Ich beschäftige mich mit Wein, weil ich ihn trinken will. Ihn nur zu sammeln und ewig darauf warten, bis sich der Saft im Keller verfeinert hat, ist langweilig. Spannend bleibt die Jagd. Weine suchen und Weine finden. Solche, die begeistern, enttäuschen, die preiswert sind oder unerschwinglich bleiben. Einige fallen auf, durch ungewöhnliche Namen oder spannende Geschichten. Ein gutes Beispiel hierfür ist der „Cuvée Luftgänger" vom Weingut Kiss.
Das Weingut Kiss liegt am Fuße des Leithagebirges in Jois. Ganz in der Nähe des Neusiedler Sees. Der Boden und das pannonische Klima bieten ideale Voraussetzungen für spannende Weine. Das wussten damals schon die Römer. So lange macht es Familie Kiss aber noch nicht. Bei ihnen gehen die Anfänge des Weinbaus immerhin zurück auf das Jahr 1837. Allerdings hauptsächlich im Nebenerwerb.
Sicherer Job beim Finanzamt? Nix für Rudi Kiss!
Anders bei Rudi Kiss. Trotz sicheren Job beim Finanzamt und der Missgunst Anderer, beschloss er vor 13 Jahren sich hauptberuflich um das Weingut zu kümmern. Dieser Mann hat Rückgrat.
Das Weingut bewirtschaftet mittlerweile 10 Hektar Hanglagen am Leithagebirge. Rudi kümmert sich um den Weinkeller und um die Weinberge. Den Vertrieb und das Büro macht seine Frau Verena, unterstützt von Rudis Bruder Helmut. Beraten wird das Weingut von einem erfahrenen italienischen Önologen, nämlich Giampaolo Chiettini. Aufgrund der Erfolge und den guten Qualitäten der letzten Jahre folgte die Aufnahme beim Leithaberg DAC.
Im Sortiment finden wir die klassischen österreichischen Rebsorten sowie einige spannende Exoten. Und genau über diesen Exoten will ich heute an Bord berichten.
Trauben aus dem ehemaligen Panzergraben
Die Cuvée Luftgänger ist des Winzers liebstes Kind und jedes Jahr eine Herausforderung. Es handelt sich um einen gemischten Satz aus den Rebsorten Neuburger, Welschriesling, Muskat, Grüner Veltliner und Traminer. Die Reben stehen im "Ruissl" (Russenland), einem über 75 Jahre alten Weingarten am Tannenberg. Im 2. Weltkrieg ging dort mal ein Panzergraben durch. Die Trauben werden auf dreimal gelesen, separat verarbeitet und später zusammen verschnitten. Das beste an der Sache: Nur in sehr guten Jahren wird der Wein auf Flasche gebracht.
Verantwortlich dafür ist das Buch "Die Luftgängerin" von Robert Schneider. Dieser beschreibt darin wie folgt: "Ein Luftgänger ist ein Mensch, der nur auf sein Herz hört. Er gehorcht niemandem auf der Welt. Der Luftgänger tut, was er will. Der Luftgänger hat vor nichts und niemandem Angst. Vor allem nicht vor sich selbst. Und weil er keine Angst hat und immer auf sein Herz hört, kann er durch die Lüfte gehen."
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Rudi Kiss. Jemand, der lieber Winzer als beim Finanzamt ist. (Foto: Kiss) 





Maat Lappas, danke für den nicht uninteressanten Artikel über Kiss. Dennoch: ein wenig Kritik muss erlaubt sein :)
- "Aufnahme beim Leithaberg DAC"? das ist, mit Verlaub, Nonsense. Der Leithaberg DAC ist kein Verein, in den man aufgenommen wird. Es ist - falls er die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt - ein herkunftstypischer Wein (Blaufränkisch-dominiert, in diesem Fall). Mehr Info dazu zB auf der homepage der Österreich Wein Marketing.
- der Gemischte Satz ein "Exot"? Ich denke nicht, vielmehr ist dies eine der traditionellsten Weinproduktionsarten überhaupt und schon vor Jahrhunderten praktiziert...
Die stilistische und teils grammatikalische Textqualität könnte auch etwas mehr Sorgfalt vertragen, aber bitte.
beste Grüße!