11.03.11 WEINE 2 Einem Freund senden

Piemont für 9,90 €. Eine Traube, zwei Weine

Bei den Produttori im Untergrund: Lange Keller, viele Flaschen...Bei den Produttori im Untergrund: Lange Keller, viele Flaschen...

Das Piemont. Pilgerstätte der Weinenthusiasten aus aller Welt. Schöne Hügel, gute Hotels und vorzügliche Restaurants. Wenn dann noch ein paar Trüffel aus Istrien importiert werden, ist das Glück des bundesdeutschen Weintouristen vollkommen. Die Weine hier sind meistens teuer. Es gibt zwar günstige Dolcettos und ein paar einfache Barberas, doch für so einen echten Barolo verlangt die Cantina ordentlich Geld. Mindestens zwanzig Euro. Na ja, für einen guten Nebbiolo muss man eben viel blechen.

Dann kommt man nach Hause. Und was sieht man da? Einen Barolo im Supermarkt um 9,90. Waaaas? Frechheit. Barolo - das teure Zeug. Um den Ramschpreis? Da kann doch was nicht stimmen.

Es stimmt aber alles. Die Banderole ist da, die Cantina "Terre da Vino" existiert auch, sie produziert 5 Millionen Flaschen im Jahr. Soll heißen, sie verwertet Traubenüberschüsse und Trauben schlechter Lagen. Schon der Fantasiename muss einem das klar machen. Terre da Vino, originell. Der Wein heißt "Tor di Vento". Noch origineller. Das heißt aber noch lange nicht, dass dieser Barolo aus dem Jahr 2006 schlecht sein muss.

Gute Ausstattung, langer Kork

Das Etikett ist schön, die Ausstattung gut. Und auch der Kork nicht zu kurz. Ganz billig will man es hier nicht geben. 2006 war auch kein ganz so schlechtes Jahr, es müsste eigentlich alles passen. Selbst wenn die Trauben aus Überschüssen und Zweitlagen kommen, sollte hier ein anständiger Barolo rauskommen. Nichts großes, aber ein vergnüglicher Wein für zwischendurch. Vielleicht.

Vielleicht auch nicht. Und schon der erste Schluck verheißt nichts Gutes. Also auch die zweite Flasche aufgemacht. Um nichts besser.

Nasses Eisen, stechende Säure

In der Nase zuerst nicht unansprechend: Kirsche, Johannisbeere, nasses Eisen, Töne von Haselnuss und Schneeglocken. Sehr kühle Weinstilistik. Die Säure dringt durch. Aber es ist auch ein leichter Hauch von überreifen Traubenaterial wahrzunehmen, ein leichte und alkoholische Süße, die nicht gefällt.

Im Mund dann sehr herb, bitter, kräftige und unangenehme Tannine. Wenig erinnert an Italien, eventuell der Geschmack nach Eisen und Erde. Auch im Hals noch kratzig, ein wenig Frucht ist in Anklängen vorhanden, doch die Bitterkeit, die Herbheit, die stechende Säure und die Aggressivität machen diesen Barolo zu einem der unangenehmsten Vertreter seiner Spezies. Auch schon reif und spitz. Jeder Cent hinausgeschmissen

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Kommentare 2

Kommentare

Johmthe

Warum steht hier was über einen schlechten Wein?

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Mister Spuck ...aufgeräumt

Warum denn nicht?

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