22.12.11 WEINE 7 Einem Freund senden

Champagner: Das Glas-Perlen-Spiel (2)

Boum! Zur Info: da stecken mehr als 3 Bar Druck dahinter.Boum! Zur Info: da stecken mehr als 3 Bar Druck dahinter.

Die Fortsetzung von gestern: Schaumweine 6 bis 10. Bitteschön.
 
6.) Champagner Cattier Premier Cru Brut

Cattier ist ein altes Familienhaus in der Champagne, das vor einigen Jahren auf die Idee kam, einen überkandidelten Prestigechampagner namens Armand de Brignac auf den Markt zu werfen. Dieser Champagner ist der teuerste der Welt. Und er ist ein Blöff, eine Obszönität. Umso erstaunlicher, dass der einfache Champagner des Hauses wirklich lecker schmeckt. Und noch dazu günstig ist. Ein sehr weiniger, sehr cremiger Schaumwein aus Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay, der nach reifen Zitronen riecht, nach Orangen und im Abgang seltsamerweise auch nach Pflaume schmeckt. Einfach wunderbar einfach.

7.) Champagner Esterlin Seléction Brut

Kein kleines Haus, kein großes Haus. Aber ein modernes Haus. Der Esterlin Brut ist ein wunderbar gerader, klassischer Champagner aus Chardonnay, Pinot Meunier (je 40%) und Pinot Noir. Das Besondere ist die Kombination der beiden bestimmenden Trauben. Chardonnay ist ja nicht außergewöhnlich, aber dass der Pinot Meunier (in Deutschland als Schwarzriesling bekannt) hier zum Hauptdarsteller wird, macht wundern. Das bringt dem Wein zwar eine größere Komplexität und auch mehr Kraft, hält aber offenbar die Cremigkeit gering. Die Zitrusnoten werden von duftigen Kräutertönen begleitet. Einfacher, großer Stoff. Absurderweise nur über Österreich zu bestellen. Und noch dazu sehr günstig.

8.) Champagner Bollinger Special Cuvée Brut

Ein Klassiker? Der Klassiker! Und ein sehr renommiertes Haus mit langer Tradition. Die Vorzüge des Bollinger kann man in einem Satz zusammenfassen: Er ist der „weinigste" aller Champagner. Bei Bollinger steht eindeutig der Grundwein (60% Pinot Noir) im Vordergrund, er besticht schon in der Nase: Biskuit, etwas Champignon, Vanille, Limone, ja sogar Kamille und Rosenwasser kann man riechen. Im Mund dann eine extreme Cremigkeit, danach ein sauberer, auch angenehm unaufgeregter Abgang. Dieser Champagner sollte nicht als Aperitif, sondern nur zum Essen getrunken werden. Er hat es verdient.

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Kommentare 7

Kommentare

Boris Maskow (via Facebook)

„besser als gestern aber richtige hingucker sind nicht dabei. und krug 98 kam nicht letztes jahr in die flasche sondern wurde da erst degorgiert. “

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Der Captain

Sorry, ich kann nur sagen, was Krug mir sagt. Wenn Ihr Insiderwissen größer ist, als jenes der Krug-Pressestelle, so sollte man diese darauf aufmerksam machen.

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boris maskow

meist vergebliche liebesmüh, das mit den pr-menschen. ich verrate übrigens kein geschütztes insiderwissen, wenn ich hier sage, dass champagner die gesamte zweite alkoholische gärung in der flasche durchläuft, in der er später in den handel kommt. man sagt auch méthode champenoise dazu.

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Pierbattista Tognini richtig!

Ja genau, sie sagen es. In die Flasche für die zweite Gärung kam er, denke ich, so ungefähr im Jahre 2001, nachdem die Grundweine aus dem Jahre 1998 einige Monate in gebrauchten Barrique verbrachten. Und darin auch die erste Gährung gemacht haben. Es ist nichts Besonderes daran, hinterher den Wein so gegen 10 Jahre in der Flasche gären und reifen zu lassen. Und dann, wie schon richtig erwähnt, wird er degorgiert, aufgefüllt und in den Handel gebracht.

Noch zwei Champagner zum Niederknien...

Minéral von Agrapart et Fils
Rose de Jeanne von Cédric Bouchard

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Der Captain (auswärts)

Krug sagt, der Wein wurde letztes Jahr in der Flasche finanlisiert. Die Methode muss man nicht erklären. Der Ausdruck war schlampig.

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boris maskow d'accord

ist recht.

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charlie

ich würde dem Autor raten oder bitten, das im Text zu ändern, sonst wird falsches weitergetragen und ich muss mir irgendwann anhören, er hätte das schwarz auf weiss gelesen und der Autor sei doch ein Profi, ausgewiesen durch Welten und Zeiten. Einfach "in die Flasche gebrachte" mit "degorgierte" ersetzen. Vielleicht noch ein Link drauf http://de.wikipedia.org/wiki/Degorgieren

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