12.08.11 WEINE 1 Einem Freund senden

Spanien: Trink! Mich! Nicht!

Der hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. (Foto: GM)Der hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. (Foto: GM)

Ich habe schon so manchen Wein entkorkt oder aufgeschraubt. Oft von Vorfreude begleitet. Manchmal aber auch von tiefem Misstrauen gegen die jeweilige Region, den Erzeuger, die Rebsorte(n) oder den Jahrgang.

Doch am meisten Spaß machen Entdeckungen oder gar Erweckungen. Weine, die man eher intuitiv und ohne konkrete Erwartungen erworben hat. Natürlich kann es dabei vorkommen, dass man sich schon beim ersten Schnuppern über das sinnlos verschwendete Geld und die vergeudete Zeit ärgert und nach dem ersten Schluck zügig zur Entsorgung schreitet. Doch es gibt auch die kleinen Glücksmomente, wo einem nur noch das einfällt: der isses!

So geschehen vor einigen Tagen mit einem spanischen Weißwein namens Pere Mata Blanc de Blancs aus dem Jahr 2009. Die Nase führt einen zunächst auf die falsche Spur. „Gewürztraminer" blinkt es angesichts des überwältigenden Rosenduftes im Riechzentrum des Gehirns.

Gewürztraminer aus Katalonien? Noch nie gehört. Am Gaumen folgen frisch geriebene Zitronenschale, saftige, süße Melone und schließlich der entscheidende Hinweis: ein kräftiger, aber keineswegs dominanter Muskatton, der in ganz leicht gesüßtes Marzipan eingebunden zu sein scheint.

Man sollte mit Sensationsmeldungen vorsichtig sein, aber so etwas habe ich noch nie getrunken. Zwar kommen einige Erinnerungen hoch, zum Beispiel an trockene Gewürztraminer von Andreas Laible aus dem badischen Durbach und ein besonders abgefahrenes Exemplar dieser Rebsorte vom Weingut Kloster-Pforta im Saale-Unstrut-Gebiet (der 1998er mit 0,1 Gramm Restsüße und 8 Promille Säure!). Aber das Potpourri aus quasi zuckerfreier Fruchtsüße, prägnanten Aromen und den erfrischenden Zitrusnoten, welches der Pere Mata zu bieten hat, lässt einen vollkommen eigenen Sound anklingen. Man möchte brüllen vor Freude, dass es für laue Sommerabende solche Weine gibt, und man möchte überhaupt nicht aufhören zu trinken, wozu auch die schlanken 12 Prozent Alkohol einladen.  

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Kommentare 1

Kommentare

Christian (Stg. Vaihingen)

So, nachdem ich jetzt nachbestellt habe, kann ich es nur bestätigen: eine tolle Entdeckung für schöne Sommertage. Schmeckt mir persönlich gut gekühlt am besten, das kann aber auch an den tropischen Temperaturen liegen.

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