28.02.11 WEINE 0 Einem Freund senden

Fiesling Riesling: Mein Mittagsrausch

The only way is up...The only way is up...

Ganz am Schluss, als die Flasche leer war, ganz am Schluss ist dem Captain aufgefallen, was ihm an dem Wein so gut gefallen hat. Und dann hat er sich die Bewertungen angesehen und es ist ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. Eh klar, warum dieser Wein gerade dem Captain gefällt. Und eh klar, warum er die Flasche beinahe im Alleingang leergetrunken hat. Fast ohne abzusetzen. Wie jemand, der diesen Geschmack lange vermisste.

Und dann fiel ihm Maat Mally ein, der diesen Wein nicht so gerne gemocht hätte. Weil er nicht so knochentrocken ist, wie Mally es gerne hat. Und weil er auch 14 % Alkohol in die Leber transportiert. Auch das mag Mally nicht. Und dann war da noch ein kleiner Ton Botrytis. Jetzt wäre es überhaupt aus gewesen. Für Mally. Oder nicht?

Dieser Riesling ist ösi

Nein, Stopp, dieser Wein ist knochentrocken. Wir reden vom Riesling "In der Halde" vom Weingut Wageck-Pfaffmann, das wir zuletzt erst vor ein paar Tagen mit einem Spätburgunder vorgestellt haben. Der war gut. Doch dieser Riesling ist besser, zählt überhaupt zu den besten Rieslingen, die der Captain in letzter Zeit getrunken hat. Und das hat einen simplen Grund: Der Wein ist ösi. Das ist dem Captain dann ganz am Schluss eingefallen. Kein Wunder, dass dieser Riesling bei einer österreichischen Weinmesse auf dem "Stockerl" stand und den dritten Platz belegte. Das muss uns ja schmecken. Uns Ösis.

Und bevor jetzt Maat Mally glaubt, ich falle ihm hier in den Rücken, kable ich auf das Vorderdeck, dass auch er mit dem Wein gut zurechtkommen würde. Nicht perfekt, aber gut. Denn das Fette ist vorhanden, aber deutlich reduzierter und im Wein eingewobener als bei jenen Weinen, die Mally so hasst. Und auch die leichte Süße präsentiert sich engmaschiger und eleganter, als bei einem jener fetten Brocken, die Mally regelmäßig vom Tisch fegt. Auch wenn er sie geschenkt bekommt.

Ein Wein dazwischen

Der Riesling In der Halde wurde erst 2006 gepflanzt. Auf einen fast verrotteten Hang. Die Lage ist ein Kernstück des Bisserheimer Goldbergs in der Pfalz. Der Klon dieses Rieslings stammt aus dem Elsass und scheint robuster Natur zu sein. Auf jeden Fall weist der Wein eine enorme Mineralität auf, die man den Unterlagsreben zuschreiben darf. Und einen schönen, geradlinigen, unzweifelhaften Druck. Aber er ist eben nicht so ausgeprägt trocken und ausgeprägt mineralisch bis hin ins Bittere, wie die neuen Sterne des deutschen Rieslinghimmels. Es ist ein Wein dazwischen.

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