Ruhe kehrt ein, die Läden sind leer. Das Feiern ist vorbei, die Flaschen geleert. Alle Flaschen? Natürlich nicht, denn die weltweite Überproduktion ist nicht so leicht abzubauen. So lagern noch viele tausend Liter bei den Händlern, die jetzt, genau jetzt, an die Konsumenten gebracht werden müssen. Denn der nächste Jahrgang steht vor der Auslieferung. Der Captain hat sich bei den drei wichtigsten Händlern umgesehen und ein paar gute Flaschen entdeckt, die kein großes Loch ins knappe Budget reißen.
+) Champagne Heidsieck Monopole, Cuveé des Fondateur
Ein fruchtbetoner, auf Pinot-Noir basierender Champagner aus einem traditionellen Haus, das seinen Platz in der modernen Weinwelt noch nicht gefunden hat. Schönes Bisquit, elegante Zitrustöne. Ein Champagner wie ein Seidenhemd. Nichts Besonderes, doch gut für den Alltag. Und sehr günstig.
Für 16,90 Euro bei Hawesko
+) Munia Crianza Toro Tinto 2005
Wieder ein Wein aus der absurden spanischen Massenproduktion, ein Produkt des Finanzmarktkapitalismus. Gekeltert im mittelprächtigen Anbaugebiet Toro, die alten Tempranillo Reben wachsen dort ideal auf etwa 600 Meter Seehöhe. Der Wein kommt 12 Monate ins kleine Eichenfass, seine Dichte und Würze machen ihn aber zu einem kleinen Ausnahmeprodukt in der langweiligen Welt der durchschnittlichen Barriqueweine. Noch einige Zeit lagerfähig, ein guter Alltagsrotwein, den man ohne Kopfzerbrechen öffnen kann.
Für 9,95 Euro bei Karstadt
+) Tempranillo Anciano 1999 Gran Reserva
Vom Captain schon einmal besprochen (hier nachzulesen), jetzt zu einem nahezu unglaublichen Preis, der jedem deutschen Rotweinmacher eigentlich Kopfweh bereiten muss. Aber das ist ein anderes Thema.
Für 6,69 Euro bei Wein&Co (Deutschland und Österreich)
+) Crémant de Jessy Brut
Der Schaumwein von der Loire ist eine gute Alternative zu Champagner. Aus Chenin Blanc und Chardonnay gekeltert, viel Zitrus und auch ein Duft nach Plastikspielzeug (vom Chenin). Am Gaumen fruchtig, voll und elegant. Überraschend langer Nachklang.
Für 9,90 Euro bei Hawesko
+) Riesling Auslese 2005, Prinz von Hessen
Ein perfekter Süßwein vom Rhein. Grandios nach Orange und frischer Litschi duftend, etwas Petrol und viel Botrytis. Im Gegensatz zu den österreichsichen Süßweinen sehr elegant. Und in diesem Fall auch lang am Gaumen. Der Preis mag für eine kleine Flasche hoch erscheinen, ist aber für deutschen Süßwein sehr moderat.
Für 23,44 Euro (0,375 L.) bei Wein&Co (Deutschland und Österreich)
+) Merlot Cuveé Alexandre 2006, Lapostolle, Chile
Der Captain wettert zwar immer gegen Robert Parker und seinen Lieblingsönologen Michel Rolland, dieser Wein aber, von Rolland konstruiert, ist ein echter Hammer, ein großer Wein, den man jeden Tag trinken kann. Alte Reben, volle Wucht, ein deutlicher Bezug nach Europa und Pomerol. Doch die Zeit der große Neue-Welt-Weine scheint vorbei, deswegen wird dieses Spitzenprodukt zu einem konkurrenzfähigem Preis angeboten. Schlägt alle Weine dieser Preisklasse (aber kaum einen, aus der Preisklasse darüber - da sollte man sich keine Illusionen machen).
Für 19,99 Euro bei Wein&Co (Deutschland und Österreich)
Der Captain betont, dass er an keinem der genannten Tipps Geld verdient, seine Empfehlungen erfolgen ohne kommerziellen Hintergrund.







Jetzt ist die Zeit zuzuschagen und mitzuschneiden. 





was macht eigentlich das irre moselbrückenbauprojekt?