Der Captain hat ein mittelgroßes Schiff. Eines, das von der Brücke der Queen Mary gerade noch gesehen wird. Aber dieses Schiff hat einen großen Schiffsbauch. Und da drinnen lagern viele interessante Flaschen Wein. Vom einfachen Trinkvergnügen bis hin zu unverständlich Elaboriertem. Der Captain muss alles trinken.
Der Captain und sein ewig nörgelnder Erster Offizier haben - ohne den Red-Priest zu fragen - entschieden, dass es bei diesem und bei den zukünftigen Wettbewerben keine durchschnittlichen Flaschen zu gewinnen geben wird. Auch der Preis soll nicht entscheidend sein, sondern die Außergewöhnlichkeit des Weins. Es kann also auch Abstruses zu gewinnen geben, schmecken wird es immer. Die Flasche darf dem Captain wenig gekostet haben, doch die Weitergabe soll ihm teuer erscheinen.
Der erste Hauptgewinn ist zumindest außergewöhnlich. Frau Ulrike Klinger bekommt für sechs richtig beantwortete Fragen und einen gezogenen Zettel eine Flasche Niepoort Colheita Portwein aus dem Jahre 1962, dem Geburtsjahr des Captain. Der Captain gibt also eine jener Flaschen ab, die er stets am 22. Mai zu öffnen pflegt. Da der Captain aber ständig neue 62er ordert und zudem nicht vorhat 180 Jahre alt zu werden, ist es auch kein Frevel, sich von dieser Flasche zu trennen. Der Captain weiß, was drinnen ist.
Der 62er Colheita Port von Niepoort ist ein Jahrgangswein, der etwas über sieben Jahre im Holzfass lag, bevor er in der Flasche weiter reifen durfte. Der Wein ist zur Zeit in einem exzellenten Trinkzustand, etwas über der Reife, mit schönen Tönen von Tabak, Orangenschalen, ein wenig Rosinen und auch etwas warmer Rauch von Zedernholz. Im Abgang dann noch eine schöne Länge, nach Nüssen und Rumtopf schmeckend. Der (die) Colheita ist sofort trinkreif und muss nicht dekantiert werden. Geöffnet hält er etwa zwei Wochen im Kühlschrank.
Thomas Faschingeder und Felix Eschenauer erhalten je eine Magnumflasche Rotwein 2007 aus der eigenen Produktion des Captain. Wer weiß, wie vergriffen dieser Wein ist (gerade eben kam wieder eine Bestellung einer Palette herein, der Arlberg in Österreich droht auszutrocknen), kann die Quantität Herzblut ermessen, die dem Captain abfließt (im Schiffsbauch lagern nur mehr 24 Flaschen dieses Jahrgangs). Der Wein des Captain wird nur in den besten deutschen und österreichischen Restaurants ausgeschenkt und ist eine Cuveé aus Syrah, Merlot, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc (in dieser Reihenfolge mit deutlichem Anteil Syrah und Merlot). Das Anbaugebiet ist die toskanische Region Bolgheri. Der Captain verzichtet auf die Klassifizierung D.O.C. und fertigt seinen Wein als I.G.T., als Tafelwein.
Der Captain wird den beiden Wienern die Weine in Wien persönlich zustellen. Und auch den deutschen Gewinner im Südwesten des Landes besuchen. Er muss sowieso bald wieder an die Mosel. Kein anderer Captain kümmert sich derart um seine Mannschaft.
Ab morgen wieder Tipps, Tricks und Weihnachtliches...
Der Captain hört Trauriges von den Eels und genießt den schönen Clip.







Da liegt viel zu viel herum in dem Keller 




