Heute Nacht kam ich auf Kreta an. Die Überfahrt war exzessiv. Nachdem ich tagsüber immer nur in der klimatisierten Kabine geschlafen hatte, verfügte ich über ausreichend Kraft, um die Zeit, in der die Trinkersonne die schwarze Nacht beleuchtet, produktiv zu nutzen.
In meinem Fall hieß dies natürlich auch, dass ich trank. Ich trank alles, was Griechenland zu bieten hatte und das war einiges, auch Retsina. Sogar der schmeckte mir. Der geharzte Wein der Griechen ist eben auch keine sichere Bank des Ekels mehr. Was sind das für Zeiten in denen man Retsina trinken kann? Die Welt ist wohl nicht mehr lange das, was sie noch heute ist.
Tja, und weil ich immer nur des Nachts munter war, um auf meine Art und Weise zu arbeiten, bekam ich irgendwie gar nicht mit, wie heiß es in den letzten Tagen wurde.
Kreta und Zypern: mehr als 300 Sonnentage im Jahr
Da steh ich nun im Hafen Kretas. Kreta und Zypern sind mit mehr als 300 Sonnentagen pro Jahr die heißesten Inseln des Mittelmeeres. Die Sommer sind trocken. Die Winter sind feucht und mild. Die Reinform des mediterranen Klimas.
Weil es auf Kreta so heiß ist, befinden sich die Zentren des Weinbaus bevorzugt in Küstennähe. Dort sorgen Winde und das Meer mit seiner thermischen Trägheit für moderate Temperaturen. Gute Bedingungen für den Weinbau.
So ist das auch beim Weingut Manousakis - Nostos. Die Küste ist nah, hier in der Region „Vatolakos" am Fuße des Lefka Ori. Ein Bergmassiv, dessen Gipfel zu den unzugänglichsten Plätzen Kretas gehören. Viele Bergdörfer des „Weißen Berges" wie er im deutschen genannt wird, waren bis vor kurzem lediglich per pedes oder via Maultiershuttle erreichbar. Die wenigen Orte an den Steilhängen der Südküste sind ausschließlich über den Seeweg erreichbar. Hier rühmen sich die Einwohner mancher Ortschaften nie fremd beherrscht gewesen zu sein. Die Siedlungen des „Weißen Berges" sind also eine Art Gallische Dörfer auf Kreta.
In letzter Zeit haben wir uns ja vermehrt den autochthonen Delikatessen der griechischen Inselwelt gewidmet. Inzwischen reicht es mir aber. Manchmal darf es auch etwas internationaler sein. Besonders bei Nostos, denn die „Manousakis Winery" verfügt über relativ alte Anlagen diverser Rhonesorten wie Syrah, Grenache, Mourvedre und Roussanne. Alle wurden sie schon Anfang der 80er-Jahre ausgepflanzt. Man machte damals Terroirstudien und kam zum Schluss, dass sich die Rebsorten des französischen Südens hier besonders wohl fühlen könnten. Nachdem ich nun zwei Weine davon gekostet habe, kann ich das mit gutem Gewissen bestätigen.
Fangen wir gleich mal mit einem der besten und begehrtesten Weine Griechenlands an. Ich erwähne es am besten gleich zu Beginn: der folgende Wein ist genial und leider bin ich nicht der einzige, der das weiß. Deswegen ist er auch nur mehr im Set mit zwei anderen griechischen Rhoneweinen erhältlich.
Einzige gute Nachricht: das Package ist nicht teuer, darum schnell kaufen, den Pfropfen aus dem Roussanne ziehen und ab geht die Post.
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Wir lagen vor Madagaskar... ach nee, Kreta. (Foto: Thomas Andri) 






Lob für diese Serie über Griechenland, immerhin einst die Wiege des europ. Weinanbaus. Allerdings fällt mir auf, dass die vorgestellten Weine eher höherpreisig ausfallen. Ich hatte hier auf ein paar Schnäppchen gehofft. Auch missfällt mir beim jetzigen Artikel, dass der vorgestellte Wein aus importierten Rebsorten gemacht wird. Mehr über die autochtonen Rebsorten!