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Deutsche Lagen: Der Schlangengraben.

110510 loch
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Der Wiltinger Schlangengraben ist kein imposanter Weinberg. Nicht vergleichbar mit den Schieferwüsten der Zeltinger Sonnenuhr oder dem steilen Hang des Kanzemer Altenbergs. Zudem liegt er verborgen, eine unscheinbare Lage an der alten Saar. Läuft man von Kanzem über einen schmalen Grat, steht man nach zehn Minuten inmitten von Reben, die zu den ältesten in ganz Deutschland gehören.

In der Lage Schlangengraben wächst vielfach noch der „Gelbe Riesling“, der im 19. Jahrhundert gepflanzt wurde. Wie etwa in den Parzellen der Familie Loch (Weinhof Herrenberg). Auch bei Helmut Plunien (Weingut Vols) stehen rund 80 bis 100 Jahre alte, wurzelechte Reben. Der eisenhaltige und ungeheuer nährstoffreiche Schieferboden ist von unzähligen Wasseradern durchzogen. Probiert man Weine aus dem heißen Jahr 2003, fällt die Frische und Struktur besonders auf. Beste Bedingungen für die Erzeugung schlanker und fester Weine im großen Jahr 2009. Oder aber Stöcke aus den 1920er Jahren im Gewann, das Nik Weis (St. Urbans Hof) bewirtschaftet.

Diesen alten, stahligen, mineralischen Saarstil verkörpert auch der Kabinett feinherb von Nik Weis (St. Urbans-Hof). Ein vor Saft und deftiger Schieferwürze strotzender, schlanker Riesling mit krachender Säure. Vielleicht könnte man den Wein auch als derb bezeichnen; er ist jedenfalls von einer herzhaften Üppigkeit, die ihn als perfekten Brotzeitwein qualifiziert. Genug Säure, kraftvoll und so gut wie trocken. Das heißt, er hat genau jene Menge Restzucker, die es braucht, um mit der lebendigen Säure ein harmonisches Zusammenspiel einzugehen.

Der Schlangengraben von Nik Weis heißt schlichtweg „Wiltinger Alte Reben“. Warum? Weil – man fasst es kaum – der Schlangengraben nicht als „Erste Lage“ klassifiziert wurde. Weiß der Kuckuck warum.

 


Datum: 10.5.2011 (Update 1.9.2014)
 

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