johannisbeere wie in der Nase. Erstaunlicherweise kein Graphit, das man bei so viel Cabernet Sauvignon erwartet. Tolle Tannine legen sich wie ein kurzgeschorener Pelz auf die Zunge. Eine charmante Süßlichkeit, die von der 18 Monate währenden Fasslagerung kommt, schmeichelt herum.

Nach dem Runterschlucken bleiben würzige Noten von Veilchen und Rosmarinschinken am Gaumen haften. Bis der nächste Schluck wieder alles ausfüllt.

Der Wein ist zwar nicht ausgesprochen billig, schmeckt aber viel teurer, als er eigentlich ist. Und legt sicher noch zu, wenn man ihn für zwei bis drei Jahre in den Keller steckt.

Das passende Essen: Schmorbraten, also Osso Bucco. Oder Wildgulasch.

 


Datum: 12.10.2017
 

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