Die Frau: Tochter eines der berühmtesten Winzer Österreich, F.X. Pichler, selbstbewusste Legende der Wachau und Verfasser von Poesie in Gestalt von Wein (Taschentuch raus). Der Mann: Sohn einer bekannten burgenländischen Winzerfamilie und als Önologe durchgehend erfolgreich. In diesem Beruf auch im nahen Ausland (Slowenien) tätig. Wohnhaft: Wachau. Betonung auf Haft.
Denn die Wachau kann beides sein: Segen und Fluch. Segen, wenn man Rieslinge und Veltliner liebt. Denn die beiden Sorten sind mit der Wachau verbunden, wie Mozart mit Salzburg. Von allem - auch besseren - Wissen unbeeindruckt, wachsen hier die besten Rieslinge und Veltliner Österreichs. Was heißt hier Österreichs? Der Welt.
Fluch hingegen, wenn man andere Sorten bevorzugt. Etwa Sauvignon (den es hier auch gibt), Muskateller, Neuburger, Chardonnay (in der Wachau lange Jahre als Feinburgunder gebrandmarkt) oder gar Weißburgunder. Von Rotwein ganz zu schweigen. Als der Captain ein junger Spund war und mit dem Trinken begann, da gab es noch jede Menge dieser Weine. Unvergessen der Muskateller Smaragd von F.X. Pichler. Oder der Sauvignon. Heute kräht kein Hahn mehr nach diesen Weinen. Und das ist der Fehler, der Fluch der Wachau.
Teile und herrsche - auch im Weinbau
Elisabeth Pichler und Erich Krutzler haben sich in Oberloiben ein eigenes Weingut gebaut. Ist ja auch logisch, man will der eigenen Sippe nicht in die Quere kommen. Und mit ein bisschen Hilfe des berühmtesten aller berühmten Winzerväter sind auch ein paar gute Lagen schnell gefunden. Teile und herrsche.
In diesem neuen Weingut keltern beide auch einen sehr guten Weißburgunder. Riede Klostersatz, ein perfektes Beispiel, was dieser Region verloren geht, wenn sie nicht auf eine gewisse Sortenvielfalt setzt. Aber ebenso gutes Beispiel, warum das nicht geschieht und auch nie geschehen wird. Denn der Weißburgunder Klostersatz ist um einiges günstiger, als die großen Rieslinge und Veltliner der Wachau. Warum soll sich ein Winzer mit anderen Sorten beschäftigen, wenn er damit nur einen Bruchteil verdient? Um uns zu gefallen? Selten so gelacht.







Damit man weiß, von wo was die Rede ist... 


