28.09.10 WEINWISSEN 16 Einem Freund senden

Verschluss-Sache: What's that smell?

Der Wein korkt. Warum? Und wirklich? Foto von Herrn Depardieu von Frau dpaDer Wein korkt. Warum? Und wirklich? Foto von Herrn Depardieu von Frau dpa

Da ging es rund. Zwar war es nicht die meist besuchte Seite am Schiff. Aber die meist kommentierte. Und der Tenor mancher Kommentierenden lautete so: Naturkorken sei (erwiesenermaßen) ein völlig untauglicher Flaschenverschluss. Die Rede ist von der Korkdebatte beim Captain vor gut zehn Tagen. Einige der Kollegen und Weintrinker im Kommentar-Forum waren sich schnell einig: Wir wollen Schraubverschluss statt Kork; "Stelvin", so die Fachbezeichnung, das sei die optimale Lösung.

Die Diskussion (hier nachzulesen) wurde Teils mit polemischer Härte geführt. Was sich der Captain nur damit erklärt, dass viele Weintrinker, wie auch er selbst, dutzende wertvolle Flaschen durch Korkfehler verloren haben. Dem Captain schien die Häufigkeit dieser Korkfehler zwischen 1996 und 2004 stark zuzunehmen. Andere Diskussionsteilnehmer aber verneinen diesen Eindruck, für sie ist der Korkfehler eine Konstante. Ohne Auf und Ab. Der Captain bezweifelt das weiterhin.

Und der Captain bezieht eine Position in dieser sich entschieden gebenden Debatte. Eine Position zu Gunsten den Naturkork. Natürlich mit gewissen Einschränkungen, denn es ist nun wirklich nicht notwendig, jede Weinflasche mit Naturkork zu verschließen. Doch es ist gleichfalls Unsinn, den Naturkork als völlig unmöglichen Weinverschluss zu verdammen.

Nichts ist unmöglich

Der Captain hat für seine Position eigentlich nur einen Grund. Und der ist für eine sachliche Diskussion sicher ungeeignet: Der Captain macht selber Wein. Seit 2005. Und irgendwann musste er sich entscheiden, mit welchem Verschluss er seine paar tausend Flaschen zumacht. Er hat sich für den Kork entschieden. Und diese Entscheidung nicht bereut.

Damals, als die Entscheidung anstand, hat sich der Captain eingehend beraten lassen. Ja, von der "Kork-Mafia" (wie die Kork-Gegner gerne polemisieren). Aber auch von Herstellern anderer Verschlüsse. Ein großer und wesentlicher Kork-Lieferant hat dem Captain 2006 alle Argumente geliefert. Auch jene, die gegen Kork sprechen. Nach der Entscheidung für den Korkverschluss, hat der Captain seine Händler und seine Konsumenten - so weit dies möglich war - gebeten, ihm von auftretenden Korkfehlern zu berichten. Und in vier ausgelieferten Jahrgängen, bei etwa 45.000 verteilten und zumeist schon ausgetrunken Flaschen, ist dem Captain lediglich von 14 Korkfehlern berichtet worden. Und von weiteren 8 Fehltönen, die sich aber nach dem Dekantieren verflüchtigt haben. Das ist wichtig. Dazu hat der Captain ein paar private Aufzeichnungen nachzureichen.

14 Fehler (das werden wohl nicht alle gewesen sein), das sind 14 kaputte Flaschen zuviel. Aber die Quote bewegt sich in einem Rahmen, den der Captain problemlos vertreten kann. Freilich handelt es sich hier bloß um eine singuläre Einzelauswertung, keine jener Studien oder anderen Beweisführungen, die alle Seiten in diesem Krieg um Kork seit geraumer Zeit akribisch betreiben, um ihre Positionen festzumachen.

Eine geringe Quote

Aber auch andere Winzer, die der Captain gut kennt; Winzer, die beide Arten von Flaschen (Schraubverschluss und Kork) abfüllen, bestätigen ihm seit der ersten Debatte, dass die Fehler im Kork auch ihren Beobachtungen nach zurückgegangen sind. Da finden sich freilich wieder viele andere, die dies bezweifeln. So kommt man zu keinen Ergebnissen, da sich alles in Polemik und Gegenpolemik verliert.

