18.01.12 UNTER-10-EURO 6 Einem Freund senden

Sparzwang: Kochen wie damals in der WG

Der Klassiker. Nicht nur in unzähligen WGs. (Foto: Gourmecana / Fotolia)Der Klassiker. Nicht nur in unzähligen WGs. (Foto: Gourmecana / Fotolia)

Der Lotse muss sparen. Die spärliche Heuer des Zahlmeisters ist längst „uff'n Kopp jekloppt", wie der Berliner sagt. Und von einem AAA-Ranking nebst entsprechenden Billig-Krediten kann unsereins nur träumen, auch wenn er keine Schulden hat. Anders als der aktuelle Bundespräsident, habe ich auch keine guten Freunde, die mir mal eben 'ne halbe Million leihen, oder mich in ihren noblen Feriendomizilen aushalten Die ungeheuren Fress-und Saufgelage der letzten Dezembertage haben jedenfalls gigantische Löcher in das Budget gerissen, die vergleichbaren Eskapaden erst einmal enge Grenzen setzen.

„Was tun" fragte sich schon der Genosse W.I.Lenin. Im vorliegenden Fall ist die Lösung einfach: Weniger Geld ausgeben. Dies sollte allerdings nicht mit allzu großen Einbußen beim Genuss verbunden sein. Es lohnt ein Blick in die längst vergangene eigene Jugend, die als „Pasta und Rotwein-Epoche" in meine persönlichen Annalen eingegangen ist. Es müssen ja nicht unbedingt die berüchtigten Billigspaghetti mit Tütensoße nebst den, in unserer WG seinerzeit unvermeidlichen, Lambrusco-Gallonen oder Chianti-Korbflaschen sein.

Mangold, ein unterschätztes Gemüse 

Und siehe da: in der Kammer finden sich tatsächlich noch ein paar anständige Penne rigate. Mit Knoblauch, Olivenöl und Parmigiano sollte man ohnehin immer bevorratet sein, und so reduzieren sich die Ausgaben für eine anständige Mahlzeit auf den Erwerb eines Stückes italienischen Bauchspecks und einiger Mangoldblätter. Bei letzterem handelt es sich um ein glücklicherweise stark unterschätztes und entsprechend preiswertes Gemüse.

Fehlt nur noch der passende Wein. Wer jetzt finanziell aus den Vollen schöpfen kann, hat natürlich nahezu unbegrenzte Auswahl. Doch diesmal schreibt Schmalhans auch die Getränkekarte. Das Essen geht eindeutig in Richtung salzig, bitter und Umami. Zu prägnante Säure geht also gar nicht, und auch Gerbstoffe und Holz sollten sich dezent im Hintergrund halten.

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Kommentare 6

Kommentare

jeffjass entsahnt

theoretisch ne sehr gute idee, aber beim nächsten mal bitte ohne creme fraiche und ohne sahne.

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lotse balcerowiak ...auch sahnekritisch

Meistens verzichte ich beim Kochen ebenfalls auf Sahne. Aber in diesem Fall erscheint es mir doch angemessen, die geballte Salz-Bitter-Ladung von Mangold, Speck und Parmesan ein wenig zu puffern. Aber natürlich ginge es auch ohne.

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Hedonist widerspenstig...

Ach wären das Zeiten wenn wieder große Dichter texteten:
"In Erwägung, dass wir durstig bleiben, wenn wir dulden, dass ihr uns bestehlt, wollen wir mal feststellen, daß nur Fensterscheiben uns trennen vom guten Weine, der uns fehlt."
Naja, lassen wir uns weiter vermerkeln, unseren Lohn stehlen, Eigner, Topmanager und Bankster mästen. Proletarier und Mittelschichtler aller Länder, an jetzt gibts SPARghetti!

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Commander Scottch ...Kohldampf

Zum Glück ist in Bälde auch wieder SPARgelzeit!

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Liberaler

Warum muss der Verfasser hier wieder einen seinen Säulenheiligen anrufen - nicht "Genosse", sondern Diktator Lenin? Er kann's nicht lassen.
Die Primitivhetze von "Hedonist" passt zu diesem Niveau.

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Felix Eschenauer

Vermutlich kennt Kollege Balcerowiak das Buch, aber allen anderen sei in diesem Zusammenhang der Erwerb dringend anempfohlen: Peter Fischer, "Schlaraffenland nimms in die Hand. Kochbuch für Gesellschaften, Kollektive und andere Menschenversammlungen sowie isolierte Fresser." Erschienen bei Wagenbach (wo sonst?!), Berlin 1981.

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