12.08.12 WEINWISSEN 5 Einem Freund senden

Roter Osten. Andere haben keinen André

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Der unvermeidliche und umstritten unumstrittene Korkbotschafter Robert Hoefer ist ein letztes Mal im deutschen Osten unterwegs. Heute kehrt er in den Keller der Winzervereinigung Freyburg zurück, einer der wenigen Großbetriebe in der Region Saale-Unstrut, die eine ansehnliche Anzahl gefüllter Flaschen auch mit Qualität verbinden können. Dafür nützen sie die kleinen Nebenerwerbs-Strukturen der Region. Trauben kaufen und verarbeiten.

Hoefer lässt sich ein Glas André vom großen Holzfass zapfen und kostet, was diese seltsame Sorte eigentlich kann. Der deutsche Osten ist ja nicht gerade für exzellente Rotweine bekannt, doch Hoefer und der Captain konnten bei einigen Reisen feststellen, dass in den Kellern der "Neuen Bundesländer" (wie lange sind die eigentlich noch neu?) jede Menge Schätze lagern. Vor allem Rotweine, die erstaunlich lange halten.

Die Sorte André kommt aus Mähren in der ehemaligen Tschechoslowakei. Hier kreuzte man Anfang der Sechziger Jahre Blaufränkisch und St. Laurent, zwei Trauben, die vor allem im benachbarten Österreich wachsen. Wenn man will, kann man den André als österreichischen Bastard bezeichnen, der Zweigelt ist eine fast idente Sorte, allerdings sind Mutter- und Vaterreben vertauscht gekreuzt.

Eigenartigerweise nicht in Österreich

Eigenartigerweise hat die André nie in Österreich Einzug gehalten (wo sie eigentlich interessante Weine geben könnte). Statt dessen landete sie im deutschen Osten, der vor Jahrzehnten neue Reben brauchte, als andauernde Frostschäden dem Weinbau der DDR massiv zusetzten.

  • Hoefer nimmt zwei, drei Schluck und analysiert, was André im Osten kann. Das kann man aber auch selber herausfinden, die Flasche André 2011 gibt es für geringe 7,90 Euro bei der Winzervereinigung direkt zu kaufen.


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Kommentare 5

Kommentare

Mister Spuck ...fühlt ostig

Ich mag es, wie ostdeutsch-pragmatisch die Herren das Thema Wein ohne Sentiment auf den Punkt bringen.

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Gast

machen sie sich nicht lächerlich und hören sie auf dieses propagandamärchen zu verteidigen, denn korkstalinismus bekommt selten gut.

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aus dem sueden ...hörig

Genau. Jetzt weiss man auch, wo Stalins Rache, die berühmte 5. Kolonne geblieben ist. Sie hat sich im Kork eingenistet! Deshalb heisst es also Korkschleicher! Wegen der besonderen Heimtücke. Gott und den einzig ernstzunehmenden Weinfreunden sei Dank wurde Herr Hoefer kürzlich endgültig entlarvt: er ist Dresdner! (Können nur Ostberliner richtig verstehen).

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Geri

irgendwie binn ich jetzt verwirrt...ihr schreibt von der Sorte Andrè und daß es diese "eigenartigerweise nicht in Österreich" gibt - in Österreich heißt die Kreuzung (Blaufränkisch/St.Laurent) ZWEIGELT ! eine Züchtung aus dem Jahre 1922 von einem gewissen Herrn Friedrich Zweigelt - also doch ein österreichischer Bastard !

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Geri ...peinlich

alles retour - hab erst jetzt den film gesehen, da is der unterschied zum zweigelt erklärt...sorry !

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