Sie werden selten in Österreich. Die richtig guten Trinkweine. Weine, die sich als perfekte Speisenbegleiter eignen, ohne alles zu erschlagen. Weine mit weniger Alkohol (also nicht über 13 %), die trotzdem genug Substanz haben, eine Dekade problemlos zu überstehen. Weine, die mit maximaler Frucht, gut stützender Säure und kräftigem Körper Eindruck machen.
Leider ist so oft das Gegenteil der Fall: In Österreich mehren sich die säurearmen und weichen Alkoholbomben, die vor unnötiger Kraft, ja im schlimmsten Fall sogar vor Botrytis und (oder) Holz strotzen; Weine, die sich anfangs einschmeicheln, derer man aber bald überdrüssig wird und sie eigentlich gar nicht trinken mag. Weil hier „Genuss" zur Arbeit wird.
Einer jener, die wissen, wie es geht
Einer, der weiß, dass dieser Weg falsch ist, heißt Walter Buchegger aus dem Kremstal nahe der Wachau in Niederösterreich. Buchegger keltert in Dross bei Gedersdorf, wo Löss und Urgestein den Boden dominieren und warmes, noch pannonisches Klima auf die kühlen Winde des Waldviertels trifft. Dies sind ideale Voraussetzungen für aromatische Weine mit großem mineralischen Geschenk und einem tollen Rückgrad aus Frucht und Säure. Großartige Grüne Veltliner und eindrucksvolle Rieslinge. Weine, welchen man ganze Abende widmen will, nur um ihre Persönlichkeit zu ergründen.
Nein, Buchegger hat das Weinmachen nicht neu erfunden. Es scheint, das einzige, was Buchegger beseelt, ist der Wille, guten Wein zu machen. Botrytis - vielerorts geduldet, manchmal sogar forciert - ist bei ihm unerwünscht. Eingreifen in die natürliche Weinwerdung ebenso.
Als Beispiel für Bucheggers Können öffne ich den Grünen Veltliner 2009 aus der Lage Gebling. Ein Wein, der tatsächlich ein gesamtes Menü begleiten kann. Egal ob Fisch oder Fleisch, er passt immer. Ein reifer Saft, mehr vom Boden, als von der Frucht geprägt. Der Gelbling glänzt mit einer gut eingebundenen und charmanten Säure, ohne dabei je aufdringlich zu wirken. Wichtig machen durch Anpassung.
Riesling Moosburgerin, Veltliner Gebling
Ein Ausnahmewein ist auch auch der Riesling 2009 aus der Lage Moosburgerin. Wie selten ein anderer österreichischer Wein, vermag dieser Saft an den deutschen Rieslinggeschmack anzudocken. Moderate 13 % Alkohol, jugendliche Frische, blitzsauber und stahlig klar. In der Nase primär noch Steinobst, im Mund schnell ein engmaschiges Gerüst aus Mineralität und einer knackig pikanten Säure, die den Gaumen über lange Zeit beeinflussen kann. Dieser günstige Gigant wird über Jahre Freude machen.
Grüner Veltliner Gebling 2009 für 8,30 Euro bei Welcome Vino.
Der Riesling Moosburgerin 2009 ist erst in wenigen Wochen erhältlich. Die Mannschaft nimmt an, er wird für 17,00 bis 19,00 Euro in den Handel kommen.
Der Captain und die Mannschaft betonen (wie immer), dass sie an keiner verkauften Flasche auch nur einen Cent verdienen.
Außerdem werden den Matrosen noch weitere Weine aus Österreich ans Herz gelegt.







Typisch Winzer, nichts tun, nur herumsitzen... 





Schneeweis in Spitz (In der Spitz 2)