08.05.10 WEINLEUTE 16 Einem Freund senden

Weinpapst: Der Captain sprach Hugh

See video

Der Captain zeigt hier kommentarlos ein dreiteiliges Interview mit Hugh Johnson, dem angesehensten Weinkritiker der Welt. Johnson ist der große alte Mann der Weinkultur. Und ein lebhafter Gegner der geplanten Moselbrücke. Im ersten Teil des Interviews spricht er über die Weinkrise, den deutschen Rotwein und über die Narretei Moselbrücke. Der zweite und dritte Teil ist unten über jeweilige Links abrufbar.

Hier die deutsche Übersetzung des Interviews (für "Broken-Inglisch-Spiiker" wie den Captain):

Hugh Johnson über die Globale Finanzkrise, Deutsche Rotweine und einen Wahnwitz im Moseltal

Captain: Was sind die Konsequenzen der Finanzkrise für die Weinwirtschaft?

Johnson: Nun, meine Freunde scheinen mehr zu trinken als vorher, vielleicht um ihre Sorgen runterzuspülen. Es ist ein ernstes Thema und Länder wie Australien haben Probleme. Und schlechte Neuigkeiten kommen aus vielen Teilen der Erde. Viele Erzeuger halten sich bedeckt, aber es wird mit Sicherheit noch Probleme geben. Man kann nur hoffen, dass es nicht die besten Betriebe trifft.

Captain: Denken Sie, dass Deutschland in absehbarer Zeit ein wichtiger Erzeuger für Rotweine werden kann?

Johnson: Deutschland profitiert offensichtlich von der Klimaerwärmung. Die deutschen Kunden wollen wirklich stolz auf ihre Rotweine sein und treiben so die Winzer an. Vor zehn Jahren war es noch nicht so einfach stolz zu sein. Heute gibt es aus den südlichen und auch aus den nördlichen Gebieten wie Rheingau und Ahr erstaunliche Weine. Wenn der Spätburgunder hier in die richtigen Lagen gepflanzt wird, gibt es sehr gute Resultate. Sie werden vermutlich keine großen Exporterfolge haben, da es keinen Mangel an Spätburgunder gibt, aber sie werden in Deutschland getrunken. Ich finde das großartig.

Captain: Ich möchte Sie zu den Protesten gegen die Moselbrücke befragen. Wieso haben die Proteste von Janice Robinson und Ihnen bis jetzt noch keine Erfolge gezeigt?

Johnson: Soweit es mich betrifft, hatte ich noch nicht viel Zeit. Ich habe erst vor etwa einem Monat davon erfahren. (Anmerkung: Dieses Interview wurde im Herbst 2009 aufgezeichnet). Ich bin hingefahren und habe eine Demonstration in den Weinbergen angeführt. Ich war sehr deprimiert, da die Anwohner den Protest vor vielen Jahren aufgegeben hatten, da sie dachten, dass sich das Thema erledigt hätte. So ging es mir damals auch. Ich habe ja bereits vor etwa 30 Jahren davon gehört. Und jetzt, mitten in der Rezession, hat die Regierung plötzlich das Geld, um Millionen für diese Brücke zu verschwenden und eine der besten Reblandschaften Deutschlands zu zerstören. Ich kann das wirklich kaum glauben, allerdings wurden in Deutschland im Weinbereich schon häufiger unsinnige Entscheidungen getroffen. Etwa das katastrophale Weingesetz von 1971, über das ich einiges weiß, da ich damals gerade meinen Weltatlas des Weines veröffentlichte. So ging ich häufiger in das Ministerium in Mainz, um den neuesten Stand zu erfahren. Und ich sagte, das kann ja wohl nur ein Witz sein. Sie können das nicht machen, so etwas Blödsinniges habe ich noch nie gehört. Etwa die Schaffung von Großlagen. Es war ein furchtbares politisches Manöver und das Endergebnis war, die deutschen Exporte für Jahrzehnte zu ruinieren. Noch heute haben sich die Exporte nicht erholt. In meinem Land waren wir Riesling-Conaisseurs und heute kann ich kaum meine Freunde überzeugen, Riesling zu trinken. All das kommt von der deutschen Regierung und ihrer aberwitzigen Entscheidung. Das ist einfach nur traurig, all diese Jahre später zuzuschauen, wie sie wieder Mist bauen und die Weinberge von Wehlen, Zeltingen, Graach und weitere schädigen und ein riesiges Viadukt über diesen wunderschönen Teil der Mittelmosel bauen.