Deswegen hat sich der Captain vier Jahre nach seiner ersten, damals rein privaten Recherche noch einmal umgehört. Und ein paar Hintergrundgespräche geführt. Was hat sich in der Korkindustrie getan? Das interessiert den Captain alleine schon aus dem Grund, weil er eine Entscheidung für zukünftige Verschlüsse fällen muss. Denn ein zweiter Wein steht an.

Wie schon vor vier Jahren, als der Captain seinen ersten Jahrgang verschließen musste, wird das Korkproblem, der Fehlton, der uns die betroffenen Weine versaut, zu etwa 80 % mit dem Auftreten von TCA festgemacht. Was klingt wie eine mittelamerikanische Fluglinie steht für "2,4,6-Trichloranisole". Sie entstehen, wenn Mikroorganismen wie Schimmel mit Chlorphenolen in Berührung kommen. Also beim unsauberen Verarbeiten der Korkeichenrinde. Wie der Captain schon zuletzt schrieb (und was im Kommentar-Forum ebenfalls angezweifelt wurde), gibt die Korkindustrie der gestiegenen Korkproduktion aufgrund des Weinbooms Mitte der Neunziger-Jahre die Schuld an dem massiv gehäuften Auftreten dieses Fehlers.

Neben TCA gibt es auch noch TeCA (2,3,4,6-Tetrachloranisole), TBA (2,4,6 Tribromoanisole), Geosmin, Guajakol und MDMP (2-Methoxy-3,5-Dimethylpyrazine). Klingt alles ungesund.

Dingsbumschloranisole

Bevor wir hier Chemiestudenten zu Rate ziehen müssen, sei vereinfacht gesagt, dass all diese Namen hinter dem Gestank stehen, dem Muff im Wein, der einen Korkfehler so unerträglich macht. Doch nicht alle diese Verbindungen sind ausschließlich im Kork zu finden.

Der Captain kennt das Phänomen des "weglüftbaren" Kork. Wahrscheinlich wird das hier im Kommentar-Forum wieder auf wenig Gegenliebe stoßen, doch der Captain meint, dass sich mindestens ein Drittel aller Korkfehler durch Luftzufuhr entweder verstärken oder verflüchtigen. Der Captain hat 1998 begonnen darüber Buch zu führen. Wieder handelt es sich hierbei um rein private Aufzeichnungen in ein Moleskine-Heft, das der Captain stets mit sich führt. Für diesen Artikel hat der Captain jede Menge Zahlen und Texte auswerten müssen. In den beinahe 12 Jahren wurden von ihm gemeinsam mit Teilen der Mannschaft 237 Korkfehler festgestellt (bei tausenden getrunkenen Flaschen - die genaue Zahl kann freilich nicht mehr rekonstruiert werden). Bei 86 festgestellten Korkfehlern war der Fehlton nach einigen Minuten in der Dekantierkaraffe weder zu riechen noch zu schmecken. Bei 44 Flaschen hat sich der Fehlton in den ersten Minuten hingegen noch drastisch verstärkt. Interessant auch, dass sich bei nicht wenigen Weinen der Fehlton erst nach stundenlangem Lüften aus dem Staub machte. Also kam dem Captain schon vor langer Zeit der Verdacht, dass es sich bei vielen so genannten Korkfehlern (die Österreicher sagen schlicht: "Der Wein korkt") eventuell um Fehler im Wein handeln könnte, die nichts mit dem Naturkork zu tun haben, der den Wein verschließt.

Der Captain und Teile seiner Mannschaft haben seit 1998 auch jeden Jahrgang niedergeschrieben, bei welchen Korkfehler auftraten. In der Auswertung dieser rein subjektiven Daten kommt es zu einer nicht signifikanten aber bemerkbaren Häufung der Jahrgänge 1993, 1995, 1998 und 1999. Und zur radikalen Abnahme von Korkfehlern nach dem Jahre 2006, was wohl auch daran liegen wird, dass der Captain inzwischen weniger Weine mit Korkverschluss trinkt. Trotzdem bestätigt das Fehlen jeglicher Korkfehler bei großen Burgundern und bei bekannten italienischen Weinen die Einschätzung des Captains, dass die Korkindustrie seit etwa fünf Jahren massiv bemüht ist, die TCA-Fehler zu vermeiden und zu bekämpfen.

