Der Captain hat die Grippe. Und zwar die richtige. Damit nervt er nun das Schiff seit acht Tagen und vierzehn Stunden. Führungspersonen können nerven, wenn sie Stärke verlieren und auf fremde Hilfe angewiesen sind. Der Erste Offizier kann darüber ein Lied singen.
Deswegen hat er sich ja auch zuerst aus dem Staub gemacht, als das Wrack von Seemann in seiner Kajüte herumlag, vor sich hin stank und mit seinem Gehuste das Schiff schwanken ließ. Auch die Matrosen hielten das nicht aus und verzogen sich in ferne Gefilde nach Westdeutschland.
Seit ein paar Tagen ist wenigstens das Halsweh weg. Und auch das Fieber hat nachgelassen. Zumindest lässt es den Captain unter Tags in Ruhe. Gestern Nacht aber, da hat der Husten seine Auferstehung gefeiert, der Husten, der schon längst weg war. Husten, ich habe ein Problem.
Husten, ich habe ein Problem
Und als der Captain da hemmungslos herumhustete, da konnte auch der Erste Offizier nicht mehr schlafen. Nach einem Einlauf Paracodein wurden des Captains Bronchien auf einmal ganz ruhig und er gestattete sich einen Blick in den Weinkeller, wo er auf einen Spätburgunder stieß, der erst seit ein paar Wochen am Schiff herumlag. Einen Spätburgunder Goldberg Barrique 2007 von Wageck-Pfaffmann aus der Pfalz. Wie es sich gehört in der schönen, schlanken Flasche.
Erster: Dreh ich ihn auf? Oder drehst du ihn auf?
Captain: Ich bin zu schwach, bediene mich Sklave. Hier der Öffner.
Erster: Vorhin hast du aber noch ordentlich gejammert. Jetzt, wo das Codein wirkt, hast du deine alte Arroganz wieder. Gut zu wissen. Beim nächsten Mal ist alles anders.
Captain: Jede Wette nicht. Wir sind ein altes, eingespieltes Lebenspaar.
Erster: In welche Lesbenbar willst du gehen?
Captain: Ach vergiss es. Mach lieber die Flasche auf.
Erster: Schau, ein Naturkork. Das wird deine Schraubverschlüssler nicht freuen.
Captain: Und, hat er was?







Hängt nur fett herum und reift vor sich hin. Die Mimose Spätburgunder... 





Der Captain teilt sein Krankenlager mit einem Spätburgunder, so, so !