Dem Esterházy-Konzern, alter Habsburger Adel, gehört halb Ungarn. Diesen riesigen Landbesitz hat er (nach Wissen des Captain) auch zu Zeiten des Kommunismus nie zur Gänze verloren, denn Esterházy wusste sich immer durchzuwursteln. Die Fürstin Esterházy (ungarisch für Osterhase) jedoch, die blieb in Eisenstadt. Im Burgenland. In Österreich. Sicher ist sicher.
Und Esterházy hat Land. Enorm viel Land. Auch in Österreich. Da kann die Krise toben, wie sei will. Grund und Boden ist die beste und stabilste Währung. Deswegen steht der Esterházy-Konzern auch gut da. Und deswegen kann er bei manchen Projekten einen langen Atem beweisen. Zum Beispiel beim hauseigenen Weingut.
Das Esterházy Weingut in Österreich wurde in den letzten zehn Jahren dramatisch modernisiert. Die Qualität der Weine ebenso dramatisch verbessert. Deswegen ist Esterházy auch ein Werbepartner des Captain. Doch die Matrosen wissen: Das kann den Captain nicht beeinflussen.
Esterhazy hat auch ein Weingut in Ungarn. National gut bekannt, international noch nicht. Kein Wunder: Das Weingut Etyeki Kuria hat nur 18 Hektar. Und macht noch dazu Qualitätswein. Da bleiben selbst im krisengeschüttelten Ungarn nur wenige Flaschen für den Export über.
Ein Weingut am Stadtrand
Eine dieser Flaschen hat jetzt den Weg zum Captain gefunden. Und der hat sie mit dem Weinautor und Weinberater Michael Liebert im Berliner Restaurant VAU (ein Speisezimmer des Captain) getrunken. Ein Pinot Noir aus dem Jahr 2008, 14,5 % Alkohol, gereift 12 Monate in 300 Liter-Fässern ungarischen Ursprungs. Sehr klassisch also. Und auch sehr international.
Im Glas ein mitteldunkler Saft, dunkler, als andere Pinots, aber mit der typischen Aufhellung zum Glasrand hin. In der Nase sehr sortentypisch mit einer Note Kakao, dunlker reifer Kirsche, etwas Rauch, dann auch ein Autoreifen in der Sonne an der Tankstelle.
Im Mund hochelegant. Ich wiederhole: hochelegant. Denn diese Eleganz ist das überraschendste Mitbringsel dieses Weins, kühl, feingliedrig, Stecknadel. Und trotzdem ein voller Mund, ein langer Nachhall. Richtig gutes Trinkvergnügen.
Bitte jetzt trinken
Bezüglich der Lagerfähigkeit würde der Captain kein Garantien abgeben. Der Wein war jetzt schon gut zu trinken. Und ein Vergnügen. Besser gleich killen.
Und dann noch ein interessantes Detail am Rande: Dieser Pinot kommt aus der Etyek-Region gleich bei Budapest, er ist also ein weiterer seltener Hauptstadtwein (also wie in Wien oder Rom). Früher war die Gegend für das schnelle Ausschenken billiger Weine bekannt. Das hat sich nun geändert.
Pinot-Noir Etyeki Kúria von Esterházy für 4.460,00 HUF (Forint) umgerechnet 16,00 Euro bei Wine & Arts Ungarn. Der Wein kann problemlos und zollfrei nach Deutschland geliefert werden, Ungarn ist bekanntlich Mitglied der EU. Demnächst auch bei DelFabro in Wien (dort liegt er schon, sie haben aber noch keinen Preis kalkuliert). Auch Delfabro liefert nach Deutschland.
Und hier geht´s noch zu einem interessanten Blog über ungarische Weine













O Gott! Ich kann nicht bestellen. Diese Website versteht kein Mensch. Ungarisch ist eine der schwersten Sprachen der Welt, sagte mir mal ein Habsburg-Sohn in Wien.