Keine Sorge, was nun folgt ist kein politischer Landgang. Viel mehr starten wir eine Art Solidaritätsinitiative. Und helfen einem wichtigen Wirtschaftszweig Griechenlands. Der Weinwirtschaft, die mit 113.000 Hektar Rebfläche und 180.000 Weinbauern keine unbedeutende Sparte der Landwirtschaft ist. 600 bis 800 kommerzielle Weingüter gibt es im Land. Die Tendenz ist steigend, falls nicht noch mehr Krise dazwischen kommt.
Die Griechen waren schon immer ein schlaues Volk. Schon in der Jungsteinzeit wurden Beeren wilder Weinreben verarbeitet. Später, also in der Bronzezeit, waren die Griechen so scharf auf Wein, wie auf Knabenliebe. In Kreta belegen zahlreiche Ausgrabungen die Verbreitung der Rebpflanze. In der Nähe von Archanes kann man sogar eine der ältesten Weinpressen der Welt bewundern. Grundsätzlich beweisen diese ganzen Ausgrabungen viele gefundene Amphoren, deren Wände damals mit Harz abgedichtet wurden (klingelt's?), dass Kreta die Wiege des gewerblichen Weinbaus ist.
Was die Weinwerdung betrifft, hat man die Beeren damals in einem sogenannten Linos zerstampft. Zur alkoholischen Gärung kam der Most dann in einen Pithos, ein Amphoren-ähnliches Tongefäß, das man auch zur Bestattung verwendete, hoffentlich nicht vorher. Der Wein dürfte nicht besonders geschmeckt haben. Die ganze Welt trank ihn mit Wasser vermischt. Nur Barbaren zwitscherten ihn pur.
Weinbürokratie anno 2400 v. Chr.
Wie wichtig Weinbau und Weinhandel in der griechischen Antike waren, belegt ein Weingesetz aus 2400 v. Christus, das man in zwei Marmorplatten gemeißelt auf der Insel Thasos entdeckte. Darauf finden sich Reglementierungen für Weinbereitung, Handel aber auch für die Besteuerung.
Nach dem Ende des Hellenismus wurde es um den griechischen Wein ziemlich still. Als die christlichen Römer den alten Götterglauben verboten, sogar noch stiller. Denn alle Tätigkeiten im Weinbau standen irgendwie im Bezug zum inzwischen illegalen Gott Dionysos. In der Zeit des Machtwechsels von Rom nach Konstantinopel wurde nur noch in Klöstern bzw. für den privaten Konsum Wein gekeltert.
Im 15. Jahrhundert kamen die Türken und unterdrückten den Weinbau (bis auf die Produktion von Tafeltrauben) erst recht, um dann bei ihrem Rückzug nach der griechischen Revolution zwischen 1821 und 1829 große landwirtschaftliche Nutzflächen zu zerstören. Gemein.
Pech für die Griechen: die Reblaus fraß den Wein
Von nun an ging's wieder aufwärts. Irgendwann kam man sogar auf eine gesamte Rebfläche von über 200.000 Hektar, allerdings wurde 1898 die Reblaus auf griechischem Boden aktiv. Sie schaffte es in kürzester Zeit, einen Großteil der Rebenfläche wieder zu zerstören. Griechenland und Wein, diese Beziehung hatte schon glücklichere Phasen. Auch, weil kurz nach diesem Fiasko zwei Weltkriege und ein Bürgerkrieg folgten.
Im großen wirtschaftlichen Aufschwung der 50er-Jahre betrachtete man die Pechphase der letzten paar Jahrhunderte wohl als überwunden. Bildlich gesprochen wähnte man sich nach einem langen Winter endlich im Frühling, dessen wirklicher Beginn durch die griechische Militärdiktatur nur ein bisschen verzögert wurde. Mit ihrem Ende und dem Beitritt zur EU 1974 erlebte der griechische Wein nun endlich die Renaissance, die ihm zustand. Eine Renaissance, in der viel geharzter Wein, Retsina genannt, produziert wurde.
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Assyrtiko-Reben in einem der heißesten Anbaugebiet der Welt (Fotos: Gaia-Wines.gr) 





oreia! da wär´ dann noch ein bisserl was zu entdecken, darf zum beispiel submissest auf naoussa hinweisen, jenes im norden nämlich, und umgebung, wo von alpha estates über boutari (dem yiannis nämlich, nicht dem bruder mit der weinfabrik) bis hinüber zu claudia papaianni auf der chalkidike so manch feines fläschchen gefüllt wird. sthn geiamas!