Der Silvaner könnte für Deutschland das werden, was der Grüne Veltliner für Österreich ist. Beide Trauben haben die gleichen kulturellen Wurzeln. Ein Bauernwein. Und ein einfacher Tischwein. Aber auch ein Wein mit hoher Reputation, ein Wein für Weinenthusiasten. Denn beide Trauben stehen in ihren Regionen häufig auch auf guten Lagen. Und beide fühlen sich auf den unterschiedlichsten Böden wohl.
Nirgendwo kann man das besser erkennen als in Franken. Entlang des Mains wächst der Silvaner auf Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Aber auch auf den fetten oder sandigen Böden Frankens passt sich der Silvaner an und entwickelt terroirbedingte Eigenheiten. Vor dem Boom der Neuzüchtungen, als man den Weinbau optimieren und den Gewinn maximieren wollte, stand der Silvaner in über 30 Prozent der deutschen Weinberge. Seine Fähigkeit, sich den Böden anzupassen und je nach Bedarf den süffigen Leichtwein oder das komplexe Große Gewächs abzugeben, macht die Sorte so spannend und einzigartig.
Frankens Vorreiter verschrauben Flaschen
Die fränkischen Winzer sind Vorreiter beim Schraubverschluss. Ich begrüße das. Eine verschraubte Flasche ist eine sichere Flasche. Mich entspannen „Schrauber". Vor allem, wenn ich als Gast geladen bin. Nichts ist ärgerlicher als ein Korkschmecker. Wenn dann eine Kontroverse entsteht und jeder am Tisch denkt, man spiele sich wieder als "Weinkenner" auf.
Das Jahr 2009 gilt allgemein als großer Jahrgang. Das ist er auch. Allerdings ziehe ich beim fränkischen Silvaner den Jahrgang 2008 vor. Doch für jenen ist es meist zu spät, er ist ausgetrunken. Von den Franken selber. Er war ein schöner Jahrgang. Genügend Frucht, ausreichend Säure, perfekte, schlanke und mitunter sehr tiefe Weine. Doch was hilft es ihm nachzutrauern? Glücklich kann sich schätzen, wer noch 2008er im Keller hat. Wir greifen jetzt zu 2009.







Im Glas ein fetter Kerl 





Ein schöner, angenehm unaufgeregter Artikel in den stürmischen Bloggerzeiten der letzten Tage. Die Skrew-Story haätte mann vielleicht weglassen können, aber gut.
Um nocheinmal auf das Geschehene zurückzukommen kann vielleicht auf einen Artikel auf SPON verweisen: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,746085,00.html.
Ich denke, hier kann mann Parallelen zur Bloggerszene erkennen, positive wie negative.