Manchmal gibt es auch in unserer vernetzten Welt kleine Restposten Wein, die den Konsumenten nicht erreichen. Noch dazu von Winzern, die bekannt und extrem gut aufgestellt sind. So ein Restposten ist der Traminer Alte Reben 2006 der Familie Schellmann aus der Thermenregion südlich von Wien.
Nun mag der Winzer Schellmann außerhalb Österreichs kaum bekannt sein, der Weinmacher bei Schellmann ist jedoch Fred Loimer, ein fescher und grenzgängerisch moderner Önologe aus dem niederösterreichischen Langenlois, der ein eigenes, inzwischen reisengroßes Weingut besitzt und mit biodynamischen Veltlinern und Rieslingen auch international beeindrucken kann. Loimers wichtigste Märkte sind Deutschland und die Vereinigten Staaten.
Thermenregion: Österreichs Weinsauna
In der Thermenregion fand Loimer eine völlig andere, sehr autochthone Rebsortenkultur. Hier wachsen Zierfandler und Rotgipfler, zwei weiße Trauben, die für elegante, gehaltvolle und aromatische Weine bürgen. Und hier wachsen auch die besten Burgunder Österreichs. Weiße wie rote. Das hat einen banalen Grund, der schon im Namen der Region verankert ist. Die Böden der Thermenregion sind durchschnittlich zwei Grad wärme, als Böden anderer österreichischer Weinregionen. Folglich reifen die Reben schneller und die Erde friert nur selten.
Die warmen Böden und das teils pannonisch geprägte Klima begünstigen auch die Aromasorte Traminer. Die Rebstöcke für den Schellmann-Traminer sind fast 80 Jahre alt (also am Ende ihrer Möglichkeiten) und saugen tief in der lockeren Erde. Das macht diesen Wein ungewöhnlich kräftig und trennt ihn von seiner oft leichtfüßigen Primärfruchtigkeit.
Noch zu kaufen - ein Wunder!
Loimer hat den Traminer spontan vergoren und dann feinherb ausgebaut. Das kleine gebrauchte Holz gibt dem Saft noch eine zusätzliche Struktur. Noch dazu füllt Loimer Jahr für Jahr nur knapp 1.400 Flaschen, der aktuelle Jahrgang ist 2010, es ist also fast ein Wunder, dass der gereifte, aber dennoch frische und trinkfertige 2006er noch zu kaufen ist.
Das liegt wohl auch daran, dass man Traminer meist nur aus angestammten Regionen trinkt. Dort, wo man ihn zu Hause weiß. Also Traminer aus dem Elsass, Ungarn oder der Steiermark. Traminer aus der Thermenreigion hingegen ist unbekannt. Und deswegen ein Ladenhüter. Uns soll das recht sein.
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Fred Loimer, Önologe und globaler Weinlieferant. 



"...in der Nase...etwasWindbäckerei....im Mund...mittelgewichtig mineralisch...." Danke Manfred Klimek für diesen vergnüglichen Text in der WAMS. Jetzt gerade letzten Sonntag beim Frühstück genossen. FRüh aufstehen-WAMS aus dem Briefkasten holen-als erstes in der Sparte "Stil" den Artikel von CaptainCork suchen und lesen(der Sportteil muss warten) Das Thema Schellmann kenne ich von deren "Basiswein" , die Cuvee " in Gumpoldskirchen" fü ca 10,5 Euro. z. B. von Weinhalle/Martin Kössler. -köstlich-