Die zweite Folge des Interviews (über Parker, die Sorte Blaufränkisch und biodynamische Weine) jetzt auf YouTube unter:

http://www.youtube.com/watch?v=qiswf8VXk3A

Der dritte Teil (über die drei Weine für die Insel, die wichtigsten Personen der Weinwelt) unter:

http://www.youtube.com/watch?v=_Zk8x1PWyME

Hier die Übersetzungen der beiden weiteren Folgen:

Teil 2: Hugh Johnson über Parker, die Sorte Blaufränkisch und biodynamische Weine

Captain: Was denken Sie über den Einfluss wichtiger Weinkritiker auf die Weinerzeugung in den letzten 20 Jahren?

Johnson: Weinkritiker oder Kommentatoren unterstützen gute Weinerzeugung, indem sie darüber schreiben, warum etwas gut ist und wie es erzeugt wird. Und wie es schmeckt. Sie sind für die Weinwelt ebenso wichtig wie gute Weinhändler. Aber manche Kritiker, manche amerikanischen Kritiker - dass hier Robert Parker gemeint ist, dürfte jedem klar sein - haben es übertrieben. Er hat das 100-Punkte-System für Wein entwickelt, das einfach Unsinn ist. Man kann Schönheit nicht nach Prozentwerten beurteilen. Die subjektive Meinung ist lebenswichtig für den wirklichen Genuss eines Weines. Es gibt keine absolute Meinung zu Wein. Wein hat mit persönlichem Geschmack, Unterhaltung, Essen, Persönlichkeit, Freunden, dem generellen Genuss des Lebens, Zeit und den Umständen zu tun.  Vielleicht liegt es daran, dass ich ein etwas humorloser Mensch bin, aber ich sehe einfach keinen Sinn darin. Wenn jemand einen Wein im 100 oder 20 Punkte-Schema bewertet, meine ich: Sorry, aber ich kann Dir nur sagen, ob ich den Wein mag, aber ich kann ihm keine Zahl geben.

Captain: Themawechsel. Wie gefällt Ihnen die österreichische Rebsorte Blaufränkisch?

Johnson: Ich könnte ein weiteres Glas gut vertragen. Ich muss mich noch mehr vertraut machen mit Blaufränkisch. In England haben wir nicht viel davon und ich komme zu selten nach Österreich. Ich habe sehr schöne Beispiele und verschiedene Stile gesehen. Auch aus dem Barrique, die übertrieben sein können. Aber das trifft für praktisch jede Rebsorte zu. Ein ausdrucksstarker, frischer Wein voller Aroma. In diesem Fall könnte es weniger Eiche sein. Ich finde den Weins sehr gut. Wenn jemand meint, große Rotweine gibt es nur aus den weltbekannten Rebsorten wie etwa Cabernet und Merlot, so hat er sich getäuscht und sollte autochthone Rebsorten wie diese probieren.

Captain: Was sind die größten Fehler, die bei der Weinerzeugung und Auswahl von Weinbergen begangen werden, die Sie in den letzten Jahren wahrgenommen haben?

Johnson: Ich möchte niemanden verdammen, an den falschen Stellen Weinberge gepflanzt zu haben. Viele Weinberge der alten Welt sind nicht an den richtigen, idealen Stellen. So etwa in Deutschland, wo in Flachlagen gepflanzt wurde, da dort die Arbeit einfach ist. Dafür werden die guten Hanglagen aufgegeben. Ähnliches gilt für Tokaj, das ich gut kenne. Die besten Weine kommen aus den am mühsamsten zu bearbeitenden Weinbergen. Ob dieser hohe Aufwand bezahlt wird, ist immer eine schwierige Frage. In Australien sind viele Weinberge nur angelegt worden, um Steuersparmodelle zu verwirklichen, ohne dabei auf die Lage zu achten oder sich mit dem Thema auszukennen. So wurden tausende Hektar gepflanzt und jetzt kriegen sie den Wein nicht verkauft. Dafür habe ich kein Mitleid.

Captain: Denken Sie, dass biologisch-dynamischer Wein besser ist als „normaler" Wein?

