17.01.12 WEINE 14 Einem Freund senden

2011: Fang an mit Federspiel

♫ Da draußen in deeeer Wachauuuuuuuuu..... ♫ (ÖWM / Herbert Lehmann)♫ Da draußen in deeeer Wachauuuuuuuuu..... ♫ (ÖWM / Herbert Lehmann)

Neues Jahr, neues Glück. Letztes Jahr hätte man neues Pech sagen können, denn das Weinjahr 2010 war kein gutes Weinjahr. Das darf man freilich nicht sagen, denn im Gegensatz zu früher, gibt es - im ökonomisch verpflichteten Neusprech - keine schlechten Weinjahre mehr. Diese heißen jetzt: „interessante" oder „gastronomische" Weinjahre, sie liefern „spritzige und schnell zu trinkende Weine."2010 war so ein Jahr. In Deutschland, in Österreich, in Teilen von Frankreich (ausgenommen Bordeaux, Rhone und dem Süden) und in vielen anderen Weinregionen der Welt. Doch keine Bange: auch diese Weine werden ausgetrunken. Sind ja keine anderen da.

Neues Jahr, neues Glück. Und man kann von Glück reden, dass man schon jetzt einige 2011er Weine kosten kann, die einen Ausblick auf das gerade vergangene Weinjahr ermöglichen. Die Winzer der wohl prominentesten österreichischen Weinregion Wachau füllen ihre Federspielweine (vergleichbar mit den deutschen Kabinettweinen) schon sehr früh ab und bringen sie bereits Anfang des Folgejahres in den Handel.

Kommt Wein zu früh in den Handel?

Man kann diese Praxis auch kritisieren, denn selbstredend sind diese Weine zu jung, um jetzt schon getrunken zu werden. Dass dies aber trotzdem geschieht, ist auch dem Verlangen der Konsumenten geschuldet, die irrtümlich glauben, junger und relativ leichter Weißwein müsse sofort aufgebraucht werden.

Trotz ihrer Jugend habe ich zwei Federspielweine geöffnet, kurz dekantiert und getrunken. Denn man kann aus ihnen viel herauslesen, sie geben einen Ausblick auf die teuren, alkoholreichen und zum langen Lagern vorgesehenen Prestigeweine, die Smaragd-Veltliner und Smaragd-Rieslinge der Wachau.

Zuerst trinke ich den Grünen Veltliner Federspiel Rotes Tor, ein extrem populärer Wein des prominenten österreichischen Winzers Franz Hirtzberger. Und gleich vorweg: Was für ein Unterscheid zum Weinjahr 2010! Der 2011er hat deutlich mehr Volumen, zeigt eine sehr präsente Frucht, duftet nach Aprikosen, Grapefruit und etwas Himbeere. Die für den Veltliner typische Pfeffernote zeigt sich noch verhalten, wird sich aber mit den Monaten in den Vordergrund drängen.

Das Rote Tor zeigt sich prächtig

Dazu kommen noch die augenblicklich fordernde Mineralität und der lange Nachhall in Mund und Gaumen. Für einen der simpel gestrickten Weine dieses Weinguts macht das Rote Tor viel her. Und er lässt sich einige Jahre weglegen. Die ideale Trinkreife erreicht dieser Veltliner erst 2014. Doch da werden die meisten Flaschen schon ausgetrunken sein.

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Kommentare 14

Kommentare

Richard Wolny (via Facebook)

gar nicht so leicht!

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Wolfgang Jung (via Facebook)

der sensible Teil des Weinforums liest hier hoffentlich nicht mit

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Der Captain (von auswärts)

Nee. Meine Lieblinge schreiben hier drin..http://www.dasweinforum.de/viewtopic.php?t=1493&p=31605

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SinZin

es stimmt mich bedenklich das im zeichen der qualität die zeit keinerlei rolle mehr spielt. den rotes tor federspiel gibt es seit anfang dezember zu kaufen, stellt sich somit für mich eher als junker derivat zur schau und hat mit dem hoch gepriesenen superqualitätsdenken der wachau nichts mehr zu tun. hier sind die steirer ausnahmsweise mal vorbild, die in ihrem steirischen klassik gedanken einen verkauf erst ab 1. märz freigeben!! hut ab vor diesen winzern.

