Die guten Vorsätze sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Eigentlich war mein Plan für 2012 noch mehr querbeet zu trinken. Ausgelatschte und langweilige Weinwege zu verlassen. Nicht immer nur Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland. Den Fokus neu justieren. Und jetzt das. Wieder ein Roter aus Norditalien, noch dazu aus Südtirol. Braucht man das im neuen Jahr? Brauche ich das?
Noch habe ich die letzten Gesprächsfetzen von Verkostungen mit Weinfreunden wie Tinnitus im Ohr, wenn es um Südtiroler Weine ging. Der Tenor ist einfach wiederzugeben. Entweder banale Touriplörre oder nett, aber zu international und teuer. Auch gute Genossenschaften, dazu Lageder oder auch Walch, die was können. Tja, es gibt da deutlich spannendere Weinregionen, die es zu entdecken gilt. Und aus dieser muffigigen Ecke kommt auch noch mein Wein für heute, eine blasierte Cuvée aus Bordelaiser Rebsorten, 80 % Merlot, 20 % Cabernet Sauvignon.
Bundesdeutsche Muttis mit Discounterbrot
Normalerweise ist die Fahrt auf der Brennerautobahn zwischen schwankenden Wohnwagen und aufpolierten Abwrackprämienautos ein reiner Albtraum, der einen die schöne Landschaft vergessen lässt. Bundesdeutsche Muttis eskortieren das unverzichtbare Discounterbrot auf dem Schoss ins exotische Ausland, man weiß ja nie, was dort auf einen zukommt. Auch wenn in Südtirol Deutsch gesprochen wird. Oft genug habe ich diese Zustände erleben dürfen.
Noch öfter habe ich daheim im Einzelhandel Schwärmereien erdulden müssen. Uniform in Rentner-Beige gekleidet, Partnerlook. Der Mann spricht, er ist schließlich selbstgefühlter Weinkenner und Kellermeister. "Von denen da unten können sich viele bei uns noch eine Scheibe abschneiden!" Da wippt die Herrenhandtasche aber vor Erregung am Handgelenk.
Doch Obacht! Links und rechts warten Überraschungen. Wie in diesem Fall. Peter Dipoli hat das gleichnamige Weingut 1987 gegründet und durch Zukauf oder auch Pacht Stück für Stück erweitert. So gelangte auch ein "Iugum" genannter Weinberg (Gemeinde Margreid) in seinen Besitz. Unter "Iugum" verstand man das Joch, das Ochsen bei der Weinbergsarbeit künstlich zusammenschweißte. Aber auch ein Stützgerüst für Reben wurde so bezeichnet. 1995 wurde hier Wein zum ersten Mal erzeugt, bis heute gilt dieser Jahrgang als einer der Besten, wenn nicht sogar der Beste. Eleganz und perfekte Reife zeichnen ihn aus.
Dipoli - ein Mann bringt Schwung in die Region
Dipoli, ein kritischer und wacher Geist, sorgt für viel Schwung in seiner Region. So hat er neben der Weingutgründung auch mit Weinvertrieb begonnen. Bei der Vereinigung freier Weinbauern hat er auch über Südtirols Grenzen hinaus federführend mitgewirkt. Alle waren sehr gespannt, wie ihm sein eigener Wein gelingen und ob dieser seinen hohen Ansprüchen genügen würde. Denn als Weinkritiker nimmt er selten ein Blatt vor den Mund.
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Brennerautobahn runterfahren und schon sieht man solche Bilder. 





genau - grßes Zalto Glas dann klappts auch mit dem Wein