20.07.11 WEINLEUTE 27 Einem Freund senden

Golenias Nacht: trinken mit Krauß

Der Winzer mit Hut und ohne Oberlippenbart. (Foto: Ilka Jaroch // Weingut Lukas Krauß)Der Winzer mit Hut und ohne Oberlippenbart. (Foto: Ilka Jaroch // Weingut Lukas Krauß)

Nein. Ich habe mir fest vorgenommen, nichts über den Hut in der Überschrift zu erwähnen. Das machen irgendwie alle Schreiber. Denn der Hut ist das Markenzeichen von Jungwinzer Lukas Krauß. Und Schreiber gieren nach Markenzeichen um ihre Texte damit auszuschmücken. Genau deshalb - weg mit dem Hut!

Lukas Krauß hat mich spontan in meiner Düsseldorfer Landwohnung besucht, direkt von irgendeinem Weinevent aus Wuppertal kommend. Mit im Gepäck seine Wein-Kollektion. Er will sie zeigen - ich will sie trinken. Beruhigend zu wissen, dass Krauß bei dem heute zu erwartenden Alkoholpegel nur zwei Häuser weiter auf der Düsseldorfer Kiefernstraße übernachten wird. Er scheint auch so einer mit deutlich querköpfigen Wesenszügen zu sein. Jemand, der sich mehr im "dagegen" als im "dafür" zu Hause fühlt. Jemand, der sich groß "ich will es anders machen" auf die Fahne geschrieben hat. Da passt er gut hier rein - in die alte Hausbesetzerstraße.

Hut, Schmalkrawatte, Web 2.0

Lukas Krauß ist gut gekleidet. Den Hut immer auf. Mit einer locker sitzenden Schmalkrawatte um den Hals. So könnte er auch gut in der Hornbrillen-Gazette SPEX posen und man würde ihm den Subkultur-Hansel ohne weiteres abnehmen. Der ist er aber nicht. Er ist Winzer. Vom pfälzischen platten Lande. Mitte zwanzig, ambitioniert und dem Web 2.0 zugetan. Und ganz sicher kein hinterwäldlerisches Landei.

Der witzige Hutträger fackelt nicht lange rum. Zwei Gläser für uns und rein das Zeug. Silvaner ist seine große Liebe. Sein Herzblut. Mit dieser alten deutschen Rebe beschäftigt er sich am intensivsten. Und das ausgerechnet in der Pfalz - der Region mit großen Rieslingen und irren Spätburgundern. Der Silvaner 2010 von Krauß ist klar und frisch wie ein Gebirgsbach. Sehr geschliffen mit etwas Apfel und grünem Bohneneintopf. Wunderbar trinkige Länge. Der Wein wirkt gekonnt gemacht. Ein guter Einstieg.

Mit seinem elterlichen 8 Hektar-Weingut ist Lukas Krauß in der nördlichen Pfalz beheimatet. Dort, wo eigentlich kaum noch Wein gemacht wird. Weit, weit weg von den großen Hanglagen am Pfälzer Wald. In Lambsheim ist es flach und der Boden meist sandig. Da kommt es mir fast so vor, als ob Krauß sich für die eher schlichten Lagen seines Weinguts entschuldigen möchte. "Früher waren das ganz normale Äcker", sagt Krauß. Das soll aber nichts heißen. Rheinhessen mit seinen vielen Ackerlagen kann mittlerweile eine ganze Reihe von jungen Winzern vorweisen, die formidables zaubern.

Ergo sollte sich auch Krauß nicht schwer tun, auf ähnlich schlichten Böden interessantes zu keltern. Wobei ihn der Gedanke des "Terroir" auch wieder nervt. Darüber sei schon zu häufig geschwätzt worden, ohne dass brauchbare Ergebnisse herauskamen, meint er. Wenn überhaupt, hat "Terroir" für ihn mehr mit der Arbeit im Keller zu tun. Hier kann er die größten Unterschiede eines Weines herausarbeiten. Ihm die Richtung geben, die er wünscht.

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Kommentare 27

Kommentare

Gast

schöner artikel! der krauss ist wirklich ein schräger aber netter vogel!

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NK Endllich...

Endlich wieder ein Artikel, der dem Schiff voll und ganz würdig ist. Das Schiff wird es nur dann schaffen, die Diskussionen um Vergangenes zu beenden, wenn die Qualität so bleibt wie hier. Und ich wünsche mir und dem Autor, dass dieser Thread einzig dazu genutzt wird, den Inhalt des Artikels zu diskutieren.

Im Übrigen wünsche ich mir auch, dass der Betreiber dieser Site weniger oft Beiträge löschen würde....

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Gast

hallo, das Foto vom Lukas ist nicht von Andreas, sondern von mir!
Gruß aus Düsseldorf
Ilka jaroch

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Schiffsjunge bei CaptainCork ...verschämt in die Luft pfeifend.

