30.07.11 WEINE 0 Einem Freund senden

Mally in Eλλάς: Veltliner, oder was?

Trocken, trockener, Assyrtiko. (Fotos: Gaia-Wines.gr)Trocken, trockener, Assyrtiko. (Fotos: Gaia-Wines.gr)

Kaum zu glauben, aber ich bin noch immer in Griechenland und bewege mich irgendwo zwischen Peloponnes und Santorin hin und her. Hier ticken die Uhren etwas anders. Von den angeblichen Unruhen in Athen merke ich hier nichts.

Zwischen Tick und Tack liegen Stunden und das Grün erkämpft sich seine Existenz zwischen den hellbraunen Erdtönen der mediterranen Berglandschaft. Wunderschön, fast kitschig ist es hier in den Weinbergen des 1994 gegründeten Guts „Gaia", von dem hier vor drei Tagen die Rede war. In Nemea auf dem Peloponnes besitzt Gaia 7 Hektar Weinland, auf Santorin 8 Hektar. Weitere 7 Hektar Rebenfläche werden von Vertragsproduzenten bewirtschaftet.

Gaia haben wir also schon kennen gelernt. Als Einstimmung wurde uns ein Assyrtiko gereicht, der typische Weißwein Santorins. Ein Wein aus uralten wurzelechten Anlagen, welche die Reblauskatastrophe im 19. Jahrhundert überlebt haben.

Überhaupt erweckt Santorin den Eindruck einer vinophilen Schatzkammer. Hier befinden sich einige der ältesten Weingärten der Welt, deren Ursprünge auf 1.500 vor Christus zurückreichen. Da wachsen älteste Rebstöcke und antike Rebsorten. Ein Traum für jeden Weinverrückten.

Das Klima der Insel ist mit seinen milden, feuchten Wintern und seinen warmen, trockenen Sommern ausgesprochen mediterran. Der größte Teil des Regens, der auf die Insel fällt, gießt im Winter die Insel. Ihre porösen Böden vulkanischen Ursprungs helfen dabei, die Feuchtigkeit zu speichern und sichern so die Wasserversorgung während der Vegetationszeit.

Der kühle Wind des Meeres mildert die heißen Sommer. Zudem verhindert die salzige und immer zirkulierende Luft die Fäulnisbildung an den Trauben. Kalte Winde wirken sich natürlich auch positiv auf Aroma und Säure aus.

Säure ist dann auch irgendwie das Stichwort, wenn es um Assyrtiko geht. Ich hab es zuletzt erwähnt und ich tue es heute wieder. Assyrtiko schmeckt wie Veltliner mit viel Säure. Je mehr ich davon koste, umso mehr fühle ich mich bestätigt.

Der Assyrtiko hat aber noch mehr mit der wichtigsten Rebsorte Österreichs gemein. Tatsache ist nämlich, dass Assyrtiko-Trauben wirklich gut reifen können. Sie sind ideale Begleiter zu allem. Ob nun ein Opernbesuch ansteht oder man ins Café zum Schachspielen geht, mit dem Assyrtiko wird sich wohl niemand langweilen. Als Speisenbegleiter passt er nebenbei auch.

Kommen wir nun wieder zum Weingut Gaia, dass sich perfekt auf das Keltern der Rebsorte Assyrtiko versteht. Gaia hat nicht's mit Angelo Gaja zu tun. Der kommt nämlich nicht aus Griechenland. Jaja, muss auch gesagt werden, ist ja nicht jeder ein Weinexperte hier und daher umso mehr willkommen.

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