19.08.10 WEINE 19 Einem Freund senden

Diese Ösis: Mein Gott, Walter

Typisch Winzer, nichts tun, nur herumsitzen...Typisch Winzer, nichts tun, nur herumsitzen...

Sie werden selten in Österreich. Die richtig guten Trinkweine. Weine, die sich als perfekte Speisenbegleiter eignen, ohne alles zu erschlagen. Weine mit weniger Alkohol (also nicht über 13 %), die trotzdem genug Substanz haben, eine Dekade problemlos zu überstehen. Weine, die mit maximaler Frucht, gut stützender Säure und kräftigem Körper Eindruck machen.

Leider ist so oft das Gegenteil der Fall: In Österreich mehren sich die säurearmen und weichen Alkoholbomben, die vor unnötiger Kraft, ja im schlimmsten Fall sogar vor Botrytis und (oder) Holz strotzen; Weine, die sich anfangs einschmeicheln, derer man aber bald überdrüssig wird und sie eigentlich gar nicht trinken mag. Weil hier „Genuss" zur Arbeit wird.

Einer jener, die wissen, wie es geht

Einer, der weiß, dass dieser Weg falsch ist, heißt Walter Buchegger aus dem Kremstal nahe der Wachau in Niederösterreich. Buchegger keltert in Dross bei Gedersdorf, wo Löss und Urgestein den Boden dominieren und warmes, noch pannonisches Klima auf die kühlen Winde des Waldviertels trifft. Dies sind ideale Voraussetzungen für aromatische Weine mit großem mineralischen Geschenk und einem tollen Rückgrad aus Frucht und Säure. Großartige Grüne Veltliner und eindrucksvolle Rieslinge. Weine, welchen man ganze Abende widmen will, nur um ihre Persönlichkeit zu ergründen.

Nein, Buchegger hat das Weinmachen nicht neu erfunden. Es scheint, das einzige, was Buchegger beseelt, ist der Wille, guten Wein zu machen. Botrytis - vielerorts geduldet, manchmal sogar forciert - ist bei ihm unerwünscht. Eingreifen in die natürliche Weinwerdung ebenso.

Als Beispiel für Bucheggers Können öffne ich den Grünen Veltliner 2009 aus der Lage Gebling. Ein Wein, der tatsächlich ein gesamtes Menü begleiten kann. Egal ob Fisch oder Fleisch, er passt immer. Ein reifer Saft, mehr vom Boden, als von der Frucht geprägt. Der Gelbling glänzt mit einer gut eingebundenen und charmanten Säure, ohne dabei je aufdringlich zu wirken. Wichtig machen durch Anpassung.

Riesling Moosburgerin, Veltliner Gebling

Ein Ausnahmewein ist auch auch der Riesling 2009 aus der Lage Moosburgerin. Wie selten ein anderer österreichischer Wein, vermag dieser Saft an den deutschen Rieslinggeschmack anzudocken. Moderate 13 % Alkohol, jugendliche Frische, blitzsauber und stahlig klar. In der Nase primär noch Steinobst, im Mund schnell ein engmaschiges Gerüst aus Mineralität und einer knackig pikanten Säure, die den Gaumen über lange Zeit beeinflussen kann. Dieser günstige Gigant wird über Jahre Freude machen.

Grüner Veltliner Gebling 2009 für 8,30 Euro bei Welcome Vino.

Der Riesling Moosburgerin 2009 ist erst in wenigen Wochen erhältlich. Die Mannschaft nimmt an, er wird für 17,00 bis 19,00 Euro in den Handel kommen.

Der Captain und die Mannschaft betonen (wie immer), dass sie an keiner verkauften Flasche auch nur einen Cent verdienen.

Außerdem werden den Matrosen noch weitere Weine aus Österreich ans Herz gelegt.



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Kommentare 19

Kommentare

Juppi Berichtigung

Schneeweis in Spitz (In der Spitz 2)

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Gast

Interessant. Berichtigung zu was??

