03.03.11 WEINE 11 Einem Freund senden

Blindprobe: Eine Sorte, zwei Weine

Was ist da bloß im Glas?Was ist da bloß im Glas?

"Persischer Wein, ist so wie das Blut der Erde...", kräht mir ein berufsmäßiger Zyniker ins Ohr, während er zwei Gläser mit Wein füllt. Eine Blindprobe. Und den Hinweis, dass ich diese Weine, auch die Sorte, sicher nicht erkennen werde. Ich schiebe es auf die bekannte Schrulligkeit, die der Gastgeber gerne an den Tag legt. Rotwein, so viel ist mal sicher.

Und deutscher Rotwein. Vermutlich. Nein ganz sicher. Deutscher Wein. Kein persischer. Und beide Gläser sind völlig unterschiedlich. Aber stilistisch ähnlich. Beide riechen „wild". Wilder und ungehobelter als Burgunder und andere Bordelaiser Rebsorten jemals riechen können. Dunkles, rotes Fleisch. Ganz deutlich. Und auch die Beize dazu. Wacholder, Wurzelgemüse und herbe Kräuter. Im einen Glas etwas mehr als im anderen.

Syrah, aber nicht aus Persien

Im einen Glas ein erwachsener Wein. Die Nase zeigt die erste Harmonie, am Gaumen auch fast schon ein kompletter Saft: Frucht, Holz und Säure spielen schön zusammen. Zu Brombeere und Wildbeizen kommt noch eine gut gelagerte und fette Havanna. Am Gaumen dann richtig viel Kraft, eine pfeffrige und leicht ledrige Würze und eine wunderbare, feste Struktur, die vom langen Ausbau im Fass kommt. Ein deutscher Hermitage aus Laumersheim, denke ich mir. Und ich liege richtig. Die Sorte?  Das kann nur Syrah sein. Deshalb singt mein Gastgeber auch diese Verballhornung des Udo-Jürgens-Klassikers. „Persischer  Wein" deswegen, weil man lange geglaubt hat, die persische Stadt Syrah wäre die Namensgeberin dieser Sorte. Ist sie aber mitnichten.

Ein Knipser, dem Maat bekannt

Ein Syrah also. Sicher der von Knipser, denke ich. Knipsers Syrah kenne ich erstmals aus dem Jahr 2000, das ein nicht sehr gutes Weißwein- und ein noch schlechteres Rotweinjahr war. Und Knipsers Reben waren damals noch jung. Gerade sechs Jahre im Pfälzer Boden. Es glich einem Wunder, dass der Wein aus diesem Jahr überhaupt etwas werden konnte. „Aus Versuchsanbau" stand bürokratisch korrekt auf dem Etikett.

Seite 1/2 >


DruckversionPDF-VersionEinem Freund senden Share this
Kommentare 11

Kommentare

Der wahre Kapitano besser ..., weil der falsche Capitano das geschrei sein läßt!

Hömma Kapitano, die Arschshow is scheiße für's Image, haste auch an den Klickraten gemerkt. Der Blog is bald alle wenne weiter so'ne Bildschei ... e postulierst. Peinlich finde ich das alles! Also mach mal watt besser, sonst klemmen se Dir, oder ich den Hahn ab und dann trinkste wieder Aldi, so wie früher! So! Prost!!!

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Der Captain (auswärts)

Die "Klickraten" entnehmen Sie bitte der Rubrik "Am meisten gelesen" und "Am meisten kommentiert". Beide Rubriken sprechen für sich..

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
berzel

Das Niveau dieser Veranstaltung geht den Berg runter. Kaum noch ernstzunehmende Antworten auf die Beiträge hier - der Versuche, selbige durch provokative Äusserungen zu animieren, schlägt fehl (siehe die unselige "Arschjahrgangsdebatte") . Die Österreich-Debatten interessieren in D wenig, Herr Eschenauer sollte auch besser in seinem Riesling-blog schreiben. Prognose: in einem Jahr gibt es diesen Auftritt nicht mehr.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Der Captain (auswärts)

Subjektive Wahrnehmungen und Tatsachen: 100 sehr ernstzunehmende Antworten auf "Gummi arabicum". Gerade eben ein sehr gute Meldung eines Matrosen bei der "additiven Önologie". Und alle Debatten in andere Medien getragen. Wenn das nicht Ihr Journalismus ist, wenn Sie das nicht lesen wollen, dann bleiben Sie bitte fern, Ihr Fernbleiben wird nicht auffallen.

