21.08.12 WEINE 11 Einem Freund senden

Riesling: kleine Gäns ganz groß

Mutter Mosel: wo der feine Riesling herkommt...Mutter Mosel: wo der feine Riesling herkommt...

Es ist früher Morgen am Schiff und noch hat keiner geschlafen. Die meisten sind sowieso ausgegangen und trinken noch irgendwo am Landwehrkanal ein kleines Glas großen Weins. Der Erste hingegen ist in einen Club abgerauscht, in den der Captain nicht mehr reinkommt, weil er für die Türsteher wie ein geiler Greis wirkt. Ist ja auch nicht so unrichtig.

Also sitzt der Captain alleine am Kombüsentisch und leert das letzte Chianti-Glas aus der Riedl-Serie. Im Glas ist ein alter Riesling. Aber dazu muss der Captain ausholen.

Es ist ein Riesling vom Lubentiushof. Aus der Lage Gäns. Und aus dem Jahr 2005. Die Spätlese. Mit wenig Restsüße. Also ein alter Riesling, der jetzt gut reif sein sollte. Der Captain hat die letzten Tage über sehr viele 2010er Rieslinge getrunken und muss ehrlich sagen, dass er das Arschjahr 2010 ein klein wenig zurücknehmen muss. Was jetzt noch von 2010 da ist, ist oft richtig gut. Das schlechte Zeug ist ausgetrunken.

Schluß mit Gesang...

Der Lubentiushof gehört Andras Barth. Das Gebäude heißt nach dem Ortsheiligen von Niederfell an der Terrassenmosel. Barth hat das Gut 1994 mit einem Darlehen vom Vater gekauft (so zumindest glaubt sich der Captain zu erinnern). Damals war Barth Jurastudent und Sänger. Klassische Musik.

Barth, heute 44, hat das Singen aufgegeben, weil er von der Musik emotional ungeheuer berührt wurde. Über alle Maßen. Er konnte nicht mehr weitersingen und musste die Idee der Musik als Beruf aufgeben. So kam er zum Wein. Gut für uns.

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Kommentare 11

Kommentare

master at arms schmelzend

Schöner Artikel. Viele 2005er werden jetzt erst langsam ausbalanciert. (Und "alt" ist ein siebenjähriger Riesling sowieso nicht. Höchstens etwas gereift.)

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Philip ... begeistert

Den Wein hatte ich erst vor wenigen Tagen in Trier in der Weinhandlung Minarski getrunken und kann das Urteil des Captains vollumfänglich bestätigen! Ein fantastischer Wein zu einem lächerlichen Preis.

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charlie
Leipzig-Wein

Kleine Fußnote: dass der besprochene Wein sehr gut ist, glaube ich gerne. Nur - nachdem ich mehrere Barth-Jahrgänge mit Genuss getrunken habe, stelle ich ab 2009 eine Tendenz zu runderen, vollmundigeren. säureärmeren Kraftprotz-Weinen fest, die eine offensichtlich Kohärenz zu den Othegraven-Produkten darstellt. Solche Weine mögen dem mainstream entsprechen und umsatzoptimierende Wirkung haben - ich habe daraufhin von weiteren Informationen seitens des Weingutes Abstand genommen und orientiere mich anderwärts. Möge Herr Barth seine Story sonstwo verkaufen und Herrn Jauch bei seinem Renditeobjekt helfen. Mit mutigen und authentischen Weinen hat das nichts zu tun - die Story ist gegessen.

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Durst

Leipzigwein, das ist böse. Eine Unterstellung nach der Anderen. Wein machen ist eine SCHWEINEARBEIT und verdient Respekt. Story? Bitte? 2009 war ein extremer Jahrgang. Gerade an der T-Mosel. Soll der Winzer gegen den Jahrgang arbeiten?

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Benjamin Fröhlich

ich liebe alte Weine, aber der Handel will immer nur die aktuellsten Jahrgänge und der Kunde will es auch allzuoft....möchte nicht wissen, wie oft bei den ganzen tiptop Weingütern die Ihre Weine in der obersten Preisklasse vertreiben, oftmals liegenbleiben und dann nach ein paar Jahren aufgezogen werden, weil Sie eben keiner kauft.....

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Leipzig-Wein

"Wein machen ist eine SCHWEINEARBEIT und verdient Respekt" - einverstanden, aber gleichwohl klingt Ihr Zitat anmaßend und unverschämt. Welche andere Arbeit verdient das nicht auch - die der Altenpflegerin, des Lehrers, des Arbeiters am Hochofen oder meine am Schreibtisch mit Folgen für andere Menschen? Viele deutsche Winzer verdienen mit ihrer "Schweinearbeit" in den letzten Jahren gutes Geld - gewiss auch der hier in Rede stehende. Wessen Geld - dass des Schuhmachers, des Jobvermittlers, des Stellwerkers, die auch täglich schuften und funktionieren müssen. Dagegen der Winzer - bastelt am Image des Illusionskünstlers und Genussvermittlers. Von Ihnen fotografiert und hofiert - Imagevermittlung. Und dann so was von Ihnen - einfach empörend.

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Gast oh oh

Wer bastelt anstatt zu arbeiten, der hier erwähnte oder der Winzer an sich?

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Durst

Leipzigwein, vom Schreibtisch aus läßt sich offenbar sehr fein empören. Lesehelfer die sich für den Job nicht zu schade sind werden von uns händeringend gesucht. Macht nur kaum jemand von hier. Warum wohl? Von der Realität der Einkommen und Wochenstundenarbeitszeiten der im Weinbau Arbeitenden scheinen Sie wenig zu wissen. P.S. Fotografieren ist meine Arbeit. Hofieren? Was soll denn diese plumpe Unterstellung? Wir beide kennen uns gar nicht. Von Ihnen weiß ich nicht einmal einen richtigen Namen.

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gast

Herr Durst, Ihren von einem Frankfurter Weinhändler vertriebenen Rose habe ich wg. Untrinkbarkeit in die Toilette geschüttet. Kein Bedarf mehr.

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Durst

Lieber gast, jedem das seine Grüsse Andreas Durst

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