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Bernhard Degen

Gestern den Bucheggerschen Riesling Tiefenthal 2009 getrunken. Großartig, purer Trinkspaß!

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Juppi

Sorry, technische Probleme.
Nochmal alles von Vorne.

Ein Riesling mit 13 %vol ist für mich nicht mehr wirklich moderat im Alkohol, wenn man natürlich manch überkonzentrierten Smaragd in Beziehung stellt, erscheinen die 17-19€ auch in Ordnung für einen anpassungsfähigen Trinkwein wie ihn der Maat oben fordert.

DaZahl ich doch lieber 13€ für ein "luxusfederspiel" vom roten Tor / Steinterrassen, oder gehe gleich in die zweite oder dritte reihe und bekomme dort um weit unter 10€ genau das was oben gesucht wird. Super Essensbegleiter, moderater Alkohol, keine Fruchtbomben sondern Wein mit gewissem Anspruch und Tiefgang. Eine Empfehlung iwäre hier das GV FS von Schneeweis aus Spitz

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Gast

GV FS ? Hä? Geheimsprache?

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kaputier naja

G rüner V eltliner F eder S piel.

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Gast

Musste Federspiel auch erst googeln, um zu wissen, was das ist. Ösi-Geheimwissen.

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kaputier also wirklich...

nein. der inhalt einer eitrigen ist österreichisches geheimwissen!

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Gast

kurze Kritik:

Wie geht das Alles zusammen?
Kamtal Wien Kremstal, Dross - Gedersdorf ??

Ich persönlich mag alkoholreiche Weine wenn sich dies mit Säure und Fruch vereinbaren lässt.

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walter buchegger

.........da hat er nicht unrecht, der herr gast . da ist a bisserl was unrichtig . aber , die wichtigsten infos stimmen und somit :
WB gefällt das sehr !

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Gast

stimmt eh.... wenn man nicht aus der Gegend ist braucht man nehm ich an bekannte Bezugspunkte.

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Johann Scheinast (via facebook)

lieber maat clemens, ich stimme dir wieder einmal 100%ig zu was den gebling betrifft, ganz feine sache, du trinkst die bottl mit oder ohne essen und du fühlst dich gut.
ABER: wenn du über freund buchegger schreibst und du schreibst nichts über seinen pfarrweingarten (deine angst vor hohem alc in ehren!) dann fehlt da einfach etwas!! für mich ein großer veltliner, ein paradebeispiel, so soll ein kräftiger gv schmecken!

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Micha Schei (via facebook)

Buchegger rockt!!!!!

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Helmut O. Knall ...grantig, weil diese Anmelderei hier nervt.

Mir fällt jetzt schon länger auf, dass immer über die Botytis dischkuriert wird, vielleicht noch über den Alllohol oder die Fettn. Das wahre Problem, das all die Herren Supergscheiten mit Halbtag-Rust-Fachwissen (ich meine nicht den Captain!) übersehen, ist doch ganz was anderes.

Ich schiccke voraus - und setze mich damit der Breitseite der ganzen Flotte aus - dass ein Weisswein (denn davon reden wir doch hier) durchaus Botrytis haben kann, durchaus mächtig sein kann, durchaus mehr als 13, ja sogar 14% haben kann, wenn er perfekt balanciert ist. Wenn er eine Struktur, eine - ja ich sags - mineralische, eine Terroir-Komponente hat, die ihm das Rückgrat gibt, wenn er das alles mit einer frischen Säure durch den Gaumen tanzen lässt, wenn er trinkig bleibt. Und JAAAA, das gibt es , JAAA das geht. Habe hunderte Beispiele bei mir herumstehen, biete jedem gerne eine Vertikale solcher Weine an.

