Schon wieder Tscheppe. Nach Ewald und Eduard nun Andreas, Bruder von Ewald. Diesen Andreas Tscheppe verschlug es 2006, nach einem Winzerprojekt auf der südoststeirischen Riegersburg, zurück in seine südsteirische Heimat.
Ob er damals schon geahnt hat, dass er fünf Jahre später die weltweit wichtigste Weinauszeichnung „CaptainCork-Winzer des Monats" im August 2011 verliehen bekäme?
Ich kann es mir nicht vorstellen. Trotzdem war für mich auf der Weinmesse Vievinum im letzten Jahr von der ersten Sekunde an klar, dass dieser Winzer ein würdiger Träger dieser globalen Auszeichnung ist. Herzlichen Glückwunsch also von meiner Seite!
In der steirischen Ortschaft Glanz angekommen, machte er sich sofort auf die Suche nach geeigneten Pachtflächen, leider vergebens. Deshalb begann er sich nach Rebflächen verlassener und aufgelassener Weingärten umzusehen. Gefunden gekauft. Andreas fing umgehend damit an, die Pflanzen auf seine gepachteten Flächen am „Krebskogel" in der Südsteiermark bei Leutschach zu übertragen.
Für Andreas Tscheppe war das allerdings nicht der einzige Schritt in Richtung „Hey Weinberg, ich zwing dir jetzt meinen Willen auf." Er begann seinen Krebskogel zu terrassieren. Um die Oberflächenspannung des über Jahrhunderte gewachsenen Bodens zu erhalten, entschied sich der Winzer für kleine Erdterrassen. Erdterrassen, die er selbst in Eigenregie mittels Bagger formte. Sobald die Arbeiten erledigt waren, vitalisierte er den Boden mit biodynamischen Präparaten.
Die Rebpflanzen seiner Wahl waren solche, die nicht flach wurzelten. Tscheppes Ansicht nach müssen Pflanzen extreme Bedingungen überstehen können. Den Reben wird einfach nichts geschenkt. Anstatt sie zu bewässern arbeitet Tscheppe (wie es sich für einen Biowinzer gehört) mit entsprechender Begrünung. Nicht weil die den Rebwurzeln Feuchtigkeit spendet. Tscheppe erzeugt damit eine Art Konkurrenzdruck. Die Graswurzeln nehmen den Rebstöcken Wasser und Nahrung weg. Darum müssen sich die Wurzeln der Reben noch tiefer in die Erde graben, um nicht zu verhungern. Die tiefwurzelnden Reben wiederum sind widerstandsfähiger und bringen mehr Geschmack aus dem Boden in den Wein. Logisch, oder?
Nebenbei: Tscheppe formte dann noch einen weiteren Terrassenweingarten in der bekannten Lage „Czamillonberg" (auch bei Leutschach gelegen) und kaufte auch noch einen alten Weingarten in Langegg. Zusammen mit den Terrassen vom Krebskogel sind diese Weingärten das Herzstück seines 3,5 Hektar großen Weinguts, auf dem der kluge Querdenker jeweils eine klassische und eine puristische Weinlinie produziert. Von letzterer ist hier die Rede.
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Hirschkäfer, Andreas Tscheppe, Sauvignon Blanc. (v.l.n.r.) 





schöner bericht von einem tollen winzer. zwar nicht teil dieses artikels, aber weils sooo groß beworben ist: mit der glasempfehlung vom werbekumpel wird man da nicht weit kommen, da brauchts schon ein ordentliches burgunderglas!!