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Aha, 2010 wird also doch ein Superjahr…

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Der Captain ist ja wenigstens immer noch ein guter Fotograf...
Kommentare
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... aber nicht für alle. Jedoch für viele mehr, als der Captain denkt. Captains Maat Friedrich Küppersbusch widerspricht seinem Kommandanten und warnt: 2010 darf man nicht abschreiben. Das sei dumm.

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Mir geht das Messer in der Tasche auf. In diesen Worten habe ich es in einem Forumsbeitrag gelesen. Und was der Captain über 2010 schreibt, kann einem schon das Messer in der Tasche aufgehen lassen. Oder – um ein etwas friedfertigeres Bild zu strapazieren: Es kann einem ordentlich ärgern, was der Captain schreibt. Denn es ist oberflächlich.

Viel Halbwissen, obwohl ganzer Weinbauer. Aber sicher auch ein Winzer, der bislang noch nie eine Säurereduktion andenken musste. Nicht einmal eine kleine Korrektur. In der Toskana freut man sich über Säure. Was weiß der Captain schon groß über Säureabbau? Richtig: Nichts.

Was man dem Captain zugute halten kann, ist, dass er seinen Kommentar als „Provokation“ übertitelt. Und „Arschjahr“, oder „Scheißjahr“ heißt auch nicht automatisch „schlechtes Weinjahr“.

Und weil ich den Captain kenne, schreibe ich auch gleich seine Antwort hier rein: „Ich hab nie behauptet, dass es 2010 keine guten deutschen Rieslinge geben wird“. Das wird er mir zurückschreiben. Doch der Captain hat auch gesagt, es werden nur wenige Rieslinge sein. Ich aber sage, es wird viel mehr gute deutsche Weine geben, als wir alle annehmen. Ich sage: 2010 wird sogar ein Superjahr. Es ist dumm und töricht, diesen Jahrgang klein zu schreiben. Es ist das, was ein Kollege des Captains hier schon mal „Krawalljournalismus“ genannt hat. Ich kenne keinen besseren Begriff.

Krawalljournalimus vor Wahrheitsfindung

Der Captain steht seit einigen Monaten in dieser Krawalltradition. Sein Maat Mally ist so ein Thesen-Krawallmacher, ein Botrytisgegner, der die alte Wachau abwrackt, die noch von tausenden und abertausenden Konsumenten getrunken werden wird, wenn Maat Mally himself abgewrackt ist. Und auch der Captain muss vorsichtig sein, denn eine kleine Meuterei am Schiff ist offenbar nicht aufzuhalten. Spätestens dann, wenn andere Maate, etwa Maat Eschenauer, die Jungweine des Jahrgangs 2010 kosten darf. Da wird ein anderes Bild entstehen. Da bin ich sicher.

Ja, der Jahrgang war kompliziert. Ist er noch immer. Ja. Na und? War er eben kompliziert. Gibt es eben Mengeneinbußen. Muss man sich eben mit Pilzerkrankungen herumschlagen. Muss man eben länger und öfter am Weinberg sein. Und nachsehen, was da geschieht. Wie es weitergehen kann. 2010 ist eben kein gemütliches Jahr wie 2009 eines war. Oder sogar noch das final verregnete 2008. 2010 verlangt viel von den Winzern.

Und sie werden halten, was man von ihnen erwartet. „Nur ein paar tausend Flaschen“, schreibt der Captain herabwürdigend, „nur ein paar tausend gute Flaschen wird es geben“. Man kann den Winzern danken, dass es viele tausend Flaschen mehr sein werden.

2010: Ein Jahr vieler guter Weine

Natürlich ist 2010 kein Jahr, dass in der Breite gute Weine bringen wird. Viele Massenweine wurden früh geerntet, von den Genossenschaften längst verarbeitet und sicher heftig entsäuert. Und vielen Gutsrieslingen wird es ähnlich ergangen sein. Und auch das Märchen von den vielen Rieslingtrauben, die da noch am Stock hängen sollen, ist schlicht nicht wahr. Man macht es Polemikern und Krawallbrüdern leicht, wenn man ihnen ein paar Klischees hinwirft. Ein guter Happen. Der Captain hat auch gleich zugebissen.

Doch als er sich einbremsen wollte, war es bereits zu spät. Nun steht der Artikel geschrieben. Und er hat viele Fehler. Fast so viele, wie die Antworten von Parkers Mitarbeiter darunter. Beides ist Quatsch, wobei Parkers Mann sicher die bessere Figur macht, als der Captain.

Nach alle dem Ärger, den ich nach diesen Artikel empfinde, möchte ich noch einmal wiederholen, dass 2010 ein paar der schönsten und trinkfreudigsten restsüßen Weine liefern wird, wie man sie in Deutschland schon lange nicht getrunken hat. Es mag sein, dass diese Weine dem trockenen Mainstream nicht entsprechen, es mag sein, dass die Botrytis in diesem Jahr eine große Rolle spielen wird: Die Weine werden uns aber trotzdem schmecken.

Jeder Jahrgang ist verschieden. Damit wird man leben müssen.

Es mag sein, dass viele mit 2009 oder 2006 sozialisierte Weintrinker 2010 als „andersartig“ empfinden werden. Aber auch da gilt ein selbstbewusstes „Na und?“. Weinjahre sind unterschiedlich, sollen unterschiedlich sein. Wer glaubt, Wein könne man wie Cola standardisieren, muss standardisierte Weine trinken. Am besten jene aus australischer oder chilenischer Industrieproduktion.

Das Schiff hat mit dem 2010-Jahrgangs-Bashing des Captain eine leichte Schlagseite bekommen. Im Frühjahr werden wir sehen, dass dieser Jahrgang bewiesen hat, dass die meisten deutschen Winzer ihr Handwerk gut beherrschen. Heute stehe ich an Deck. Und darf das sagen. Immerhin. Sonst hätte ich mit dieser Stunde abgeheuert. Und das Deck nie mehr betreten.

  • Anmerkung vom Ersten Offizier: Heute ist eigentlich der Tag der Oktober-Quizfrage. Wegen der Meuterei hier an Bord wird diese auf morgen verschoben.
 


1 Pings/Trackbacks für "Aha, 2010 wird also doch ein Superjahr…"
Datum: 31.10.2010 (Update 18.3.2011)
 

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