Rein subjektiv besser geworden

Was man hier einwenden kann ist, dass der Captain und seine Mannschaft eventuell herkömmliche und weit bekannte Fehlgeschmäcker, wie etwa Brettanomyces (kurz "Brett" genannt, das ist der leichte, mitunter nicht unbeliebte Ethylphenol-Fäkalgeruch) nicht von echten Korkfehlern unterscheiden kann.

Brettanomyces kann durch Lüften verringert werden. Doch der Captain kennt "Brett" wie seine vollgestopfte Westentasche. Nein, diese Korkfehler waren "echte" Korkfehler. Ein paar davon aber offenbar nicht vom Korkverschluss verursacht. Stellt man manchmal also den Falschen an die Wand? "Blame Mandy, not me", wie der Brite sagt...

Des Captains Önologe, ein Fan des Schraubverschluss, der vor vier Jahren selbstredend in die Diskussion um den Korkverschluss für Captains Wein involviert war, des Captains Önologe macht viele vermeintliche Korkfehler bei Problemen während des Abfüllens fest. Oft hat das mit der Temperatursteuerung zu tun, manchmal mit Schwefel, viel mit Mikroben, meistens mit einem Arbeitsfehler. Und nicht alle dieser Fehler kann man weglüften.

Deswegen kann es auch vorkommen, dass ein Wein mit Schraubverschluss muffig schmeckt. Und jeder, der viel Wein trinkt, wird feststellen, dass muffige Schraub-Weine aus Ländern kommen, die einer gewissen Kellerhygiene - sagen wir mal - "gelassen" gegenüberstehen.

Das alles soll aber das unerträgliche TCA-Problem nicht verschleiern oder wegreden. Wie man heute damit umgeht, was sich in den letzten vier Jahren geändert hat und ob man das TCA-Problem je in den Griff bekommen kann, darüber berichtet der Captain in der nächsten Verschluss-Sache.



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Kommentare 16

Kommentare

weinkultur-kelly ...uiuiuimusseigentlichinsbettaberdochschonzurarbeit...

Sehr interessant ist es auch wenn im Keller mit Chlor gereinigt wird und anschließend nicht "geAntiChlort" wird - das kann ja auch 246TCA usw. mit C hervorrufen - nicht lustig bei alternativen Verschlusstechniken - Charge ist HIN!
Zitat(e):
"Sie entstehen, wenn Mikroorganismen wie Schimmel mit Chlorphenolen in Berührung kommen"
"die einer gewissen Kellerhygiene - sagen wir mal - "gelassen" gegenüberstehen"
besser hätte ich den DRECK nicht ausdrücken können

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Gast

offensichtlich von der Korkmafia bestochen. Anders kann ich mir diesen Artikel nicht erklären.

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Thomas N. Burg (via facebook)

Bei der gestrigen Sektverkostung http://blog.burg.cx/2010/sekt-gruener-veltliner/ hatten wir 2 Ausfälle (=11,8%) – wobei es in einem Fall strittig war, ob der Sekt was hatte oder ob es tatsächlich ein Korkfehler war.

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Franz HAUSNER gut

Es gab im April dazu bei SPIEGEL.online einen interessanten Artikel:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,687815,00.html

Wahrscheinlich ist es auch so wie du schreibst: Die fehlende Sauberkeit im Keller.

Im Winter machen wir aus Weinen mit "Korkfehlern" auch schon einmal Glühwein. Mit Gewürzen und Zucker und besonders heiß!

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Der Weinfreak ... korinthenkackerisch

Das im Spiegel dargestellte und auch vom Captain genannte Problem kann aber nur dann als Erklärung heran gezogen werden, wenn eine ganze Charge Wein einen "Fehler" hat.
In der Regel ist es doch so: 6 Flaschen gekauft, eine "korkt" => drecks Korken ist Schuld.

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Christian Segers (via facebook)

.da hat kürzlich der renommierte WeinTester und Journalist erst was Neues zu gepostet : > Sigi Hiss in Einsiedeln / CH ! LG CpS

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zürcher grübelnd

Mein Beruf weist zwar keinen Konnex zum Wein auf, aber ich kann als Hobbygeniesser bis jetzt und glücklicherweise die Erfahrung des Captain's teilen: Ich bin mit der Korkqualität meiner Flaschen im Keller höchstzufrieden. Eigentlich, und das mag jetzt sicher ketzerisch erscheinen, hatte ich erst wenige Fälle von schleichendem Kork, die Flaschen waren allesamt noch akzeptabel. Hingegen vom Keller meines Vaters, gefüllt mit ein paar alten Bdx, hatte ich schon ein paar richtig Verkorkte ans Licht befördert. Aber auch dann führte ich das nicht in erster Linie auf die Qualität des Korks zurück, sondern ganz einfach auf das fast biblische Alter der Flasche.

