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Château Til Schweiger – sein eigener Wein

Der Schweiger rechts ist aus dem Jahrgang 2012, der links aus 1963.

Vino Tinto Emma

Vino Tinto Emma

Son Prim, Spanien

16,90 €

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Der erste Versuch Til Schweigers im Weinfach Fuss zu fassen, ergab einen gelungenen Roten aus Mallorca. Der Captain hat ihn probiert.

Vor einiger Zeit eröffnete Til Schweigers Restaurant Barefood Deli in Hamburg (Lilienstraße) unweit des Bahnhofs. Und die Presse stand Kopf.

Der gemütliche 800 Quadratmeter-Laden ist die konsequente Erweiterung von Til Schweigers kleinem Lifestyle-Imperium Barefoot Living, ein Online-Kaufhaus mit vielen Wohlfühl-Produkten zum Wohnen und Genießen.

Es gibt dort moderne und bodenständige Speisen, ein sogenanntes Tils-Bier (in Bayreuth gebraut) und natürlich auch Til Schweigers Weine, die er nach seinen Töchtern benennt.

Til Schweiger macht Wein – wusstet ihr das?

Ja, der Til betätigt sich auch im Weinfach. Schon vor Jahren fing er damit an. Lange bevor er das Gastronomie-Projekt in Hamburg anpackte.

Viele Schauspieler machen in Wein. Und fast immer steckt ein Weingut mit Profis dahinter.

Zum Beispiel das getrennte Paar Angelina Jolie und Brad Pitt, die mit Unterstützung der französischen Weinfamilie Perrin die Bioweine von Château Miraval herstellen. Noch. Damit soll nämlich bald Schluss sein. Das Weingut steht zum Verkauf.

Til Schweiger ist ja einer, der dafür bekannt ist, mit Kritikern auf Kriegsfuß zu stehen, obwohl er das eigentlich gar nicht nötig hat. Denn seine Filme sind allesamt höchst erfolgreich, unterhaltsam und manchmal sogar berührend.

Mit dem Captain wird der talentierte Til sich jedenfalls nicht anlegen müssen. Sein Rotwein Vino Tinto Emma von der Baleareninsel Mallorca ist eine ordentliche Portion Trinkspaß.

Mallorquinische Weine sind generell etwas teurer als die vom spanischen Festland und bei Weinkennern neuerdings sehr beliebt. Es gibt regelrecht einen Mallorca-Trend in der Weinwelt.

Die Herkunft Mallorca bedeutet meistens ausgeprägte Mineralik. Das heißt ganz allgemein dezente Säure, eine Prise Salz und ein Büschel Kräuter.

Denn die ganze Insel ist ein einziger Kalkbrocken, an dem ein bisschen Lehm klebt. Also karger Boden, in den sich durstige Weinreben auf der Suche nach Nährstoffen tief hineinbohren müssen, was für kräftige und konzentrierte Weine sorgt, die trotzdem weich und rund schmecken.

Das Meer rundherum und seine Winde funktionieren dabei wie eine gigantische Klimaanlage. Diese Kombination – also Sonne, Wind, karger Boden – ist in vielen Weinregionen der Welt schon die halbe Miete beim Weinmachen. Die andere Hälfte steuert der Winzer bei, der etwas Talent mitbringen sollte.

Im Falle der Partner von Til Schweiger ist das die Winzerfamilie des ehemaligen Möbelrestaurateurs Jaime Llabrés senior, der nahe dem Dorf Sencelles mitten auf der Insel seine kleine Bodega (=Kellerei) Son Prim betreibt.

Auf Son Prim hat man sich einer für Mallorca eher ungewöhnlichen Rebsortenpolitik verschrieben. Es werden ausschließlich französische Weintrauben angepflanzt: Cabernet Sauvignon, Merlot (für die Weinregion Bordeaux typisch) und Syrah (Rhônetal).

So, und hier stoppe ich mit dem klassischen Winzerporträt und komme zum konkreten Wein: Til Schweigers Vino Tinto Emma.

Es gibt zwar noch zwei reinsortige Emmas aus jeweils Merlot und Cabernet Sauvignon aber die Cuvée (Rebsortenmischung) hat uns am meisten interessiert.

Tils Vino Tinto besteht aus den Sorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Manto Negro.

Manto Negro ist eine sogenannte autochthone (also gebietstypische) Rebsorte Mallorcas. Vom Charakter her mild und duftig und der ideale Verschnittpartner für etwas strengere Sorten.

Aber heißt es bei den Llabrés nicht „french only“?

Ja, dass der Schweiger-Wein diese inseltypische Sorte enthält, ist wohl dem jugendlichen Winzersohn Jaime Llabrés junior zu verdanken, der diese Trauben kurzerhand aus der Nachbarschaft zukaufte, vergor und den daraus entstandenen Saft dem Tilwein beimischte. So hat es wohl den beiden (also Schauspieler und Winzersohn) besser geschmeckt.

Ich mache Emma auf, gieße mir das tiefdunkle Zeug in die Gläser und schnuppere erstmal rein, wie sich das für einen ordentlichen Weintester gehört.

Oha! In der Nase finden sich extrem reife Noten. Da steckt die Hitze Mallorcas drin. Dunkle Beeren, schwarze Oliven, grüne Paprika, Leder, Teer, schwarze Pfefferkörner und Graphit, was ein typisches Merkmal der Sorte Cabernet Sauvignon ist.

Der Wein enthält kräftige 14,5 Volumenprozent Alkohol, gehört also bereits zu den schweren Kalibern und ist keine Nachmittagsvorstellung. Er reifte 12 Monate lang im Holzfass.

Jetzt aber kosten.

Im Mund sammelt sich gleich zu Beginn dezente Süßlichkeit. Dann kommen dazu: Rosmarin, dunkle Beerenfrüchte (vor allem Heidelbeere), dunkle Schokolade, Mokka, Vanille, ein Hauch von Wacholder und ein bisschen grüne Paprika, die sich als willkommener Widersacher gegen die oben erwähnte Süßlichkeit stellt und Spannung reinbringt.

Ganz schön viel Obst, Gemüse und anderer Kram. Wer hält das alles zusammen?

Das machen die sehr reifen Tannine (Gerbstoffe), die sich wie ein fester Gürtel um die Fruchtnoten legen. Das erzeugt die sogenannte Struktur im Wein, was Kenner zu schätzen wissen.

Dann, kurz nach dem Runterschlucken, macht sich im Abgang noch eine schöne Frische mit dezenter Säure, Pfeffer und schwarzer Olivenpaste breit.

Puh, was für eine Kerl von Wein! Mit einer sehr weichen Seite.

Die Rotweincuvée Emma ist Teil des Sortiments von Til Schweigers Barefoot Living-Kollektion, die er gemeinsam mit der spanischen Inneneinrichterin Carde Reimerdes entwickelte. Die Zusammenarbeit der beiden begann, als Til sein Mallorca-Anwesen im rustikalen Landhaus-Stil aufmöbeln wollte.

Da gibt es Pullis, Teller und jede Menge Wohlfühlzeug, das irgendwie aussieht, als würde man es schon aus einem Schweiger-Film kennen: Keinohrhasen, Kokowääh oder Honig im Kopf. Der Mann hat offenbar ein Konzept.

 


Datum: 3.12.2017 (Update 8.12.2017)
 

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