Genüsse kann man nach katholischen Kategorien zweiteilen: in erlaubte und verbotene. Bier gehört (maßvoll genossen) in die erste. Weinfreunde, wie ich sie hier auf diesem Schiff zuhauf erreiche, wissen, dass die besten Rebberge oft zu Klöstern gehören (oder gehört haben). Riedennamen wie „Pfarrweingarten", „Mönchsberg" oder „Kögl" (von „Cuculla" = Mönchskutte) verweisen oft auf Weine hoher Güte.
Ähnliches gilt für Gebrautes: Klosterbiere galten als das Beste vom Besten. Fromme Männer und Frauen hatten sich ein himmlisch gutes Bier als Ausgleich für ihren Verzicht auf weltliche Genüsse verdient. Im Zuge der allgemeinen Säkularisierung ist Bier profan geworden, traditionsreiche Braustätten, wie jene der Straubinger Karmeliten, wurden an weltliche Inhaber verkauft. Gottseidank sind die heutigen (diesseitigen) Gesellschafter der Karmeliten Brauerei mindestens ebenso bestrebt, Traditionen zu pflegen und ausgezeichnetes Bier zu brauen, wie ihre frommen Vorgänger.
Auch der Geschäftsführer Christoph Kämpf ist ein Glücksfall für die Bierkultur, er ist höchst aktiv auch in Brauerbund und Biersommelierverein tätig. Wir hatten gemeinsam mit ihm - im Herbst 2010 - einen ganzen langen Tag zig Biere (vor allem Festbiere) verkostet. Kämpf war damals gerade dabei, ein neues Bier zu planen: Brocardus 1844.
Dieses klassische Märzen ist ein etwas stärkerer, eher malzbetonter Bierstil. Die Bezeichnung stammt noch aus der Zeit, als ohne Kühlung gebraut wurde. Untergäriges Brauen war damals nur vom späteren Herbst bis in den März möglich, untergärige Hefen arbeiten nur bis etwa zehn Grad Celsius. Damit das letzte untergärige Bier etwas länger hält, wurde mehr Schüttung (= Malzmischung) verwendet. Deshalb weisen klassische Märzenbiere rund 5,6 bis 5,8 % Alkohol und eine kräftige Farbe (Kastanienbraun, dunkles Gold oder tiefes Bernstein) auf. (Das österreichische Mainstreambier, welches ebenfalls „Märzen" genannt wird, hat damit nichts zu tun).
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So jung, so frisch, bald vergoren: Hopfendolden (also Blüten). Sind aber eigentlich eine Art Ähren.(Foto: Jita) 





Mal wird hier ein Bier hochgelobt, das 70 Cent kostet, mal wird eine Flasche gefeiert, die 20 Euro kostet (Sylt-Bier vom letzten mal). Sicherlich alles bemerkenswerte Biere. Jedoch hat man den Eindruck, dass der Preis einzig und allein dem Marketing geschuldet ist, die Herstellungskosten scheinen sich in Grenzen zu halten. Daher greife ich hier lieber zu den günstigen Empfehlungen.