Die Ursache denk ich ist eine Kombination meines relativ jungen Bestandes (97 aufwärts) mit der Qualität der Erzeugnisse: Von Billigweinen mit Presskork kann man ja schliesslich keine Wunder erwarten.

Einwände hab ich aber auch nicht gegen den Schraubverschluss, ebenso wenig schlechte Erfahrungen damit. Ist einfach nicht mehr so gediegen, wenn "schwups" der Deckel weg ist und jegliches "Können" nicht mehr gefragt ist. Und ja, die Weinkristalle am Zapfen, die ich als Kind immer bewunderte, die fehlen definitiv beim Schrauber.

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frohnau

Die ästethisch-sinnlichen Aspekte des Weinverschlusses, die "Zürcher" veranschaulicht hat, ausser Acht lassend, schien mir bislang die Schrauber-Variante unter praktischen/risikominimierenden Aspekten vorteilhaft. Doch wie entwickelt sich derselbe Wein mit beiden Verschlüssen versehen? Den Vergleich bietet der C.A.I-Riesling des vom Captain vorgestellten Weingutes Immich-Batterieberg, für die ab 2009 der vormalige van Volxem- und Knebel-Weinmacher G. Kollmann verantwortlich ist. Nachdem er mir von deutlichen Geschmacks-Differenzen zwischen beiden Verschlussvarianten bereits relativ kurz nach Abfüllung berichtete, habe ich Flaschen in beiden Versionen geordert. Und siehe da - mit Stand heute zeigt die Kork-Variante schmeckbare Vorzüge: der Wein wirkt differenzierter, bietet mehr Geschmacksnuancen, ist einfach fokussierter und präsenter im Mund. Das überrascht mich - um vom Einzelfall aus auf eine generelle Differenz schliessen zu können, wären andere Vergleichsbeispiele so wünschenswert wie offenbar rar.

Im übrigen schmeckt der straff, zitrusfrucht-dichte Wein sehr gut (85 Punkte für rd. 10 EUR mit Entwicklungspotential - insofern eine sichere Bank).

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pivu

Genau das ist auch meine Erfahrung: im Vergleich (Kork vs Nicht-Kork) hatte der Kork (vorausgesetzt nicht stinkend) immer die Nase vorne. Dazu kommt, dass die veschraubten Weine dekantiert werden müssen, die verkorkten schon beim 1. Schluck schmecken. Ich bleib' dabei, der Kontakt mit Holz tut dem Naturprodukt Wein nicht nur vor der Abfüllung gut.

Das alles gilt freilich nur bei Weinen zum Weglegen.

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Patrick Johner tolerant...

Lieber Captain,

"Ein großer und wesentlicher Kork-Lieferant hat dem Captain 2006 alle Argumente geliefert. Auch jene, die gegen Kork sprechen."

Dürfen wir nachfragen, wie die Argumente damals aussahen?

Um wirklich Klarheit zu schaffen rate ich persönlich jedem Winzer es selbst auszuprobieren. Füllt den Wein parallel unter Kork und unter Schraubverschluss mit Zinn-Kaschiertem-Dichtung... und wer unbedingt eine höhere Gasdiffusionsrate benötigt kann noch die ganz modernen Dichtungen mit definierter O2 Diff-Rate ausprobieren.

Dann einfach über einen langen Zeitraum (bis zu 50 Jahre) vergleichen und seine Meinung darüber bilden...

Bei der großen Verkostung Pinot 2010 im Januar in Neuseeland wurden 7 Jahre alte Pinots verkostet... Manche unter Schraubverschluss, manche unter Kork. Die Teilnehmer konnten allerdings nicht erkennen, ob der Wein unter Kork oder unter Srewcap reiften. Das spricht doch eigentlich für einen Gleichstand oder?

