Ein einfacher Landwein. Vin de Pays. Ein biologischer Landwein. Nun gut, nicht Demeter. Aber biologisch seit 30 Jahren. Und vom Captain auch seit langen Jahren beobachtet und getrunken: der Trévallon von Eloi Dürrbach. Ein Wein aus Südfrankreich, ein Gebiet, mit dem man den Captain jagen kann. Das meiste hier ist fett und feist. Braucht keine Sau. Die Colatrinker vielleicht. Der Trévallon wird aus Cabernet Sauvignon und Syrah (40 %) gekeltert. Das erklärt auch die Einstufung als Landwein, denn eine solche Cuvée ist hier nicht üblich. Und deswegen wird der Wein von den örtlichen Behörden zur Plörre degradiert. Was wiederum völlig egal ist. Wie alles egal ist, wenn die Qualität stimmt.
Mein erster Trévallon
Captains erster Trévallon war ein 1995er. Und der war schön mineralisch, ganz elegant, etwas animalisch und überhaupt nicht aggressiv. Ein schöner Essenswein mit qualitativem Hintergrund. Da wollte einer ganz nach oben, das konnte man merken. Doch dann hatte dieser Trévallon einen etwas unsauberen Tomatengeschmack, der den Captain davon abhielt, die Höchstnote zu vergeben. Aber er hat ihn nicht vergessen, den Trévallon von Eloi Dürrbach, den ungefilterten Biowein aus der Provence. Dort, wo man stille Tage im Klischee leben kann.
Und mit den Jahren kam dem Captain immer wieder ein Trévallon dazwischen. An der Côte. In den Alpen. In Savoyen. Und zuletzt in Luzern. Alles sehr gute und sehr feine Weine, die einen gewissen Kultstatus besitzen, denn die Welt liebt solche Winzer wie Dürrbach, der in eine Gegend geht, wo nur Schrott gekeltert wird und dort den Leuten zeigt, dass man es auch anders machen kann.
Märchen gegen Märchen
Und der die landläufigen Märchen widerlegt. Etwa dass südfranzösische Weine kein Reifepotential besitzen. Der Trévallon beweist genau das Gegenteil. Er ist schon jung gut zu trinken und entwickelt sich im Alter hervorragend. Ganz so alt wie viele Weine aus dem Bordelais kann der Trévallon nach Meinung das Captain aber nicht werden. Auch wenn das die Weinenthusiasten gerne behaupten. Das ist Quatsch. Aber wer braucht das schon - das ewige Leben?
Trévallon ist eine Groteske, den Wein dürfte es gar nicht geben. Dürrbach studierte Architektur in Paris. Die wohlhabende Familie unterhielt einen Sommersitz in der steinigen und kargen Provence, wohin der noble Pariser fährt, wenn er nicht mit dem neureichen Pack gesehen werden will, das St. Tropez oder Cannes vorzieht. Die Provence ist die Toskana Frankreichs.
Gib der Pflanze keinen Zucker
Dürrbach gefiel der steinige Boden und er beschloss ausgerechnet hier Weinbauer zu werden, ausgerechnet hier, wo ohnehin alles so schwer wächst. Doch Dürrbach dachte, man könne die Rebe hier so richtig gut stressen. Hitze und wenig Wasser - das lässt die Pflanze tiefer graben. Und Dürrbach behielt Recht.
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Dürrbach und seine Fuderfässer. Ein Bild, das Maat Mally sicher freut... 





Was erlauben Capt.Cork ! In überraschend offener Ignoranz immer und immer wieder auf "Südfrankreich" draufzuhauen. Was es ja gar nicht gibt, sondern eine Vielzahl von Regionen und Weinstilen. Wenn es nicht die "Üppigen" sein sollen, gibt es natürlich neben Trévallon noch weit mehr von den sogenannt "mineralischen". Und alles dazwischen. Ausgerechnet jemand, der in der Toskana oenologisch verwurzelt ist, sollte mit derart Wurfgeschossen vorsichtiger sein, im Glashaus...