04.06.09 WEINE 1 Einem Freund senden

Jurassic Kelch: Kaiserlicher Wein in Schloss Schönbrunn

Kein Bier vor vierKein Bier vor vier

In Wien wächst Wein. Auf den Hügeln im Nordosten der Stadt. Und manchmal auch mitten in verbautem Gebiet. Die Wiener sind mit dem Wein aufgewachsen. Doch der Wiener Wein war lange ein unbrauchbares, saures Heurigengesöff, das Volk wollte billige und einfache Betäubungsware. Also gab man sich mit Qualität nicht weiter ab.

Die Revolution nach dem Weinskandal

Das änderte sich erst mit der Generation nach dem berüchtigten Weinskandal, Mitte der achtziger Jahre, der ja auch in Deutschland stattfand und hier ähnliche Auswirkungen auf die Qualität des Weinbaus hatte.

Von der Plörre zum lecker Weißwein

Heute gibt es in Wien mehr als in Handvoll neuer, moderner Winzer, die sich unter anderem auch den alten Traditionsweinen wie etwa dem "Gemischten Satz" beschäftigen. Dabei handelt es sich um keine verdrehte Satzstellung nach Art der missglückten Rechtschreibreform, sondern um den Anbau verschiedener Traubensorten in gleicher Reihe. Diese Vielfalt soll zwar eine konstante Qualität sichern, macht aber die Weine zu einem meist unbrauchbaren Gemisch ohne Charakter und Finesse.

Gemischter Satz - was ist das nun wieder?

Um einen vernünftigen gemischten Satz zu keltern, muss sich der Winzer der Sorten, ihrer Ausprägung und ihrer Ergänzungsfähigkeit bewusst sein. Das können die Winzer der Gruppe "WienWein" besonders gut, hat einer von ihnen, Fritz Wieninger, doch als erster begonnen, den gemischten Satz wieder am Markt zu etablieren. Von den österreichischen Bundesgärten erging Anfang des Jahres der Auftrag, einen alten und ausgerissenen Weingarten nahe Schloss Schönbrunn zu rekultivieren.

Fritz Wieninger, Rainer Christ, Richard Zahel (er baut auch in Berlin Wein an) und Michael Edelmoser nahmen Hacke und Schaufel zur Hand und pflanzten einen halben Hektar verschiedener Weißweinsorten (Rheinriesling, Traminer, Veltliner, etc..) auf historischem Boden an. Der Wein wird aber kaum in den Handel kommen, dafür ist die Rebfläche zu klein und die Repräsentationsaufgabe zu groß. So bleibt das Auspflanzen im Schloss Schönbrunn, wie man in Wien sagt, auch ein bisschen ein "Pflanz", eine PR-Verarsche, die der Wiener Wein eigentliche nicht mehr notwendig hat.



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Kommentare 1

Kommentare

almaxx
ich krieg ein paar flaschen. hab einen stock gepflanzt und den rummel genossen. außerdem gab es jede menge guten wein ;-)))
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