Captain und Erster beim späten Frühstück an Deck. Denn heute scheint auch wieder die Sonne in Berlin. Es gibt Tee und Leibniz-Butterkekse, weil wieder mal keiner auf die Idee kam, in den Bioladen einkaufen zu gehen. Dabei wollte der Captain ein paar brandenburgische Äpfelchen mit an den Titisee nehmen, wo er sich heute abends einfinden wird. Im schönen Baden. Da werden wohl ein paar Flaschen draufgehen.
Doch jetzt geht es darum, vor der Abreise noch schnell die April-Frage in Captains-Quiz zu stellen. Gestern war man an Bord ja mit der Auswertung diverser Anrufe beschäftigt, die den Captain aus den lokalen Parteizentralen von SPD und Grünen erreichten. Es ging um die Moselbrücke. Und warum die Grünen bei den Parteiverhandlungen eingeknickt sind. Nachzulesen hier.
Erster: Unerfreulich für die Moselwinzer.
Captain: Unerfreulich für ein paar Moselwinzer. Vor allem für die direkt betroffenen, die demnächst das Monster über das Dach gestellt bekommen.
Erster: Und du denkst, da kann man nichts mehr machen?
Captain: Nein. Game over. Das Einzige, das noch wirkt, wäre breiter ziviler Widerstand. Aber dafür sind die Leute an der Mosel nicht geschaffen. Das ist nicht Berlin, wo derartiges ja schon zur Folklore gehört.
Erster: Was also - vor die Baukräne setzen?
Captain: Halte ich für ausgeschlossen. Ist auch rechtswidrig. Aber es würde ja schon reichen, wenn man innerhalb der grünen Basis für genügend Unruhe sorgt. Wenn die Grünen mit der Brücke Schwierigkeiten bekommen, dann kommt auch die Koalition schnell in Bedrängnis.
Erster: Und?
Captain: Was und? Du siehst ja: nichts passiert. Die Grünen haben nicht unrecht mit ihrer Annahme, dass das Thema selbst Parteigänger und Parteimitglieder nicht interessiert. In Wahrheit war die Brücke ja immer nur das Ärgernis von 30.000 bis 50.000 Menschen. Und von denen haben ca. 20% Grün gewählt. Also maximal 10.000 Wähler, die jetzt enttäuscht sind. Von denen wählen das nächste Mal wieder 2.000 die Grünen. Und die anderen 8.000 gehen gar nicht wählen. Oder verstreuen sich auf andere Parteien.
Erster: So, denkst du, werden also bei den Grünen Beschlüsse gefasst?
Captain: So werden überall in der Politik Beschlüsse gefasst. Den Moselbrückengegnern ist es nicht gelungen, das Thema zu einer richtigen Agenda zu machen. Ich glaube auch, dass die rührigen Leute nicht verstanden haben, wie Politik und das Machen von Politik funktioniert.
Erster: Hmm. Ich suche jetzt ein Argument dagegen...
Captain: Dann such mal, ich stelle inzwischen die April-Frage. Und wir bleiben in der Region.
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Da steht ein Grenzstein in Perl-Nenning (Fotos: Saartourismus) 





HA! endlich weiss ich einmal was