16.08.11 WEINLEUTE 2 Einem Freund senden

Friaul: bitte nicht ansprechen!

Natürlich gibt´s auch kein Foto von Enzo Pontoni. Wo kämen wir denn da hin? Sicher nicht in die Friaul. (Foto: Gianfranco)Natürlich gibt´s auch kein Foto von Enzo Pontoni. Wo kämen wir denn da hin? Sicher nicht in die Friaul. (Foto: Gianfranco)

Enzo Pontoni ist ein großer, kräftiger Mann. Er liebt seine Weingärten über alles. Er hasst Verkostungen mit Konsumenten und Händlern. Und Reden. Er ist wahrlich ein großer Schweiger. Ich sage nur: 8.000 Flaschen Jahresproduktion aus 18 Hektar Weingärten. Alles eigene Weingärten, alle von ihm alleine bewirtschaftet. Er steht auf, wenn die Sonne aufgeht. Nein, wenn die Sonne aufgeht ist er schon in den Weingärten, ein Frühaufsteher, und früh-ins-Bett-Gehender. Bei meinen letzten beiden Besuchen schlief er in der Küche um 19.30 Uhr neben dem Herd sitzend auf einem Sessel ein. Wer seine Hände sieht und zu spüren bekommt, beim Handschlag, der weiß sofort, wer hier arbeitet. Und ohne Kinkerlitzchen, ohne Tonschüssel.

Bei Interesse und einfühlsamer Herangehensweise gelingt es dann doch noch irgendwann, ihm was aus der Nase zu ziehen. In bedächtigem Italienisch - ja, eine andere Sprache gibt's nicht in seinem Kosmos, außer natürlich Slowenisch - erzählt er dann diese Art von Geschichten, die einen schwermütig und andächtig werden lassen.

Wie jedes Blatt am Weinstock mehrfach beäugt wird, warum es besser ist, nur 3 Trauben (der Fachmann meint damit nicht die einzelne Frucht sondern alles, was an einem Stiel hängt) pro Rebstock drauf zu haben (oder 2 in diesem speziellen Jahrgang und 4 bei nur diesem speziellen Weinstock) und warum nichts anderes als Barriques für seine Weine zum Einsatz kommen.

Das werden nicht viele hören, denn im Normalfall kommt man gar nicht so weit, Pontonis Weine vor Ort probieren zu dürfen. Wie gesagt, er mag halt seine Weingärten für sich alleine, weil die das einzige sind, was notwendig ist, um solche Solitäre herzustellen. Und es sei gesagt: es gibt keine Homepage und eine E-Mail-Adresse sowieso nicht. Wozu auch? Nur das, was aus dem Weingarten hereinkommt, macht den Wein.

Das hier ist wirklich billig

Merken sie sich das, Sturmlotse Balcerowiak, dieser Wein hier für 44,50 Euro ist wirklich billig! Weine aus 500 Hektar zu erzeugen, architektonisch akribisch gepflanzt, damit Traktoren und Erntemaschinen durchrauschen können, voller Ertrag auf jedem Stock, bei extrem dichter Pflanzung mit 10.000 Stück am Hektar - daraus ansprechenden Wein zu machen, mit annehmbarem Volumen und Dichte, ist keine große Kunst.

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Kommentare 2

Kommentare

Hedonist

Wayne?

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Wackrer Zecher

Launiger Artikel über einen scheinbar sehr interessanten Wein, den ich mir folglich bestellen werde.
Also Hedonist: Mich interssierts!
Wegen solcher Artikel bin ich Stammleser dieser Seite...

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