Im Sommer habe ich nicht selten Lust auf einen anständigen Rosé. Doch viele Winzer betrachten dieses Weinsegment als eine kostengünstige Form der Resteverwertung. Was für Rotwein nicht gut genug ist, wird halt als Rosé verkauft. Und gerne würde ich auch den Zeitgenossen ausfindig machen, der mit einen Rosé-Wein mit dem entzückenden Namen „Drops of Jupiter" vor die Kajütentür gestellt hat. Immerhin: Ein ehrlicher Tropfen, denn er schmeckt so merkwürdig, wie er heißt.
Da ist man dann froh, dass es Winzer wie Horst Hummel gibt. Der gebürtige Schwabe hat 1998 ein Weingut im ungarischen Villanyi gegründet, welches hier am Schiff schon mal besprochen wurde. Im Fokus stehen dabei Rotweine - feste, stoffige Tropfen mit Frucht, Schmelz und Struktur.
Weniger bekannt ist, dass Hummel seit Jahren auch regelmäßig einen tollen Rosé auf den Markt bringt. Sein derzeit im Handel befindlicher Jahrgang ist der 2009er. Kräftig strahlende Farbe, ein zartes Bukett von Kirschen, Sauerkirschen und Waldbeeren. Frucht und die merkliche, aber keinesfalls spitze Säure (5,7 g/l) machen diesen sehr trockenen (2,6 g Restzucker pro Liter) Kékfrankos (in Deutschland als Lemberger und in Österreich als Blaufränkisch bekannt) zu einem großartigen Durstlöscher in der Badehose und zu einem sehr feinen Begleiter von Sardinen.
Ich fragte mich: was macht der Hummel anders, als die vielen anderen? Und rief ihn einfach an.
Herr Hummel, was macht Ihrer Meinung nach einen guten Rosé aus?
+ Er lebt von seinem Verhältnis zwischen ausgeprägter, reifer Frucht und spritziger Säure. Das macht ihn spannend und zu einer vollkommen eigenständigen Weinart.
Die meisten Rosés haben sehr aufdringliche Himbeernoten und erinnern eher an Lutschbonbons, als an Wein. Wie kommt so ein Geschmacksbild zustande?
+ Das ist heutzutage kein Problem. Viele Rosés werden unter Einsatz von Aromahefen vergoren, um Himbeer-; oder auch Erdbeergeschmack zu erzeugen. Damit kann auch verdeckt werden, dass es sich nicht immer um hochwertiges, reifes Lesegut handelt.
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Nicht rumstehen, Trauben für Herrn Hummel ernten, bitte. (Foto: Weingut-Hummel.com) 





Über Hummel hat Klingler von ein paar Wochen hier berichtet. Klaut ihr jetzt auch schon aus den alten Geschichten weil euch keine neuen einfallen. Steil bergab.