eine kurze frage stellt sich noch - ist die auftretende üppigkeit der leichteren weine (wie federspiel als beispiel im artikel genannt) ein zeichen von höherer reife oder fehlender/extrem niedriger säure durch trockenstress der weingärten???? wenn es denn höhere reife ist dann gratuliere ich und ziehe meinen hut. meine bisherigen fassproben beziehen sich im grundtenor auf einen sehr geringen säuregehalt, der von den verkosteten winzern einhellig und unabhängig voneinander genannt wird. und dieser querschnitt bezieht sich von der wachau bis ins weinviertel durch mehrere weinbaugebiete.

und ja, es waren schon einige sehr gute weine dabei, wie jedes jahr. denn es liegt alleine am winzer was er daraus macht und wie er mit dem jeweiligen jahrgangsgegebenheiten zurechtkommt. ein leben mit der natur, sehr simpel. dieser artikel ist besonders schlecht und sehr einseitig, ich vermisse die vielschichtigkeit die eben auch verschiedene weine an den tag legen. aber anscheinend ist die alte holzhammermethode die beste, fest drauf und nix überlassen was hochkommen könnte.

zu lang als kommentar und eigentlich völlig wertlos, das letzte wort (den letzten schluck) hat immer der konsument & geniesser, journaillen hin oder her!

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Der Captain

Die Säure ist sicher "das" Problem des Jahres 2011. Aber alles, was ich getrunken habe, war spannend genug..

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SinZin

jetzt noch!! deshalb auch bei vielen die frühe füllung. alles verständlich. aber gleich in den himmel loben, nein, dafür ist es zu früh. oder eventuell verteufeln, auch zu früh. bekömmlich sind sie ja, sehr offensichtlich stellen sie sich zur schau. aber deswegen den jahrgang sofort als groß oder um lichtjahre besser als 2010 aufzubauen, nein.

beim rotwein wäre ich anderer meinung, falls das zählt.

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Der Captain

Sorry: 2011 übertrifft 2010 um Lichtjahre. Gerade bei den Fedespielen ist das deutlich merkbar. Und wir reden ja nicht über Ausnahmewinzer und Ausnahmeweine..

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charlie

Ried Klaus wäre da:
http://www.weinlagen-info.de/#lage_id=2013
aber über dem Roten Tor hat google maps immer noch die Wolke hängen. Wenn die wüssten wie wichtig die Wachau ist ...
Trotzdem ein Versuch durch die Wolken http://www.weinlagen-info.de/#lage_id=2832

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Maat Golenia Bingo!

Ahoi Charlie,

ja, das ist bei GMaps schon seit Jahren so bei Spitz. Deshalb gehe ich dort immer auf BingMaps. Ist besser die Auflösung dort. Und ohne Wolken.

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charlie

Klar, nur gibt es bei BingMaps keine Lagen. Ich hoffe ja sehr, dass GoogleMaps das bald ändert, denn die Wachau liegt mir am Herzen (und zerrt am Beutel)

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Zechmeister

Also bei Riesling bin ich einverstanden, bei G.V. ist 10 um Längen besser.

Es wundert mich, dass der Captain den Sauvignon Blanc / Aromahefeton beim Roten Tor nicht beanstandet. Wahrscheinlich gibt es manche Winzer die in die Flasche scheißen könnten und trotzdem gäbe es Journalisten von denen sie gefeiert werden würden.

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Gast ...begeistert

guter kommentar, zechmeister!!!

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SinZin

mir gehts nicht um irgendwelche aromen in weinen, mir gehts darum das jemand nach 10 weinen schon sagen kann das dieser jahrgang superb ist und viel besser als der vorgängerjahrgang. diese kristallkugel hätt ich auch gerne.

das hat alles nix zu tun mit qualitativ hochwertiger berichterstattung, das ist nicht einmal schlechtes hörensagen. grauenhaft, berichte dieser art gehören verboten. tut mir leid, am 17. januar zu sagen das der gerade mal abgelaufene jahrgang toll ist und besser als vieles vorher ist humbug. mehr nicht. nicht ernst zu nehmen, durch nix zu untermauern, einfach nur hinausposaunt. hoffentlich ist die bezahlung dafür wenigstens gut.

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Blattgold

Völlig richtig. Das Problem ist auch, dass durch diese undifferenzierten und auch ein wenig großmäuligen Pauschalurteile völlig die Glaubwürdigkeit verloren geht. Diese plumpe Nummer fällt besonders negativ auf und entpuppt sich als nicht viel mehr als heiße Luft, wenn man daneben die immer besser werdenden Artikel von Maaten wie Balceriowak und Golenia liest.

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