22.02.11 WEINE 3 Einem Freund senden

Neue Steiermark: Da gibt es mehr

Maitz jr. und die großen Fässer, die die Welt bedeuten...Maitz jr. und die großen Fässer, die die Welt bedeuten...

Ich bin ein Zweifler, ich zweifle an allem. Am Grünen Veltliner, an der Unabhängigkeit vieler Weinkritiker, am Sauvignon Blanc der Steiermark. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Sonne morgen im Osten aufgeht.
Gestern hat der Captain einen neuen steirischen Sauvignon vorgestellt, einen Sauvignon, wie er mir schmecken würde. Wenn ich ihn auch getrunken hätte. Ich habe einen anderen Sauvignon getrunken. Der mir geschmeckt hat. Das ist selten, denn mir schmeckt kaum ein steirischer Wein. Oder besser gesagt: schmeckte. Ich muss eine Wende vollführen. Da bin ich - da muss ich - gut drin sein. Wie der Captain.

Ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit mit der Steiermark. Und den Weinen, die dort gekeltert werden. Will man zur intellektuellen Elite der österreichischen Weinszene gehören, muss man steirischen Wein ablehnen. Doch ich wandle mich vom Saulus zum Paulus: Inzwischen empfehle ich Weine aus der Steiermark. Und zwar mit größter Überzeugung.

Der Zweifler lässt sich überzeugen

Trotzdem ist die Region schwer zu umarmen. Ob ihr Fokus jetzt eher auf Sauvignon Blanc oder doch auf den Burgundern liegt, ist schwer zu beantworten. Zudem gibt es kaum historisch bekannte Weinberge. Trotzdem definieren die Winzer alles über die Lagen. Lagen, die oft nur einem Winzer gehören. Da sind andere Weingegenden besser aufgestellt. Aber egal: Man muss mit dem Vorhandenen leben. Einer schönen Gegend. Und einigen neuen interessanten Winzern.

Ein Glas Sauvignon Blanc bitte. Einen straffen, nicht zu gelbfruchtigen. Einen, der eher auf der floralen Seite ankert. Einen von Wolfgang Maitz. Einen 2007er vom Hochstermetzberg.

Kaum zu glauben, wie schwierig es ist, einen straffen schlanken Wein dieser Sorte zu finden. Besonders wenn er im Holz war. In Österreich tendieren viele dieser Weine zur unschönen Breite. Da wird mit großer Leidenschaft die Hefe aufgerührt. Dadurch bläst man den Rebensaft förmlich auf, gibt ihm cremiges Volumen. Ich hasse das. Man verfehlt das Thema, man verspielt die Frische. Die Mineralität geht flöten. Ich hasse den Vergleich mit anderen Ländern, aber an der Loire keltert man Sauvignons, die vor allem eines nicht vergessen: Den Durst zu stillen. Dafür, so sagt man oft in der Steiermark, sind die einfachen Sauvignons da. Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen.

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Kommentare 3

Kommentare

Daniel Gahleithner (via facebook)

Ich schwör auf W. Maitz!

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labello super, weil draußen die Sonne scheint

.. und die Weine von Wolfgang Maitz sind auch lagerfähig. Ein kürzlich verkosteter SB Hochstermetzberg 2001 war ein absoluter Hochgenuß :-)))

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