Polyvinylpolypyrrolidon - kurz PVPP genannt - ist toll. Es kann einfach alles. Es kann noch viel mehr, als der natürliche Zusatzstoff Gummi arabicum, über den hier am Schiff bereits intensiv diskutiert wurde. PVPP ist so wirksam, dass man maximal 80 Gramm pro 100 Liter Wein zusetzen darf. Und Biowinzer dürfen nicht einen Hauch verwenden, sonst ist die Plakette weg. Mann kann sich also vorstellen wie effizient PVPP ist. Besonders dann, wenn für die Vorsorgebehandlung circa 15 g/ 100l vorgeschrieben sind. Vorsorge - wogegen?
Wie bei all diesen fragwürdigen Produkten hilft auch PVPP jenen, die es - warum auch immer - vergeigt haben. Wobei vergeigt nicht wirklich der richtige Ausdruck ist. Wenn man etwas vergeigt oder schlicht versagt hat, dann setzt das für mich die generelle Absicht voraus, ein Problem positiv zu lösen. PVPP aber sorgt für Abhilfe, wenn einfach nur gepfuscht wurde, wenn die Bemühungen oder das Bestreben Großartiges zu schaffen gar nicht vorhanden waren.
Ein „Behandlungsziel" von PVPP ist zum Beispiel die Anreicherung von Polyphenolen (Aromaverbindungen). Das alleine ist noch nicht so schlimm. Aber die Behandlung mit PVPP entfernt zum Beispiel auch gerbstoffverursachte Geschmacksstörungen. Noch dazu „schminkt" PVPP den Wein, das Mittel hellt tieffärbige (oxidative weiße) Weine auf.
Weg mit den oxidativen Noten
Und PVPP nimmt firnen Weinen ihre oxidativen Noten. Deswegen steht man in der Schaumweinindustrie auch so darauf. Egal, wie alt der Grundwein ist: ein bisschen E 1202 (PVPP) rein und alles wird gut. Das sollte man wissen, wenn man einen Schnäppchen-Sekt kippt.
80 Gramm pro 100 Liter sind erlaubt. Bei oxidierten oder gealterten Weinen empfehlen die Erzeuger ca. 30 - 70 Gramm, bei stark oxidierten Weinen dann die volle Dosis. Ist der Wein sehr kaputt, kann (darf) zudem noch ein bisschen Kasein verwenden. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich demnächst erzählen werde.
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Präzise Weingartenarbeit kann man sich mit PVPP sparen... 





immer noch Rubrik "Weinwissen"? hmm...