Spanien ist in der Krise. Und es ist vor allem eine Immobilienkrise. Auch Weingüter sind immobilen. Und in kaum einem anderen Land Europas wurden in den letzten Jahren derart viele Weingüter hochgezogen, wie in Spanien. Die Rebfläche des Landes hat sich laut Angabe des spanischen Landwirtschaftsministeriums seit 1990 um ein Viertel vergrößert. Vor allem in der Region Ribera del Duero. Vieler dieser Weine werden inzwischen zu Essig verarbeitet.
Dabei war die Einschätzung der spanischen und internationalen Investoren nicht falsch. Noch 1996 riet das angesehen Wirtschaftsmagazin "Economist" in Wein zu investieren. Nicht in Weinflaschen, sondern in Weingüter. Das bringe Erträge bis zu 30 Prozent. Auf lange Strecke. Nun ist die lange Strecke da. Und der Atem mancherorts sehr kurz. Das wird Folgen haben, viele der neuen Weingüter werden wieder verschwinden. Und eventuell ein paar alte. Mit jenen auch die alte Reben. Leider.
Die neuen spanischen Weine sind oft sehr modern. Sie widersetzen sich alter regionaler Tradition und wollen Teil des neuen kulinarischen Spanien sein, das der Koch Ferran Adrià verkörpert, der der Molekularküche zum Weltruhm verhalf. Doch diese Zeiten sind vorbei, Molekularküche kein Thema mehr und der traditionelle Weinbau groß im Kommen. Und so sieht manch neues spanisches Weingut auf einmal sehr schnell sehr alt aus.
Alles richtig in schweren Zeiten
Manche aber haben gleich auf das richtige Pferd gesetzt, etwa die Macher von Doimino do Bibei (u.a. Javier Dominguez, Sara Perez and René Barbier). Sie haben ihr Weingut in eine wildromantische Weinregion gesetzt, die der Welt nicht bekannt war, sie arbeiten mit autochthonen Sorten und großem Holz, sie vergären spontan, sie haben ein funktional-schönes Gebäude gebaut. Und sie haben einen beeindruckenden Webauftritt. Außerdem sehen sie aus wie eine anarchistische Popgruppe, Arcade Fire of Wine.
Natürlich ist da auch ein bisschen Demeter dabei, die Weinmacher sind so klug, ihren Demeterbezug als "angelehnt" zu bezeichnen. Barrique wird gemäßigt eingesetzt, große Fässer wechseln mit 300 Liter-Gebinden. Gefiltert wird nicht, denn der Wein wurde ja auch nicht nachbearbeitet. Alles in allem ein Weingut, wie es nicht nur Weintaliban (©Eckhard Supp) und Captains Maat Clemens Mally gefallen würde.
Manchmal auch Regen
Dominio do Bibei liegt in der Region Ribeira Sacra, eine Gegend in Galicien, also im Nordwesten Spaniens. Die Region grenzt an die portugiesische Grenze und das Klima kann als kontinental gemäßigt bezeichnet werden. Mit ein paar mediterranen Lokalwetterlagen. Oder vereinfacht: Dort regnet es auch manchmal. In trockenen Jahren der Joker, den auch die Dominio do Bibei zieht.
Weiter auf Seite 2







Schönes Land. Und auch mal Regen... 





gibts auch in Lustenau - www.bodegarioja.at