02.01.12 WEINE 10 Einem Freund senden

Wein des Jahres 2011: Ein Chardonnay.

Da isser: der Wein des Jahres 2011 (Foto:Wageck-Paffmann)Da isser: der Wein des Jahres 2011 (Foto:Wageck-Paffmann)

Wieder eine Wahl, doch etwas zu spät, weil der Captain sich zu Silvester die Birne wegschrauben musste. Die Wahl zum Wein des Jahres. Da gibt es tausende Weine, die dafür in Frage kommen, viele hunderte davon aus Deutschland. Und es ist auch ein deutscher Wein geworden, weil es ein einfacher, aber außergewöhnlicher Wein ist. Ein Chardonnay. Der Chardonnay 2009 Goldberg vom Weingut Wageck-Pfaffmann aus Bissersheim in der Pfalz.

Der Chardonnay Goldberg der Brüder Frank und Thomas Pfaffmann ist in deren eigener Kategorie mit drei Sternen gekennzeichnet, die höchste Stufe der internen Bewertung. Drei Sterne: Das bedeutet, dass dieser Chardonnay ein Lagenwein ist, der aus mittelalten und sehr alten Reben gewonnen wird. Am Goldberg steht ein Klongemisch auf kalkhaltigen Tonmergel und Kalksteinfels. Nach der Handlese erfolgt die Gärung im neuen Barriquefass. Bis zur Füllung steht er auf der Feinhefe, eine klassisch burgundisch-kalifornische Ausbaumethode.

Nichts Besonderes. Und trotzdem groß.

Das alles ist nichts Besonderes, nichts, was eine unbedingte Einzelstellung zeichnet. Und man muss sich fragen, warum dieser Chardonnay der Wein des Jahres beim Captain wurde? Was ist die Begründung für diese Entscheidung?

Was muss ein Wein des Jahres können? Soll er der beste Wein des Jahres sein? Da gäbe es in Deutschland zwanzig, dreißig Kandidaten, die jeder weiß, die jeder kennt. Nur werden diese sowieso und völlig zu Recht immer am Podest stehen. Inzwischen zahlt man auch viel Geld für diese Weine. Kein Grund also sie hier, am Schiff, auf eine weitere Position zu hieven.

Er muss ein Alleskönner sein

Ein Wein des Jahres muss beim Captain eher ein Alleskönner sein: einer, der jede Gelegenheit wahrnimmt; ein Wein, den man überallhin mitbringen kann. Und der erschwinglich sein sollte. Dieser Chardonnay ist genau so ein Wein. Und er ist vor allem eines: elegant und lecker.

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Kommentare 10

Kommentare

Gerald Angerer (via Facebook)

mein wein der letzten woche des letzten jahres: ein 2006 Chardonnay Argentinio. etwas vergilbt, etwas höhlig, leichter muff, aber trinkbar. guter zürcher löschwein. kein kopf.

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ChezMatze

Nichts gegen den Wein. Gar nichts. Ein schöner Wein, und auch genauso treffend beschrieben, das könnte ich alles unterschreiben. Aber "Wein des Jahres 2011"? Mit der Begründung "gefällt jedem, passt zu allem"...? Also kein emotionales Feuer, kein Aha-Erlebnis, sondern ein pragmatisches, mir fast strategisch vorkommendes Urteil. Interessant. Muss ich noch mal darüber nachdenken, was der Captain damit ausdrücken möchte.

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Marc Herold (via Facebook)

ein bisserl spektakulärer könnte die Auswahl schon sein...

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Charlie

Ich nehme an es ist dieser Goldberg: http://www.weinlagen-info.de/#lage_id=818

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Gast ...gut

Hallo ! Genau die Lage ist es. :-) Bissersheimer Goldberg

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armin erfreut

mich freut es für die sorte.
nachdem sie lange nicht mehr gesellschaftsfähig war (häufig gerade von jenen als globalisierter allerweltswein abgelehnt, welche sie früher™ als besonders chic ansahen) erfreut sie sich wieder einer gewissen wertschätzung in der welt der wahren connaisseure.
eine sorte hat nie den verdienst oder die schuld, es kommt immer drauf an, was man damit macht.

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der admiral

der Kapitan hat mal wieder Recht -
ein schöner Wein

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hermann5057 ein wenig befremdet....

ein Wein des Jahres, gibt es das wirklich?

Wenn dann nur für jeden Weintrinker individuell.
Haben wir nicht alle einen eigenen Geschmack,
sonst würden doch alle Männer der gleichen Frau
hinterherlaufen (oder umgekehrt).

Der einzige Weinverkoster, der für mich verantwortlich
ist, bin ich selbst.
Mir muß der Wein schmecken und vor allem muß ich
ihn auch bezahlen. Was interessieren hierbei irgendwelches
Lametta oder noch so viele Parkerpunkte.
Das ist doch alles subjektiv.

In vielen Weinwettbewerben gewinnen die Weine,
wo der Winzer die Verkoster ordentlich "eingeseift" hat.

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Gast ...gut gelaunt

Hier ist ein ganz gravierender Fehler im Text: Es wird NIEMALS ein "Erstes Gewächs" unter einem "Grossen Gewächs" geben. Der Begriff "Erstes Gewächs" ist gesetzlich geregelt und das auch nur in Hessen

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Dirk peinlich

Falsche stelle für den Kommentar...sorry!

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