Um Himmelswillen, verdammt doch nicht wieder pauschal irgendwas - ohne zu verstehen, warum manches so ist, wie es ist. Denn natürlich wird rigoros ausgedünnt, reduktiv gearbeitet, die Weine im Stahltank eingesperrt - um nur einige wenige Faktoren zu nennen, warum heute die Schulrechnerei von KMW oder Öchsle auf Alc. schon lange nicht mehr stimmt. Mit all diesen Methoden gibt es eben mehr Alc. - aber, wenn richtig gemacht, ist das doch kein Problem, die Weine haben trotzdem Trinkfluss und den Alc. merkt man kaum (ausser beim Alkotest).

Was jetzt aber passiert, weil ach so viele von euch weniger Alc. fordern, ist, dass wir auf einmal lauter Weine haben, die mit 5-9g Restzucker daherkommen. Ja, natürlich. Alle zufällig genau da stecken geblieben. Vor allem, weil man jetzt spontan und nimmer mit Bajanus oder Champagnerhefen vergärt. Logisch, weil wenn, dann hätte man zwar trockene Weine aber 14-16% Alc.

Früher lesen? Schmarrn. Dann sind die ja ned physiologisch reif. Weniger ausdünnen - naja, das machen ja eh viele Wachauer.

Es ist eben ned so einfach. Beim Wein sind tausende chemische Komponenten im Spiel, jetzt eine (Botrytis oder Alc. oder was auch immer) zu verändern bringt den Wein nur aus dem Gleichgewicht. Aber er ist deswegen nicht besser.

Bitte liebe Viertelwissende Weinliebhaber, lasst euch nicht immer irgendwas einreden oder von den Herren Vortragenden oder uns Schreiberlingen. Und um Gottes willen betet es nicht immer gleich nach.

Wie in jeder Branche, gehts auch hier um Geld. Und das Marketing beim Wein ist ein sehr seltsames. Frag was - und du kriegst das zu hören, was du gerne hörst. Die Wahrheit ist es selten.

Kostet selbst - und kauft, was euch schmeckt. Nicht, weil ihr das Etikett kennt oder irgendein Wein-Papst es euch vorschreibt, in dem er es hoch bewertet. Nur, wenn ihr einen Weinkritiker gefunden habt, der immer wieder Weine gut bewertet, die euch dann auch zu Hause - allein, ohne die Etikettentrinker und Parker100-Freunde - schmecken, dann und nur dann, kauft seine Bücher, nehmt sein Notizen aus dem Magazin oder Internet - denn dann hat der Typ denselben Geschmack, wie ihr. Dann klappts auch mit dem Genuss.

Sorry, lang geworden, und immer noch viel zu kurz. Um alle Faktoren zu erklären reicht vielleicht ein Buch. Das aber will ganz sicher kein Verleger herausbringen.

Lieben Gruss. Knalli

PS: Walter Buchegger kann genau diese Balance, von der ich geschwafelt habe. Nur damit das klar ist.

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Der Captain (aus Italien)

Gegenreden dieser Art haben immer Gastkommentar-Status und sollten auch als solcher veröffentlicht werden..

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Juppi euphorisch

da spricht mir der knalli zu 200% aus der seele. meine meinung hatte ich ja schon beim thema veyder-malberg kundgetan.
und bitte die unstimmigkeiten in der überschrift beseitigen. (kamp/kremstal)

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Helmut O. Knall ...?

nicht versteh - mon capitan? nicht anmelden - als Gast kommentieren? ich meinte, da steht mein Name, ich schreib den Komment, klick drauf und lese, dass schon ein anderer Knall mit meinem Namen existiert. Melde mich dann neu an und lande ganz woanders und muss die Seite erst wieder suchen...

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kellerbursche Der Knalli hat recht und der Walter sowieso!

Der Knalli hat recht und der Walter sowieso. Das ist schon seit vielen Jahren bewiesen. Sonst könnt Ihr mich fragen wenn ihrs nicht glaubt.

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Der Captain

Mehrere Kommentare wurden auf Wunsch mehrerer betroffenenen Personen vom Captain gelöscht..

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