Sorry!! Da dachte ich, ich sei super schlau und wüsste alles.. Upps!

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Gast

Hausbesetzer? Junge Welt? Nazikommunisten? Mon dieu, das Abendland geht unter! ;-)

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Sackbauer

Trotzdem ist auch dieser Winzer ein Winzer, der schon früher hier entdeckt wurde und deswegen kommt es mir vor als würde man die alten Bestände plündern anstatt Neues zu entdecken.

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Maat Golenia freundlich

Ahoi Sackbauer,
leider ist das nicht wahr. Über Krauß wurde hier noch nichts geschrieben. Er ist lediglich in der "Kiste" mit nur steckbrieflichen Infos.

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Sackbauer

Dann habe ich mich wohl geirrt, er kam mir bekannt vor. Zumindest der ältere Herr auf dem Bild. Der Artikel ist der beste seit langem und wieder ganz auf Schiene der alten Ausrichtung.

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Maat Golenia freundlich

Ahoi Sackbauer,
danke für das Kompliment. Man feilt am Schreibstil, schaut was geht, was nicht. Will sagen: ich koche halt auch nur mit Süßwasser.

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Frank Seiffarth (via Facebook)

Schöner Artikel! Anregend! Danke! Mal ganz ohne Motzerei und Faekalsprache - geht doch auch ;-)

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Gast

Grossartiger Artikel, ein Grund mich mal bald hier anzumelden!

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Frohnau

Eine Anmerkung zu dem Artikel und eine zu dem Winzer:

- Ich verstehe den Versuch nicht, eine Parallele zu Müller-Catoir zu ziehen und dabei auf den berühmten Kellermeister Schwartz zu verweisen, indem auf eine Ausbildungsstation von Herrn Krauß bei dem Weingut hingewiesen wird. Zu den Zeiten von Schwartz (der im übrigen relativ fruchtbetonte und harmonische Weine erzeugt hat - ein Stil, der heute gerade bei jungen und avancierten Winzern so nicht mehr zeitgemäß zu sein scheint), ging Krauß noch zur Schule. Seine Zeit auf dem Gut dürfte also unter die Ägide des neuen Kellermeisters Franzen fallen (Schwartz ist im Streit geschieden), der einen klaren stilistischen Kontrapunkt zu Schwartz darstellt und einen schlankeren, herberen Stil etabliert hat. Ich glaube gerne, dass sich Krauß davon hat inspirieren lassen - nur steht das nicht richtig im Artikel.

- Meine einzige Erfahrung mit einem Krauß-Silvaner (nach einer Empfehlung des Punkte-Giganten unter den einschlägigen Verkostern - Michael Liebert;anschaulich zu betrachten bei seinen Bewertungen des "Preis-Giganten" (im Sinne von Niedrig-Preisen) für italienische Weine im Internet - ronaldi - ) zeugte von Enttäuschung : ein durchschnittlicher Wen ohne Aufmerksamkeitserweckungsreflex. Ein insofern wenig fundiertes Urteil - weiteren Versuchen steht allerdings die offenbar ambitionierte Preisgestaltung von Herrn Krauß entgegen. Betrachte ich die von Herrn Golenia erwähnten Preise, dann wetteifert das Weingut am nördlichen Pfalz-Rand mit einem Schwergewicht wie Knipser (und warum sollte ich hier ein Wagnis eingehen, wenn mir in Franken Guts-Silvaner von gleichfalls in einer anderen Liga etablierten Weinmachern wie Ruck oder Fürst, die eine sichere Bank darstellen, zum gleichen oder geringeren Preis offeriert werden). Selbst unter Berücksichtigung der raschen Preisanhebungen bei Jungwinzern, die heutzutage alsbaldige Aufmerksamkeit im Internet und auf dem Markt zu erzeugen vermögen (in der Nachbarschaft von Krauß sei dazu auf die Brüder Rings und M. Zelt verwiesen) scheint mir hier doch ein noch zu deckender Wechsel auf die Zukunft vorzuliegen.
Übrigens - der Aufmerksamkeitstrigger "Hut" wurde nicht von Krauß entdeckt: Schloss Sommerhausen auf Franken tritt auf allen VdP-Verkostungen, die über die Jahre besucht habe, auch mit breitkrempigen schwarzen Hut auf. Wirkt sich auf die Weinqualität allerdings nach meinen Erfahrungen nicht fördernd aus ....

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Lukas Krauß

Der Einwand, dass ich zur Zeit als der gute Herr Schwartz Weine auf dem Weingut kelterte, noch in die Windeln geschissen habe, ist richtig. Mein Lehrmeister war und ist Martin Franzen und ich muss auch zugeben, dass ich bis jetzt leidiglich einen Wein aus der "großen" Ära probiert habe. Das Thema Schwartz ist bei Müller-Catoir vom Tisch, zumindest für die Angestellten.