Johnson: Die Weinerzeugung ist wesentlich arbeitsaufwendiger. Wenn jemand diese Mühe auf sich nimmt, biologisch-dynamisch oder überhaupt biologisch zu erzeugen, macht er alleine schon deshalb bessere Weine, da er mehr Zeit in den Weinbergen verbringt und sich intensiver mit den Reben beschäftigt. Ich würde immer die Weine von solchen Enthusiasten probieren und erwarte auch, ihn zu genießen.

Teil 3: Hugh Johnson über die drei Weine für die Insel und die wichtigsten Personen der Weinwelt

Captain: Welche drei Weine würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Johnson: Sie meinen, welchen Champagner? Und welchen Jahrgang? Champagner ist ein Wein für den Geist und die Seele. In solch einem Notfall würde ich keinen Meditationswein trinken wollen.

Captain: Welcher Weinstil hat Ihnen bis heute am meisten zugesagt?

Johnson: Ich könnte jetzt ein paar berühmte Weine wie 47er Cheval-Blanc oder Château Latour nennen. Das ist aber uninteressant, da es davon kaum noch etwas gibt. Ich mache es jetzt etwas kompliziert. Was bedeutet „der Beste"? Der beste ist immer der Wein, in den Sie sich gerade verliebt haben. Aus welchem Grund auch immer.

Captain: Wer sind die drei wichtigsten Personen der Weinwelt?

Johnson: Es gibt heutzutage einen großen Personenkult um Wein. Das scheint spannender zu sein als Weinberge und Keller. Offenbar sind Bilder von Menschen viel interessanter. Und wenn diese Person jung und gutaussehend ist, umso besser. Es gibt große Önologen, die alles geändert haben, etwa der verstorbene Emile Peynaud aus Bordeaux, der als erstes die Weinmacher in aller Welt von einem wissenschaftlichen Standpunkt auf den Weinbau schauen ließ. Heute haben die großen Önologen, wie etwa Michel Rolland oder Stéphane Derenoncourt, einen enormen Einfluss und sind Trendsetter. Nur, wenn man sehr tief in der Weinbranche ist, sieht man ihren Einfluss. Viele Leute versuchen sie zu kopieren. Dabei ist der größte Einfluss der Weinberg, sowie Bewusstsein und Ziele des Winzers, die einen großen Wein entstehen lassen. Manche Personen kriegen die ganze Aufmerksamkeit. Andere, deren Weine großes Vergnügen bereiten, dafür keine.

Captain: Wir sind hier in Eisenstadt und hinter Ihnen sieht man die Türme des Schloss Esterházy. Was denken Sie über die Esterházy-Weine?

Johnson: Ich finde es wunderbar, dass solch ein historischer Name zurück kommt, der wohl für lange Zeit nicht mehr in der Weinwelt aufgefallen ist. Hier sucht man die höchste Qualität. Das Weingut ist noch sehr jung. Das Weingut ist am Anfang seiner Entwicklung und zeigt, was mit den traditionellen Rebsorten des Burgenlandes möglich ist. Und das begeistert mich.

Der Captan dankt Schloss Esterházy für die Drehgenehmigung und die Hilfe während und nach den Dreharbeiten.

 

 

 



DruckversionPDF-VersionEinem Freund senden Share this
Kommentare 16

Kommentare

Alice (via facebook)

very interesting, indeed

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Gast

ist das zugekauftes Material? der Ton ist viel schlechter als bei den anderen Captain Filmen. und der scheff hat plötzlich englisch gelernt oder was? auf jeden Fall kommt er affig rüber der Interviewer, dämlich selbstverliebt in seine sprachkenntnisr. der bislang schlechteste Film vom Captain. zugekauft, man merkts

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Der Rote Interviewer amüsiert

