X
Newsletter
X
X
Login
Passwort vergessen?


Konto erstellen

Deutsche Lagen: der schöne Fuchsmantel

110512 fuchsmntel
Kommentare
Ähnliche Weine
Ähnliche Artikel
Captains Maat Felix Eschenauer schreibt über zwei Weine, die man nicht mehr kaufen kann. Na super. Doch er gibt Hinweis auf einen Winzer und eine Lage, die beide wohl eine Einzigartigkeit im deutschen Weinbau darstellen.
Anzeige

Der Fuchsmantel ist für mich der schönste Weinberg der Pfalz. Da können die öden und flachen Lagen wie Ungeheuer und Kirchenstück nicht mithalten. So gut die Weine aus diesen Lagen auch sind. Am Fuchsmantel gibt es Sandsteinterrassen, es ragen Obst- und Mandelbäume gen Himmel. Eine gewachsene Kulturlandschaft, die jetzt in schönster Blüte steht. Und es gibt alte Rieslingreben. Auf maschinell kaum zu bearbeitenden Terrassen. Woanders hat man sie rausgerissen, wenn der Ertrag zu niedrig wurde. Hier nicht.

Den feinsten Fuchsmantel kelterte bislang das Weingut Karl Schaefer. Aber über Umwege stieß ich auf ein junges Talent, das von Reben aus den späten 1930er Jahren einen wohl beispielhaft außergewöhnlichen Riesling keltert.

Daniel Aßmuth war immer frei. Der Druck eines elterlichen Weinguts lastete nie auf seinen Schultern. Wer machen kann, was er will, kann über sich hinaus wachsen. Nach Stationen bei Markus Schneider (dessen etwas populistischer Weinstil sich aber nicht in Aßmuths Arbeit niederschlug), Reichsrat von Buhl und Jürgen Zimmermann (von diesem Könner demnächst mehr), pachtete Aßmuth seinen ersten Wingert auf dem Fuchsmantel oben auf dem Plateau, vis-a-vis dem „Kaffeemühlchen“, wie der Flaggenturm aus dem 19. Jahrhundert im Volksmund genannt wird.

Seine Arbeit im Weinberg versteht Aßmuth als ökologisch und nachhaltig. Und das auch ohne Zertifizierung, die Geld kostet und nur mit Fördermitteln zu finanzieren ist. Den Keller nutzt er zusammen mit einem Freund. Ein paar Holzfässer gibt es dort, der Riesling lagert aber im Edelstahl. Die Philosophie ist einfach: angestrebt wird ein saftiger, puristischer Riesling mit niedrigem Alkoholgehalt.

Die kalte Schulter

Aßmuths Fuchsmantel ist ein sehniger Riesling, der manchem zuerst die kalte Schulter zeigt. Wieder so ein Wein, der nicht gleich populär sein will. Assmuths Fuchsmantel ist ein Dinosaurier, den man in der Pfalz heute vergebens sucht. Ein kompromisslos trockener und gleichzeitig ausgereifter Wein mit geringen 10,5 Volumenprozent Alkohol und knackiger Säure. Das findet man selten. Die Nase zeigt eher eine grüne Note mit kühlem nassem Grasboden, Mistelzweigen, Ananas, Grapefruit, weißer Johannisbeere und rostigem Eisen. Im Mund ein komplexer Wein, dessen Extrakt den Gaumen kitzelt.

Der schlanke Bau, die ausgeprägte Säure, die grünen und gleichzeitig reifen Aromen täuschen anfangs darüber hinweg, wie konzentriert der Wein eigentlich ist. Der „Fuchsmantel“ lebt weniger von der Frucht, als von einer ungezügelten, wilden Würze und einer unbeschnittenen, ungeschliffenen Säure, die den Speichel laufen lässt. Radikaler, urwüchsiger, eigenständiger und trockener als alles, was in den Lagen der Mittelhaardt sonst wächst. Ein Wein für Fortgeschrittene. Oder besser noch für unbekümmerte Weintrinker, die den Geschmack der alten Pfalz erleben wollen.

 

 


Datum: 12.5.2011 (Update 1.9.2014)
 

Aktuelle Weinempfehlungen

Gewinnspiel

Gewinnspiel

Zum Newsletter anmelden und 1 von 30 MAGNUM-Flaschen Riesling Sekt von Reichsrat von Buhl gewinnen.