Zu dem Hut bleibt zu sagen, dass er aber den Kopf warm und Regen abhält und dabei noch verdammt gut aussieht, allerdings keinen direkten Einfluss auf die Weinqualität hat.

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NK

Zuerstmal - Kompliment, das ist mal wieder ein anständiger thread geworden, in dem es primär um Wein geht.

Zu Frohnau's Kritik hinsichtlich der Preisgestaltung der Nordpfälzer Jungwinzer: Die hat sicherlich ihre Berechtigung, obgleich das eben nicht heisst, dass die Qualität der Jungwinzer immer denen der etablierten Häuder nachsteht. Das ist oft nicht der Fall, und wenn die Qualität gleich ist, sehe ich keinen Grund (leider, für mich als Verbraucher) dass das Zeug weniger kosten soll als das der Alteingesessenen. Aber eben auch nicht deutlich mehr.

Ich habe immer noch einige Flaschen des ersten Jahrgangs (2006) des Riesling Saumagen der Brüder Rings im Keller - und das ist ziemlich prächtiger Stoff (wurde hier ja auch schon besprochen) und meines Erachtens den GGs der VDP-Güter durchaus ebenbürtig.

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Maat Golenia Kontostand abfragend

Ahoi Frohnau,
was Krauß' Preisgestaltung seines Sortiments angeht: das fängt bei 5 € an und hört ab Hof bei 10,50 € auf. Sie können den Grünen Veltliner für 12,80 € hinzurechnen, der allerdings exklusiv bei Fertsch vertrieben wird (mit einigem Aufschlag denke ich). Selbst dann kommt mir seine Preisgestaltung alles andere als ambitioniert vor. Sein ebenfalls richtig guter Spätburgunder 2009 "ein Hut" gibt's für lächerliche 6,50 €. Da möchte man Herrn Krauß einfach nur schütteln, so lange bis er die Preise angemessen erhöht. Meine ich.

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Lukas Krauß

Und ich lade sie recht herzlich ein, wenn Ihnen meine Preisgestaltung zu ambitioniert ist, bei Gelegenheit direkt bei uns im Weingut vorbei zu kommen und den Wein kostenlos zu probieren.

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Mittelflinger hyperventilierend

Ja wo gibt´s denn so was? Ich werde verrückt!!! ;-) Markus-Molitor-Fanposter!!! Wo hängen die, und wo kommen die denn her?

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Mittelflinger wieder heruntergekommen und nunmehr irritiert

"Wobei ihn der Gedanke des "Terroir" auch wieder nervt. Darüber sei schon zu häufig geschwätzt worden, ohne dass brauchbare Ergebnisse herauskamen, meint er. Wenn überhaupt, hat "Terroir" für ihn mehr mit der Arbeit im Keller zu tun. Hier kann er die größten Unterschiede eines Weines herausarbeiten. Ihm die Richtung geben, die er wünscht."

Ich bin irritiert. Soll ich mehr darüber entsetzt sein, dass er die Prinzipien einer wohlverstandenen Terroirkultur (also das Bestreben, die Spezifika der natürlichen Gegebenheiten möglichst unverfälscht und authentisch auf die Flasche zu ziehen) mit Kellerarbeit "verwechselt" (und sich dann noch neben dem Plakat eines echten Terroirwinzers ablichten lässt). Oder soll ich mehr darüber amüsiert sein, wie herrlich frivol er den Terro(i)rismus vieler seiner Kollegen entlarvt, die über Terroir schwadronieren, aber Kellerarbeit meinen?

In jedem Fall ein Sonderpunkt für Ehrlichkeit!

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Maat Golenia erklärt

Ahoi Mittelflinger,
ja, ich fand das auch ein wenig irritierend. Bis Krauß seinen Gedankengang erklärte:
Angenommen zwei Winzer, selbe Lage, gleiche Rebsorte. Was kommt heraus? Mit Sicherheit unterschiedliche Weine. Und? Wo wird dieser Unterschied herausgearbeitet? Richtig: im Keller!
Wobei "Kellerarbeit" bei Weininteressierten ja meist tendenziell missverstanden wird, weil sie davon ausgehen, dass dann Frankenstein-Weine herauskommen an denen herumgebogen wurde. Das Gefasel einiger Winzer "Unser Wein entsteht nur im Weinberg - im Keller machen wir nix" kann ich als bescheidener Weintrinker allerdings nicht mehr lesen. Das ist mir zu viel "Heile Welt".