Zugegeben, Herr/Frau namenlose(r) Gast,
meiner Wenigkeit, dem Roten Pfaffen, fiel es zu sich auf des Captains Zuruf in Windeseile nach dem Burgenlande einzuschiffen, mit kaum mehr als einem billigen japanischen Kinematografen im ärmlichen Ränzel. Mehr kann sich ein armer Pfaff nicht leisten, heutzutage, wo so viele Lämmlein der Kirche den Rücken kehren und die Klingelbeutel oftmals leer bleiben. Auch den Schiffspfarreien, wie der unsrigen, sind leider nur geringe Mittel zugänglich. Die dem asiatischen bildaufzeichnendem Apparate zugehörige Wachswalze zeichnete also die unbarmherzigen pannonischen Windgeräusche auf, während Herr Johnson sprach, mehr als Ihrem wagemutigen Seelsorger lieb war. Nichtsdestotrotz ist auf diese und keine andere Weise ein Dokument entstanden, das Seinesgleichen sucht. All die anderen Berichterstatter, die über wesentlich tauglichere Ausrüstungen und auch über vorzügliches Wachswalzen-Bedienungspersonal verfügen, weil deren Brötchengeber über wesentlich besser gefüllte Geldbeutel verfügen als mein Captain, bzw. sein Bordprediger, haben Herrn Johnson NICHT diese (durch Letztgenannten in bußvoller Schweißesarbeit ins Englische Idiom übersetzte) interessante Fragen gestellt und NICHT diese erhellenden Antworten erhalten. Manchmal ist der Inhalt wichtiger als die Form. Und daß Sie mich, was meine Redensweise betrifft, mit anderen Primaten vergleichen, stört mich gar nicht, im Gegenteil: Der Herr (oder wer auch immer unseren blauen Planeten erschaffen haben mag) hat in seiner unendlichen Weisheit die Affen mit größeren und wundervolleren Denkapparaten ausgestattet, als so manche unkende Kröte.
Gesegneten Tag noch!

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
5Terre

eine sehr vertraute Stimme, war schon als Kind sprachlich begabt ... der Captain gibt sicher keinen 10er für einen Zukauf aus. Weiter so.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
10er neugierig

Wie geht's denn so, Signora/Signore 5Terre?
Wir kennen einander offensichtlich aus Schulbankdrückerzeiten?
Jetzt bin ich aber neugierig.
Danke auch für die schönen Worte und die Ermutigung.

Mit der Bitte um Antwort
an zehner@aon.at
und besten Grüßen,

Oliver Zehner

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
gottfried

Wo er recht hat hat er recht der Hugh: zu viele schlechte Weingärten wurden in den letzten Jahren gepflanzt: Beispiel Burgenland - also Lagennamen zb mit dem Kürzel Acker oder Äcker waren nie Weingärten. Dort gehören sie auch nicht hin. Mit ein Grund wieso der Rotwein im Fass aus dem Bgld 50c kostet. Wenigstens ein paar c mehr als in Deutschland.
DAC ist gesetzlich verankert. Und verwirrt eigentlich nur die Leute, die so wie er sagt einfach guten Wein trinken wollen ohne komplizierte Bezeichnungen. Und der Bio(dynamische) Winzer hat mehr Bezug zu seinem Grund und Boden und das ist der "Key"

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
rebenfreund sonnig

ein sehr geerdeter gent, echt ! diplomat, spürnase und schlechtes gewissen der weinwelt in einem. sollten sich möglichst viele anschauen. solch ehrlich-offenen weitblick bringen nur (sehr) wenige über die lippen. chapeau.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Thomas N. Burg (via facebook)

empfehle teil 2

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Thomas Schwarz (via facebook)

...hab ich schon - ein sir.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Stephanie Tscheppe Eselböck (via facebook)

find ich toll!!

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Gottfried Lamprecht (via facebook)

wie ein politiker und sehr diplomatisch: keine direkte aussage zu den esterhazy weinen :-)

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Bernhard Fiedler kopfschüttelnd

@Gottfried

Die Weinwelt ist ja so einfach. Ein paar "falsche" Buchstaben im Lagennamen, ein paar hundert Jahre Weinbaugeschichte schnell weggewischt, dann ist per Ferndiagnose alles glasklar.

Bei dieser Argumentationsweise darf die Biodynamik natürlich nicht fehlen.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Erster Offizier

Wir am Schiff wollen wissen, was uns der Künstler damit wohl sagen will.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Bernhard Fiedler

Wenn man über Entwicklungen in der Weinbranche reden möchte, kann man das entweder tun, in dem man (wie Hugh Johnson) in aller Kürze ein paar Schlagworte einbringt ohne wirklich konkret zu werden, weil z. B. Zeit und Platz nicht für mehr reichen.

Oder man kann versuchen, wie gelegentlich der Captain in seinen Essays längere Argumentationsketten aufzubauen, um von den Schlagworten auf konkrete Dinge zu schließen.

