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Grillen – schon mal Orange dazu probiert?

Grillen_Orange_Wine_ART
Ich finde, Orange steht dem Wein.
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Orange Wine (Naturwein) ist die jüngste Sau, die durch die Weinszene getrieben wird. Und Pulled Pork letzter Schrei der hippen Griller. Unser Weintester Patrick Hemminger hat beides kombiniert.
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Jaja, ich weiß, Pulled Pork ist der letzte Hipsterschrei und ich selber habe bei Gelegenheit auch schon über diese Grillmethode hergezogen.

Mir geht einfach auf die Nerven, dass viele der Meinung sind, diese Grillmethode sei die einzig wahre und nichts anderes gelten lassen. Dabei ist dieses Fleisch wirklich verdammt lecker – wenn man es richtig zubereitet. Wie ich natürlich. Da lasse ich nichts anderes gelten.

Als erstes bereite ich die Gewürzmischung vor. Dafür brauche ich:

  • 4 TL schwarze Pfefferkörner
  • 1 TL gemahlene Muskatnuss
  • 3 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 3 TL Knoblauchpulver
  • 3 TL Salz
  • 3 TL edelsüßes Paprikapulver
  • 3 TL Cayennepfeffer
  • 150 g Rohrohrzucker

Die Pfefferkörner zerdrücke ich im Mörser und vermische sie mit den restlichen Gewürzen. Das war’s schon. Alles, was ich nicht brauche, kommt in eine Tupperdose in den Kühlschrank. Dort hält sich die Mischung für einige Monate.

Bevor’s ans Fleisch geht, bereite ich eine Salzlake vor. Dafür brauche ich:

  • 100 g Salz
  • 1 l Wasser
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 4 TL Pulled Pork Gewürzmischung
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 kg Schweinenacken (unbedingt beim Metzger vorbestellen)

Als erstes löse ich das Salz im Wasser auf. Dann gebe ich Zucker, meine Gewürzmischung und die beiden Lorbeerblätter dazu und rühre alles einmal kräftig durch. Nun entferne ich Sehnen und Häute vom Schweinenacken und übergieße ihn mit der Lake. Im Idealfall wird er dann vakuumiert, aber wer so ein Gerät nicht zu Hause hat, der greift einfach großzügig zu Frischhaltefolie. Mindestens acht Stunden lang stelle ich das Fleisch in den Kühlschrank.

Zu gegebener Zeit beginne ich damit, meinen Smoker vorzubereiten.

Wenn das gute Stück so weit ist, nehme ich den Schweinenacken aus der Lake und tupfe ihn trocken. Dann reibe ich ihn mit einer ordentlichen Portion der Gewürzmischung ein und lege ihn in den Smoker. Dort bleibt der Schweinenacken nun für ein paar Stunden, bis die Kerntemperatur 85° Celsius erreicht hat. Wenn es soweit ist, lasse ich ihn abgedeckt noch etwa eine Stunde ruhen.

Und dann kommt das, was dem Pulled Pork seinen Namen gibt: Mit den Fingern oder einer Gabel lässt sich das Fleisch mühelos in Fetzen reißen.

Dazu trinke ich gerne einen etwas abgefahrenen Tropfen: Orange Wine aus der seltenen Rebsorte Blauer Silvaner.

Er kommt vom fränkischen Weingut Schloss Saaleck und heißt Schlossberg Blauer Silvaner – Sponti Maische trocken. Der Name kommt daher, weil die Trauben bei der Ernte tiefviolett bis blau sind. Im Glas schimmert er natürlich typisch orange-golden.

Der Sponti riecht nach getrockneten Aprikosen, roten, sehr reifen Äpfeln, Muskatnuss, Rosinen, Trockenkräutern usw.

Ich könnte noch eine ganze Weile so weiter machen. Es ist einfach der Wahnsinn, wie viele unterschiedliche Noten dieser Wein mit der Zeit entwickelt.

Am Gaumen geht es ähnlich weiter. Hier dominiert der reife Apfel, dazu kommt erst Karamell, dann Nüsse und ein ganzer Strauß getrockneter Kräuter. Dabei hat der Spaß nur 11,5 Volumenprozent Alkohol.

Wer Freude daran hat, Neues zu entdecken, der muss diesen Wein probieren!

Außer Pulled Pork kann ich mir zu diesem Wein auch sehr gut eine Schinken-Käse-Platte vorstellen.

Grillen_Tretorri

 


Datum: 9.8.2016