Wer hätte gedacht, dass sich dieses verdammt beschissene 2011er Sommerwetter doch noch dreht und uns solche Temperaturen beschert? Für Ende August ist das nicht schlecht. Die Wetterkarte scheint weitestgehend frei gefegt von störenden Tiefs. Für diese Herrlichkeit des feuchtwarmen Sommerabend nehme ich auch gern den ein oder anderen Mückenstich in Kauf. Hauptsache alle Fenster und Türen sind auf und bleiben auf. Luft, komm her!
Mir fällt da ein, dass im privaten Kajütenkühlschrank schon seit Wochen eine vereinsamte Flasche Perlwein nur darauf wartet, bei sommerlichem Wetter geleert zu werden. Da es bis jetzt nicht so recht mit dem Sommer klappen wollte, wurde diese ominöse Flasche auch schnell wieder vergessen. Irgendwo im untersten Fach beim Nerven belastenden Dauerregen.
Diese Flasche wurde mir damals nachdrücklich mit der Empfehlung mitgegeben, sie nur zu öffnen, wenn die Temperaturen analog zum Erfrischungsbedürfnis besonders hoch sind. Daran halte ich mich brav. Ich will den hitzigen Durst löschen, mich erfrischen. Nicht mehr.
Dieser merkwürdige Schaumwein nennt sich einfach "Le 7", als Reminiszenz an die Route National 7. Richtig, er kommt aus Frankreich. Und hier wiederum von der Loire. Blöd nur, dass das Anbaugebiet der Loire sich unendliche 1.000 km ins französische Kernland rein frisst und zudem zersplittet ist in zahllose verinselte Sub-Appellationen. Da muss ich gestehen, dass mir die kleine Appellation Côte Roannaise noch nie untergekommen ist. Bei mickrigen 200 Hektar eigentlich auch kein Wunder. Eine kleine graue unbekannte Maus, diese Mini-Region. Und diese ist aus Sicht der Loire soweit im Landesinneren, dass sie eigentlich schon näher am Burgund liegt als an der berühmten Kernzone der Loire um Tours, hunderte Kilometer entfernt. Diese Nähe zum Burgund ist in einer Sache besonders spürbar: an der Côte Roannaise werden die Roten wie im naheliegenden Beaujaulais aus der Rebsorte Gamay gekeltert.
Größe ist nicht die Bühne des Gamay. Süffige und fruchtbetone Weine hingegen schon. Gamay bildet im Burgund ja die eher ungeliebte Opposition zum Pinot Noir. Die Stärken des Gamays werden pflichtgemäß genau in diesem "Le 7" ausgespielt. Er ist fruchtig. Er hat sehr wenig Alkohol. Er ist eigen. Er macht Spaß. Er sprudelt. Er tut nicht weh und wirkt dennoch nicht billig.
Der "Le 7" unterscheidet sich in zweierlei Art von klassischen Schaumweinen: erstens in der Art der Herstellung und zweitens vom höheren Restzuckergehalt. Beides hat den bekannten kausalen Zusammenhang: bei der im "Le 7" angewandten Methode "ancestrale" wird der Grundwein nur einmal zur Gärung in der Flasche gebracht. Die zweite Gärung, die bei der weit verbreiteten "Méthode Champenoise" angewendet wird, entfällt hier völlig.
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Klirrrr. Eine hübsche Farbe für den Finanzminister. (Foto: Torsten Goffin) 





für solche die es genau wissen wollen... der wein ist aber klasse, perfekt für den sommer!
dabei wird der frisch gepresste most vor der gärung für ca. 48 stunden abgekühlt und dann bei niedrigen temperaturen gären gelassen. Der noch nicht ausgegorene, süße und stille wein wird dann auf flaschen gezogen. Zu diesem Zeitpunkt verfügt der halbvergorene most noch über einen restzuckergehalt von mindestens 55 g/l. in der flasche gärt der Wein mindestens 4 monate und erreicht einen alkohol-gehalt von etwa 7,5 volumenprozent bei einer verbleibenden restsüße von mindestens 35 g/l. nach dem entfernen der heferückstände wird der wein in neue flaschen gefüllt. es erfolgt aufgrund der restsüße keine dosage mit versandlikör.