Freinsheim, ein kleiner Ort in der Pfalz, mausert sich in den letzten Jahren zu einem Eldorado für Liebhaber deutscher Rotweine. Hier drücken einige Betriebe richtig aufs Tempo, allen voran das Weingut Rings, das ja schon häufiger Thema beim Captain war. Neben Rings trat im Herbst 2011 das Weingut Krebs aus dem Schatten der Provinz und belegte mit seinem 2007er Pinot gleich den ersten Platz beim Spätburgunder-Preis 2010. Der 2008er, den ich heute trinke, hat das Zeug dem 2007er in gleicher Größe nachzufolgen. Obwohl 2008 ein kompliziertes Weinjahr war.
Der junge Jürgen Krebs stammt aus einem der vielen Weingüter Deutschlands, die nie aufgefallen wären, wenn der Junior nicht daran gedacht hätte, alles anders zu machen. Jürgen Krebs hatte es zudem leicht, weil auch sein Vater kein Feind der önologischen Moderne ist.
Ein Weingut auf dem Weg nach oben
Das Weingut Krebs hat eine mittlere Größe, viele Rebsorten, die irgendwann mal Mode waren, ein Gästehaus, Sekt, Schnaps und Säfte. Und ganz sicher Stammkunden, die man stets zufrieden stellen will. Das alles sichert Einkommen und Wohlstand, trägt aber auch dazu bei, von einer breiten Öffentlichkeit nicht weiter wahrgenommen zu werden. Und kann ein Problem werden, wenn die Weinqualität weiter derart steigen wird, wie sich das jetzt schon abzeichnet.
Jürgen Krebs lernte bei den besten Winzern, zum Beispiel bei den beiden großen Pfälzer Rotweinspezialisten Kuhn und Knipser, die seinen Stil nachhaltig geprägt haben. Philipp Kuhn vielleicht etwas nachhaltiger.
Nur echt mit der Krebsschere
Krebs 2008er Spätburgunder mit dem markanten Etikett (der knallroten Krebsschere) stammt aus der Lage Musikantenbuckel. Keine Toplage, jedenfalls ist sie zu groß, um je eine zu werden. Der Teil, aus dem Krebs bester Pinot stammt, scheint allerdings richtig gut zu liegen. Die etwa 17 Jahre alten Reben stehen auf einer nicht flurbereinigten Parzelle mit lehmigem Sandboden. Nach einer kräftigenden Maischegärung lagerte der Wein für etwa 18 Monate in neuen Barriques.







Will siiee wat fjutscha will bring? 





Archivartikel? Ist denn die Mauer schon gefallen?