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Blattgold

"Angenommen zwei Winzer, selbe Lage, gleiche Rebsorte. Was kommt heraus? Mit Sicherheit unterschiedliche Weine. Und? Wo wird dieser Unterschied herausgearbeitet? Richtig: im Keller!"

Nicht richtig, aber auch nicht völlig falsch. Auch im Weinberg bestehen zahlreiche Einflussmöglichkeiten: wie viel Chemie wird verwendet, wann wird gelesen, wie wird gelesen, grüne Lese oder nicht, Stockdichte, usw. usf.? Hinzu kommen jedenfalls bei vielen Lagen unterschiedliche Böden in unterschiedlichen Parzellen, siehe nur an der Nahe.

"Heile Welt" hin oder her. Nur weil einige Winzer diese Romantisierung etwas zu weit auf die Spitze treiben, ist das Prinzip dahinter ja nicht falsch. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Aber was soll ein Krauß mit einem Rübenacker auch von Terroir faseln? Das nimmt ihm eh keiner ab. Da bleibt ja nur die Widerlegung mit dem "der Wein wird im Keller gemacht" Argument.

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Gast

Terroir und Kellerarbeit widersprechen sich auch nicht grundsätzlich, gehen sie mal nach Frankreich. Für was wird den ein Topoenologe bezahlt, für´s nichtstun?

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Lukas Krauß erklärend

Ich werde versuchen, nun meine Meinung und Einstellung zum Thema Terroir dar zu legen.
Ausgangspunkt sind meine Lagen, kein Hang, kein Irgendwasverwitterungsboden, nicht besonders an zu sehen.
Warum sollten meine Weine also auch nur annähernd trinkbar sein, wenn man das so sieht?
Ganz einfach, in meinen Augen hat Terroir nicht nur was mit Boden, Wetter, Pflanzgut etc. zu tun, sondern eben auch mit dem Winzer. Der Winzer trägt mit seinen Entscheidungen maßgeblich dazu bei, wie ein Wein schmeckt. Sicherlich kann er diverse Gegebenheiten nicht ausbügeln, aber er kann nach seinen Möglichkeiten versuchen, diese für sich und seinen Wein zu nutzen. Anders würden sich schlechte Weine aus den besten Lagen, zB an den Haardt nicht erklären.
Also Chemie, die ich übrigens ablehne, hin oder her, der Winzer nimmt großen Anteil an dem noch größeren Begriff des Terroirs.

Lieber Mittelfinger, du solltest dich mehr darüber amüsieren, das Foto ist nur aus Spaß auf der ProWein entstanden, daneben waren auch noch Van Volxem, also Nied.... und Ziereisen. Da dachte ich mir, ach schau an, ich habe auch ein schwarz-weiß Foto. :)

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Gast ...fragend

Hallo Lukas Krauß,
wie geht denn 2009 auspflanzen und 2010 ernten(Grüner Veltliner)? Ich habe gelernt 3-4 Jahre dauert es bis zur Jungfernernte.

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Lukas Krauß antwortend

Hallo Gast,
das ist überhaupt kein Problem, ich habe Böden, die sehr gut durchwurzelbar sind, dh die meisten Rebstöcke sind schon im ersten Jahr groß und gut gewachsen, sodass man im Folgejahr schon ein paar wenige Trauben am Stock lassen kann, damit der Rebstock gleich weiß, wohin die Reise geht.
Ich habe die leitvolle Erfahrung gemacht, wenn man keine Trauben dran lässt und erst noch ein Jahr später der ersten Ertrag erwarten will, hat der Rebstock in den ersten 2 Jahren ohne Früchte, so viel Energie gesammelt, dass er diese voll der Trauben zur Verfügung stellt und diese dadurch sehr schenll faulen. Ich arbeite lieber, mit leicht gestressten Rebstöcken, das ist meiner Meinung nach besser bei sehr wuchsstarken Böden.
Die 3-4 Jahre treffen auf sehr schwerdurchwurzelbare Böde, wie solche aus Lehm oder mit hohem Tonanteil. Noch länger kann es sogar dauern bei Reben die an der Mosel oder sonst wo in reinen Schiefer gepflanzt werden.

Ich hoffe, ich konnte mit dieser Antwort weiter helfen.

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Gast ...dazu gelernt

Hallo Lukas,
besten Dank für ihre ausführliche Erklärung, so kann man immer wieder was neues dazu lernen. Falls ich mal in ihre Gegend komme werde ich sie besuchen.
Grüße vom Bodensee.

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WeinReich

Toll geschrieben!
Und die Weine von Lukas sind wirklich klasse!!
Dann Ahoi und gute Fahrt!
Grüße aus dem WeinReich Rheinland-Pfalz

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Günther R.

Da hat offensichtlich noch jemand anderer mitgelesen:
http://www.merian.de/kolumnen/nachgeschenkt/a-792264.html :-)

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