Ich respektiere die Meinung jedes Produzenten und stehe für größtmögliche Aufklärung. Eine Debatte mit verhärteten Fronten bringt nichts... Toleranz doch eher mehr... nur sagen Sie das mal ein paar Sturköpfe ;-)

Für eine friedliche Verschlussentscheidungstoleranz...
Patrick

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Der Captain

Klar Patrick. Die Argumente damals waren, dass der Kork durch die schnelle Massenproduktion schadensanfälliger geworden ist. Als Alternative bot man mir Kork eines langsamen und alternativen Herstellers an, der 40% mehr kostete, aber gute Ergebnisse bei Korkschmecker-Fehlern hatte (also nur wenige Reklamationen). Ich habe diesen teuren Korken bis heute. Und dafür die billigste am Markt erhältliche Flasche (Bordolaise von Betti Vetro)..

Gruß, der Captain

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Roman Niewodniczanski, Weingut Van Volxem ...sehr entspannt - auf den Fieger in NY Richtung Heimat wartend

Herzliche Glückwunsch zu diesem richtig guten Bericht!
Es wurde auch langsam Zeit, daß die oft sehr emotionale Korkdebatte endlich wieder sachlicher geführt wird.
Auf Van Volxem machen wir seit etwa 2004 durchaus ähnliche Erfahrungen. Für gutes Geld erhalte ich bei sorgfältiger Auswahl von Liefrnanten und gewählter Charge auch richtig gute Korken mit geringsten, sicher im Promillebereich liegenden Fehlerraten - ist halt alles eine Kostenfrage! Aufgrund der seltenen Fehler verzichten wir inzwischen sogar in der Regel auf die (Kork-) Vorverkostung.

Ich wünschte, ich könnte dies auch von meinen Rotweinen sagen. Insbesondere bei den von uns häufig geöffneten Bordeaux- und Burgunderweinen sind die Fehlerraten erschreckend hoch - gerade bei den Weinen aus den 90erJahren liegen sie bei uns gefühlt oftmals eher über 10% als darunter, bei manchen Chateaux und Jahrgängen überschreiten sie wohl auch die 20% - was angesichts der oft fürstlichen Weinpreise schicht indiskutabel ist.
Dies wird in Zukunft aber sicher deutlich besser werden.

Ein in der ganzen Korkdiskusision nur selten besprochener Aspekt ist der der Frage, welcher Weinstil eher zum Kork passt und auch nicht. Hier erscheint mir gerade unter den Erzeugern noch ein gewisser Aufklärungsbedarf.

Weiter so!!!!
Herzliche Grüße aus NY,
Roman Niewodniczanski, Van Volxem

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Der Captain (unterwegs)

Vielen Dank, ich sehe das ganz genauso und mache genau die gleichen Erfahrungen..

Guten Flug

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weinkultur-kelly ...gerade-scary-filmhaft...

lieber CC lieber Patrik,
eigentlich ist es doch klar.
wollen wir WEIN verkaufen oder nicht?
ohne 246TCA (u.Ä.) GIBT ES MEHR WEIN!!!
das spricht doch für sich, oder?

also stanvil - kein dämmstoff/pinnwand/fußbodenbelag...!!!
das mittelalter ist vorbei. außerdem kann man einen schrauber AUCH am tisch super vermarkten.
wir alle kennen ein geräusch, welches MARKETING PUR IST, krax-tzischhhhhh - die COLA-DOSE = FRISCH...

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Patrick Johner frangend ...

Dass die Stimmung in Deutschland gegen Kork so groß ist... finde ich persönlich großartig :-)

Es ist schon eine Erleichterung, wenn Winzer vor Kurzem zu mir sagten "Patrick... wirst schon sehen, du stellst irgendwann um ... wieder zurück zum Kork" und nun kurze Zeit später sehr erfolgreich ihre eigene Weine unter Schraubverschluss vermarkten.

Da hätte ich noch eine Frage...
Warum geben manche Winzer für einen Korken so viel Geld aus, wenn man das gleiche Ergebnis (Haltbarkeit, Trinkspaß nach 20 Jahren usw.) mit einem "gescheiten" Schraubverschluss, für viel weniger Geld, bewerkstelligen kann?

Herzliche Grüße
Patrick

PS: hat in letzter Zeit jemand unseren 2003er Weißer Burgunder & Chardonnay unter Schraubverschluss verkostet ?

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Der Captain (auswärts)

Nee, aber hätte ich gerne..

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