Problematisch wird es für mich dann, wenn man komplexe Sachverhalte in wenigen Zeilen in konkrete Aussagen ummünzt, die zwar plakativ und eingängig, in aller Regel aber falsch sind.

So stimmt es z.B. nicht, dass "in den letzten Jahren" zu viele schlechte Weingärten gepflanzt wurden (was Johnson so eindeutig auch nicht gesagt hat). Sieht man sich die Flächenentwicklung an, so wurden im genannten Burgenland in den letzten Jahrzehnten (!) in der Regel schlechte Lagen die in den 60ern und 70ern bepflanzt wurden aufgegeben. (BTW: Wenn irgendwo in Österreich in den letzten Jahren neue Lagen bepflanzt wurden, dann in der Steiermark.)

Des weiteren mag es zwar ein Indiz dafür sein, dass Riedenbezeichnungen die das Wort "Acker" in sich tragen vor mehreren Hundert Jahren keine oder nicht durchgängig genützte Weinrieden waren, ich kenne aber etliche solcher Lagen, die es zumindest seit Hundert Jahren durchgängig sind. Dass sie es vorher nicht waren, liegt in diesen Fällen weniger an den Lagen, sondern am damals aufgrund anderer Betriebs- und Marktstrukturen üblichen Fruchtwechsel in den normalerweise gemischt landwirtschaftlichen (und nicht rein auf Weinbau ausgerichteten) Betrieben.

Davon abgesehen sagt die Historie einer Lage deutlich weniger über ihre Qualität aus, als Klima, Hangneigung, Boden etc. Diese aber wiederum können sich ändern bzw. verändert werden, und damit einen Wandel ihrer Wertigkeit erfahren. (Manche alte gute Lage hätte z.B. ohne Bewässerung und mit den heute gängigen Sorten-Unterlagenkombinationen und dem heute bevorzugten Weinstil längst ihre Rolle eingebüßt.)

Von diesem komplexen Thema wiederum einen (zwar nicht monokausalen, aber doch sehr einseitigen) Zusammenhang mit dem wesentlich komplexeren Thema Traubenpreis herzustellen paßt zwar manchen gut ins Bild. negiert aber die Auspflanzstrategien der letzten Jahre (die wiederum überhaupt nichts mit den Lagen zu tun haben), negiert den welt- und österreichweit in der zwischenzeit zu Ende gegangenen Rotweinboom, negiert die Tatsache, dass auf diesen Preis auch ganz massiv die Produzentenstruktur auswirkungen hat (auslaufende Kleinbetriebe, oft zwar mit guten Lagen aber ohne Zugang zum Markt, Winzergenossenschaften,...), negiert, dass für den Gesamterfolg des Weinlandes Österreich auch dieser Markt wichtig ist, weil er verhindert, dass der heimische Wein im LEH kaum stattfindet und das Image "teuer" umgehängt bekommt, etc. pp.

Anmerkungen zum DAC spare ich mir, und mein Verweis auf die Biodynamie soll lediglich andeuten, dass gerade auch der Bioweinbau (den ich sehr schätze) von manchen gerne mit der von mir kritisierten Nichtargumentation unter die Leute gebracht wird.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Erster Offizier

Der Captain meint, dass das Angebot als Gastautor immer noch steht.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Gast mapwatches.com

In case you acquire watches on the internet then you definitely will probably be far more benefited than getting from offline marketplaces simply because a major on-line retailer doesn"t charge for any rent or other standard cost cap sleeve v-neck alluring a line swiss replica watches with busty , so, you need to pay only for that low cost watches. knee length disney inspired belle cap sleeve v-neck aline princess swiss rolex replica with busty for short plus size women Custom made silk length sleeve v-neck petite casual mermaid replica watches for men with green In the event you compare two or 3 sites then you definitely can discover one particular that distribute coupon codes for watches that perform with these on the web retail internet sites. The approach of purchasing discount watches on Internet is quite effortless, convenient and saves plenty of your time and effort.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  

Kommentar hinzufügen


Neuen Kommentar schreiben
Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Sicherheitsabfrage
Matrose, beantworten Sie bitte die unten stehende Frage. Ihre korrekte Antwort behindert automatische Störporgramme gegen das Schiff.
Bild-CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
* = Pflichtfeld