Angefangen hat alles mit einer Lobeshymne. Captains Maat Clemes Mally schrieb über die noch unbekannten Weine von Peter Veyder-Malberg aus der Wachau in Niederösterreich. Die Wachau ist das wohl international bekannteste Weinbaugebiet der Alpenrepublik. Malbergs Stil ist neu in dieser Region; Malberg forciert trockene und botrytisfreie Weine, wie man sie in der Wachau bisher selten vorfand. In einer Art Anklage ließ Maat Mally seiner sehr subjektiven Meinung über traditionelle Wachauer Weine freien Lauf. Und verärgerte so andere Matrosen an Bord, die sich in der Gegenrede übten.
Mally erhielt aber auch Unterstützung. Und so kam ein Diskurs in Schwung, der in der Kombüse seit Tagen anhält. Gerhard Retter, seit Anbeginn ein Aussenbordmotor des Captain, trinkt heute mit dem Captain einen 2009er Riesling von Veyder-Malberg, einen Riesling aus der Lage "Bruck" bei Vießling in der Nähe von Spitz. Diese Lage liegt höher und weiter hinten im Tal, also nicht an der Donau. Deswegen bleibt sie auch ein wenig mehr von der Edelfäule Botrytis verschont, die manchem Wein in der Wachau einen eigenen Stil gibt, der bei vielen Matrosen sehr beliebt ist.
Der Diskurs, der die Kombüse seit Tagen beherrscht
Retter erzählt uns heute über den knochentrockenen und sehr mineralischen Riesling, der so völlig anders schmeckt, als das, was sonst in der Wachau aus den Kellern entlassen wird. Veyder-Malberg zählt mit dem Weingut Krutzler-Pichler und Rudi Pichler zu den wichtigsten Erneuerern vor Ort, seine Weine polarisieren aber am meisten.
So wird Malberg zu einem Danton einer kleinen österreichischen Revolution. Hoffen wir, dass ihm die Guillotine erspart bleibt. Der Captain erklärt den Konflikt an Bord mit diesem Film vorerst für beendet. Und ruft der Mannschaft zu, sich nun auch wieder in anderen Ländern der Weinwelt umzusehen. Gerhard Retter hat das Wort.
- Riesling Bruck 2009 von Peter Veyder-Malberg für 31,80 Euro bei Christwein
Der Captain empfiehlt außerdem noch weitere österreichische Weine.













Ich bin fast ein bissl stolz auf mich, die Güte dieses, man muss es sagen, wahren Understatementweins, in einer (Blind-)Verkostung der allerbesten Ö-Rieslinge aus 2009 richtig, und zwar sehr hoch (19/20) eingeschätzt zu haben, inmitten der üblichen Verdächtigen. (Beim großen Bruder, dem 'Buschenberg', der noch viel mehr Baby ist und NUR doppelt so teuer ist, ist mir das nicht gelungen, allerdings gab's den direkt nach Hirtz' 'Singerriedel'. Aber da verlass' ich mich ganz auf meine Kollegen ...)