Der Captain hustet immer noch. Zwar deutlich weniger, als vor vier Wochen, doch die Reste der Grippe wohnen immer noch in des Captains Bronchien. Das geht dem Ersten Offizier mächtig auf die Nerven. Ohnehin ist der nur mehr selten Gast an Bord. Nachdem das Schiff Berlin kaum mehr verlässt und der Captain dauernd auf Reise ist, weil er seinen Film fertig drehen muss. Auch heute hat er schon wieder gepackt: Wien, Verona, Genf.
Doch jetzt sitzt man zusammen und trinkt die Reste eines hervorragenden Riesling von Wageck-Pfaffmann, ein In der Halde 2009. Großartiger Stoff. Mehr dazu ein andermal. Jetzt muss die Februar-Frage im Weinquiz gestellt werden.
Erster: Sag mal, wie lange sollen die Maate noch dein Business besorgen? Du machst ja gar nichts mehr.
Captain: Frechheit, ich schreibe noch genug Geschichten in der Woche.
Erster: Mag sein. Aber Mally und Eschenauer haben inzwischen die Meinungsführerschaft an Bord. Und dann auch noch der Würtz.
Captain: Na und, tut es dem Schiff schlecht?
Erster: Nein. Aber die alte Einheit schwindet.
Captain: Du wirst dich eben daran gewöhnen müssen, dass die alten Autokratien vergehen. Wer sich nicht öffnet, geht unter. Auch das Schiff bekommt immer mehr Matrosen. Da gilt keine Meinungsdiktatur, sonder die Vielfalt der Meinungen. Manche habe das halt noch nicht kapiert. Du offenbar auch nicht.
Erster: Manchmal sieht es so aus, als würdest du dich vom Acker machen.
Captain: Quatsch, ich bleibe an Bord. Aber vielleicht übernehme ich das Ruder in Zukunft etwas seltener.
Erster: Und der Kurs?
Captain: Den bestimmen Du, ich und die Maate. Und wie bei jedem guten Medium braucht man irgendwann keinen Navigator mehr. Die Zeit hierfür ist gekommen, wir sind groß genug.
Erster: Na gut. Bevor du wieder abhaust, stell bitte die Februar-Frage.
Captain: Klar. Warte ich muss nur in meinen Unterlagen blättern. Irgendwo habe ich mir die Frage aufgeschrieben.
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Achtung Falle: So kann es aussehen. Wenn der Winzer modern denkt... 


