Ach, die Cote! Der Captain legt ein seliges Grinsen auf, wenn nur der Name dieser Küste fällt. Der Erste kann das nicht verstehen, denn er hält die Ansammlung aufgeblasener Dörfer für eine Geldvernichtungsmaschine, die keinen befriedigt, außer die von und zu Maserati-Kohleburgs. Aber der Erste versteht ja auch die Anzüge nicht, die Maat Küblbeck trägt.
Golenia und der Erste hegen ja den Verdacht, dass Maat Küblbeck und der Captain eine verborgene homoerotische Beziehung führen. In Bezug auf die schönen Dinge des Lebens, wohlgemerkt. Also ohne Anfassen und so. Aber wenn die beiden über Kleidung und Benimm sprechen, dann merkt der Erste, dass der Captain wieder den Schnösel zurückgewinnt, den er die letzten paar Monate gut unter Verschluss gehalten hatte. Auch die Zeit minderjähriger Gespielinnen ist zu Ende gegangen. So wird auch diese Phase des Captains wieder zu Ende gehen, denkt der Erste. Und hat wahrscheinlich Recht damit.
Doch jetzt gerade träumt der Captain von der Cote, vom Sommer im Süden, von den knapp bekleideten Supermodels, die er von Jahren ins Loius XV. ausführen durfte, der Dreisterner in Monte Carlo, gleich neben dem berühmten Casino, wo der Captain einmal 3.000 Euro gewann und (klugerweise) sofort zu spielen aufhörte und den Gewinn in Bollinger anlegte. Und in jene Damen, die mit ihm Bollinger tranken.
Die Tage am Glücksspieltisch
Diese Tage in Monaco, am Glücksspieltisch, diese Tage sind lange her und erscheinen dem Captain, der damals noch zur Elite der europäischen Werbefotografen gehörte, weit weg. Heute muss er kleinere Brötchen backen. Und ins Casino schafft er es kaum mehr. Zudem wäre seine Barschaft sehr gering.
Einmal, vor zwei Jahren, nahm er den Ersten mit, nahm in Nizza einen Leihwagen und fuhr mit dem Ersten ins Colombe d'Or in Saint Paul de Vence, einem Ort, den man erfunden haben muss, als es noch geschmackvolle Reiche gab. Hier malten die besten Maler der Welt, hier schufen die besten Fotografen einzigartige Werke. Der Ort in der Provence, nur wenige Kilometer über dem Meer und von der Küste entfernt, ist sicher einer der schönsten Plätze Europas. Und einer der teuersten. Da muss man durch.
So nahm er den Ersten bei der Hand, zwang ihn in eines seiner Maßhemden und drängte ihn durch die Tür des Colombe d'Or, eine Speisestätte mit angeschlossenem Restaurant, die gutbürgerliche französischen Küche zu überhöhten Preisen anbietet. Die Weinkarte jedoch ist wohlfeil bepreist. Nun ja: wohlfeil für diese Gegend.
Richtiges Glück kostet richtiges Geld
So aß man Jakobsmuscheln und Calamari mit Avocados, Artischocken und gebratenen Zitronenschalen. Danach einen perfekt geschmorten Lammsattel. Die Sonne schien. Und schnell war klar: richtiges Glück kostet richtig Geld. Zu den kulinarischen Köstlichkeiten gab es zwei Weine. Und? Der Captain packte die Weine in den Kofferraum des Leihwagens. Und dann in seinen Schlafwagen nach Berlin. Und sie liegen im Keller. Und weil heute irgendwie ein Cote-Tag ist und ein Absatz nie zu viele Unds haben kann, holt der Captain jetzt die Weine rauf.
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Weder die Nordseeküste, noch der plattdeutsche Strand. Ganz im Gegenteil... 



ja schmeiss nur mit den klischees um dich, wie der weihnachtsmann mit nüssen..