Aber es ist ja so, dass alle jene, die am meisten über das Schiff herziehen, täglich gleich mehrmals an Deck kommen. Ärger und Wut, tuen beide gut. Gell?

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Felix Eschenauer

Diese feine Kritik geht mir doch glatt... am Berzel vorbei. Prognose: Sie schauen auch in einem Jahr noch rein.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
ChezMatze fixiert

Zum Thema, liebe Freunde: Neulich hat mir ein Weinhändler gesteckt, "der kann nix, der Ziereisen".

Was für ein groteskes Fehlurteil, jedenfalls meiner Meinung nach. Nun muss ich zugeben, dass ich die individuellen, zunächst vielleicht etwas schwierigen und charakterstarken Weine mag. Jedenfalls habe ich die ganze Palette schon mehrmals mit großer Freude durchprobiert. Und kann dem Autor nur beipflichten: Warum sollte man einen anspruchsvollen Syrah bitteschön bevorzugt mit zwei Jahren trinken sollen?

P.S. und den Vorschreibern gewidmet: Ich kenne mich nicht gut aus mit österreichischem Wein, und genau um jenes zu ändern, lese ich die Österreich-Beiträge hier. Heute habe ich deshalb grad Peter Malbergs Riesling Bruck gekauft...

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Felix Eschenauer

Der Weinhändler meinte wohl: der kann nicht fett und geschmeidig, der Ziereisen. Denn das verkauft sich leichter. Fett kann jeder, Ziereisen hat einen tollen, eleganten Stil gefunden und ich wünsche mir, dass er ihn durchhält.
Bruck von PM? Groß!

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Master at Arms

@ Felix: Wie stark sind denn diese "rohes Fleisch"-Noten beim Ziereisen ausgeprägt? Die mag ich ja am Syrah besonders.
Kannst du was zum Unterschied Jadis/Gestad sagen? Sind das unterschiedliche Parzellen oder (nur) unterschiedliche Fässer? Leider hab ich von Z. noch nichts getrunken. Ist aber auf der Liste.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Felix Eschenauer

Die Noten sind deutlich, aber nicht unangenehm kräftig vorhanden.
Jaspis sind die besten Weine aus selektioniertem Lesegut. Kann also sein, dass die aus verschiedenen Parzellen stammen. Den 08er Syrah J habe ich noch nicht probiert. Wie der Gestad 22 Monate Fassreife, weniger! Alkohol (11,8), Säure und Restzucker annähernd gleiche Werte.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
charlie einseitig

Mich stört an Ziereisen nur, wie er mit den Lagen auf dem Etikett umgeht. Weder läßt er es ganz, noch schreibt er eine ordentliche 71er-Lage drauf sondern Parzellen, Gewanne, Flure. Also kann kaum ein Mensch wissen woher der Wein genau kommt und warum er heisst wie er heisst. Er wird wohl seine Gründe haben und wir unseren Spass.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Patrick Johner

Ist doch ein schöner Artikel zum Thema Syrah aus dem Cool climate Weinbauland "Deutschland".
Wir selbst dachten immer, dass Syrah anspruchsvoller wäre als Cabernet Sauvignon... aber dank unserer Versuchsparzellen in Neuseeland hat sich herausgestellt, dass man auch in Cool climate Regionen (wenn das Wetter im Herbst einigermaßen trocken ist) excellenten Syrah sogar aus Junganlagen keltern kann. Das hat uns sogar dazu bewogen jetzt noch mehr Syrah dort anzupflanzen.

Zum Thema Ziereisen sollte man sich intensiv mit seiner Betriebsphilosophie und seiner Problematik mit der örtlichen A.P. Prüfstelle beschäftigen.
Ich selbst bin extrem neidisch auf Ihn, weil viele seiner Reben auf Kalkboden wachsen und Weine erzeugen, die weniger plump und daher für manche säuerlicher wirken.

Ich persönlich habe zum Glück die Möglichkeit meinen Kunden zwei Weine (einer vom Kalk und einer vom kiesigem Boden) zu präsentieren und denen die Auswirkungen des Bodens auf den Geschmackseindruck zu vemitteln.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  

Kommentar hinzufügen


Neuen Kommentar schreiben
Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Sicherheitsabfrage
Matrose, beantworten Sie bitte die unten stehende Frage. Ihre korrekte Antwort behindert automatische Störporgramme gegen das Schiff.
Bild-CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
* = Pflichtfeld