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Deutschland / Mosel



Wer an die Mosel denkt, denkt an Riesling. Und liegt damit auch ziemlich richtig, denn kaum ein Anbaugebiet hat ein so facettenreiches Riesling-Profil entwickelt, wie dieses Anbaugebiet. Vor allem in den teilweise terrassierten Schiefersteillagen am mittleren und unteren Flusslauf wachsen einige der berühmtesten und faszinierendsten Weine, die diese Rebsorte hervorbringen kann. Nicht zu vergessen die beiden Nebenflüsse Saar und Ruwer, die nahe Trier in die Mosel münden und ebenfalls zu dem Anbaugebiet gehören.

Zur Bandbreite der Mosel-Riesling-Weine gehören trockene oder feinherbe, leichte Kabinettweine ebenso dazu, wie umwerfende Spät- und Auslesen mit ausgeprägter Mineralität. Allen gemein ist das betörende Spiel zwischen markanter, lebendiger Säure, vielfältigen, oft exotischen Fruchtaromen und der jeweiligen Süße. Und als Sahnehäubchen bietet das Gebiet das wohl vielfältigste und beste Angebot an edelsüßen Spitzenweinen: Hochkonzentrierte Beeren- und Trockenbeerenauslesen mit schier unendlicher Länge im Mund und nahezu unbegrenzt haltbar.

Dies alles soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass auch an der Mosel einiges schief lief und immer noch läuft. Durch die Rebflächenausweitung wurde immer mehr Wein in klimatisch und geologisch nicht sonderlich geeigneten Lagen produziert, was den einst tadellosen Ruf des Moselweines ab den 1970er Jahren stark beeinträchtigte. Im Gegenzug wurden viele wertvolle Steillagen mit großem Potenzial aufgegeben, da sich ihre Bewirtschaftung angesichts des mörderischen Preiskampfes auf dem Weinmarkt nicht mehr lohnte. Doch seit einigen Jahren beginnt die Mosel wieder in altem Glanz zu erstrahlen, und ihre besten Weine sorgen in der ganzen Welt für Furore.

Einige der besten Lagen liegen an der Mittelmosel rund um die Orte Brauneberg, Zeltingen Bernkastel und Wehlen. Wie lange dies noch der Fall sein wird, ist unklar. Viele Winzer befürchten, dass die geplante riesige Autobrücke an der Mittelmosel einige dieser Spitzenlagen nachhaltig beeinträchtigen wird.

Flussabwärts sorgen u.a. Weine aus Pünderich und Reil für Furore. Und bevor die Mosel bei Koblenz in den Rhein mündet, gibt es noch fantastischen Riesling aus einigen Parzellen der Urgesteinslagen vom Winninger Uhlen. An der Saar wachsen einige der besten, für diese Region typischen stahlig-mineralischen Wein auf dem Scharzhofberg, in Wiltingen, Ayl, Kanzem und Saarburg. Spitzenweine von der Ruwer kommen u.a. aus Kasel, Eitelsbach und natürlich aus der weltberühmten Einzellage Maximin Grünhaus Abtsberg.

Im Schatten dieser Riesling-Wunderwelt gibt es auch noch die "andere" Mosel. Südlich von Trier gedeihen auf deutscher und luxemburgischer Seite auf Muschelkalkböden nicht nur der traditionelle Elbling - ein jung zu trinkender, spritziger und säurebetonter Sommerwein, der auch hervorragend zu Austern passt - sondern auch zunehmend bessere Weine aus den weißen Burgundersorten. Dort gibt es jedenfalls noch viel zu entdecken, und das zu äußerst moderaten Preisen, besonders bei Schaumweinen.



Weine aus Mosel