19.12.09 WEINE 14 Einem Freund senden

Die Weine der Gewinner: alt, jung, gut

Da liegt viel zu viel herum in dem KellerDa liegt viel zu viel herum in dem Keller

Der Captain hat ein mittelgroßes Schiff. Eines, das von der Brücke der Queen Mary gerade noch gesehen wird. Aber dieses Schiff hat einen großen Schiffsbauch. Und da drinnen lagern viele interessante Flaschen Wein. Vom einfachen Trinkvergnügen bis hin zu unverständlich Elaboriertem. Der Captain muss alles trinken.

Der Captain und sein ewig nörgelnder Erster Offizier haben - ohne den Red-Priest zu fragen - entschieden, dass es bei diesem und bei den zukünftigen Wettbewerben keine durchschnittlichen Flaschen zu gewinnen geben wird. Auch der Preis soll nicht entscheidend sein, sondern die Außergewöhnlichkeit des Weins. Es kann also auch Abstruses zu gewinnen geben, schmecken wird es immer. Die Flasche darf dem Captain wenig gekostet haben, doch die Weitergabe soll ihm teuer erscheinen.

Der erste Hauptgewinn ist zumindest außergewöhnlich. Frau Ulrike Klinger bekommt für sechs richtig beantwortete Fragen und einen gezogenen Zettel eine Flasche Niepoort Colheita Portwein aus dem Jahre 1962, dem Geburtsjahr des Captain. Der Captain gibt also eine jener Flaschen ab, die er stets am 22. Mai zu öffnen pflegt. Da der Captain aber ständig neue 62er ordert und zudem nicht vorhat 180 Jahre alt zu werden, ist es auch kein Frevel, sich von dieser Flasche zu trennen. Der Captain weiß, was drinnen ist.

Der 62er Colheita Port von Niepoort ist ein Jahrgangswein, der etwas über sieben Jahre im Holzfass lag, bevor er in der Flasche weiter reifen durfte. Der Wein ist zur Zeit in einem exzellenten Trinkzustand, etwas über der Reife, mit schönen Tönen von Tabak, Orangenschalen, ein wenig Rosinen und auch etwas warmer Rauch von Zedernholz. Im Abgang dann noch eine schöne Länge, nach Nüssen und Rumtopf schmeckend. Der (die) Colheita ist sofort trinkreif und muss nicht dekantiert werden. Geöffnet hält er etwa zwei Wochen im Kühlschrank.

Thomas Faschingeder und Felix Eschenauer erhalten je eine Magnumflasche Rotwein 2007 aus der eigenen Produktion des Captain. Wer weiß, wie vergriffen dieser Wein ist (gerade eben kam wieder eine Bestellung einer Palette herein, der Arlberg in Österreich droht auszutrocknen), kann die Quantität Herzblut ermessen, die dem Captain abfließt (im Schiffsbauch lagern nur mehr 24 Flaschen dieses Jahrgangs). Der Wein des Captain wird nur in den besten deutschen und österreichischen Restaurants ausgeschenkt und ist eine Cuveé aus Syrah, Merlot, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc (in dieser Reihenfolge mit deutlichem Anteil Syrah und Merlot). Das Anbaugebiet ist die toskanische Region Bolgheri. Der Captain verzichtet auf die Klassifizierung D.O.C. und fertigt seinen Wein als I.G.T., als Tafelwein.

Der Captain wird den beiden Wienern die Weine in Wien persönlich zustellen. Und auch den deutschen Gewinner im Südwesten des Landes besuchen. Er muss sowieso bald wieder an die Mosel. Kein anderer Captain kümmert sich derart um seine Mannschaft.

Ab morgen wieder Tipps, Tricks und Weihnachtliches...

Der Captain hört Trauriges von den Eels und genießt den schönen Clip.



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Kommentare 14

Kommentare

Gast
Naja, dann ist es ja gut. Weine aus Eigenproduktion? Wer glaubt das dem Germanisten? Ich nicht.
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Garstig in Wien, eingeschneit!
Stimmt wirklich! Aus eigener Produktion! Die 2005er Flasche ist längst leer, aber die 2006er und 2007er werden mich vom verlorenen Quiz trösten!
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Gast traurig
Wer die Eels mag, sollte sich auch dieses Lied zu Gemüte führen: http://www.youtube.com/watch?v=p3lQ7WfXT-I&feature=related
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Erster Offizier
Großartig traruig. Danke.
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ardbeg ebenfalls ganz furchtbar traurig
Kann ich dann auch bitte einen Trostwein haben???
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Thomas Faschingeder fröhlich pfeifend
Was für ein Preis! Ich hatte vor kurzem das Vergnügen den Wein des Captain zu probieren, im Restaurant ON in Wien. Es wären sicher mehr Gläser geworden, hätte der Kellner nicht schon die Tagesabrechnung aus seiner Registrierkassa ausgedruckt. Allerdings hab ich keine Erfahrung wie eine Magnumflasche in den Klimakühlschrank passt? Ach ja, die Hook die grad pfeife, weil sie mir nicht mehr aus dem Kopf geht: http://www.youtube.com/watch?v=dQE-790aGFo
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Statuskrah
Oh, eine echte Rarität, des Captains Wein, nicht zu bekommen, er ziert sich ja wahnsinnig. Kurzer Bericht vom gestrigen Weihnachtsessen: Die Empfehlungen des Captain (Marof und Anciano) wurden von den Gästen höchst wohlwollend kommentiert, der Ried Marienthal 2000 ein perfekter Wein, vielleicht fast zu perfekt, der Hammer des Abends aber - wieder einmal - ein Pannobile, 2001 von Pittnauer, genau so muss Wein sein.
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Der Captain
Pittnauers Pannobilie 2001 ist aber genau jetzt gut. Und in einem Jahr sicher nicht mehr so wie jetzt (außer aus der Magnum). Ried Marienthal 2000 fand ich noch nie überzeugend, vielleicht in fünf Jahren. Kann gut sein. Der Anciano ist gut und lustig. Und sonst nix..
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Statuskrah
Der Anciano ist gut und lustig und ein gelungener Einstieg in einen lustigen Abend. Das ist nicht nix. Was mich noch interessieren würde: Ich habe ja keine Erfahrung mit Magnums, aber warum eigentlich entwickeln sich Magnums im Keller anders?
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Der Captain
Mehr Füllmenge altert weniger schnell. Ganz einfach, mehr Menge bei gleicher Oxydation..
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Statuskrah
Gehört haben wir übrigens Bob Dylans "Christmas in the Heart", gar nicht traurig.
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marLo ...wissend...
Captains Kappa 07 (CS betont) ist schon okay und - nach kurzer Belüftung und eher kühl temperiert - schon jetzt fein trinkbar. Aber ich sage Euch: Hütet Euch von dem Syrah dominierten Kappa-Zeugs; Absolut unzugänglich, nicht trinkbar jetzt (hab nach 3 Fl. w.o. gegeben); den würde ich in keinem Restaurant ausschenken lassen, schadet nur dem Renomme!; in 2 Jahren wird man weitersehen....
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ardbeg ist dagegen!
Stimmt so nicht. Hatten heute Wildschwein, Polenta und Kappa-Syrah. Perfekt und jetzt leider alle.
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Statuskrah
Aha, hier scheinen ja alle die Kappas im Keller liegen zu haben, nur ich nicht.
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