17.02.11 WEINE 14 Einem Freund senden

Arachon: Alter, Lässigkeit, Eleganz

Viel Holz bei Arachon. Ein Keller wie im Bordelais.Viel Holz bei Arachon. Ein Keller wie im Bordelais.

Als der österreichische Wein seinen Aufschwung erfuhr - und zwar richtigen Aufschwung - da gab es zu wenig Flaschen von österreichischem Wein. Die Nachfrage war groß, die Möglichkeit sie zu befriedigen gering. In diesen Tagen des Verlangens entschlossen sich drei Winzer gegenzuhalten. Und ausgerechnet in einem Bereich, der damals gar kein Thema war: Beim Rotwein.

Die drei, das waren Tibor Szemes, Franz Xaver Pichler und Manfred Tement. Und mit Hilfe vieler Winzer aus Horitschon und Umgebung (heute die "Vereinten Winzer Horitschon") schufen Sie Österreichs ersten relevanten Markenrotwein, von dem man auch eine ausreichende Menge Flaschen bekommen konnte. Das alles ist jetzt schon über 10 Jahre her. Und der Captain konnte das Projekt in der Anfangsphase begleiten. Er machte die Fotos.

Der umtriebige und wahnsinnig fröhliche Tibor Szemes starb kurz darauf, seine Frau Illa übernahm die Aufgabe, das Projekt weiterzuführen. Und Kellermeister Josef Pusch, heute bei Esterhazy, kelterte Jahr für Jahr einen außergewöhnlichen Wein, eine Cuvée aus Blaufränkisch, Merlot, Cabernet-Sauvignon und Zweigelt.

Er wurde besser, als der Scheinwerfer ausging

Das wirklich Außergewöhnliche am Arachon aber ist das Paradoxon, dass der Wein besser wurde, als das Interesse an ihm abzunehmen begann. War der Arachon am Anfang noch eine begehrte Cuvée aus heimischem Keller, traten bald andere österreichische Rotweine in den Vordergrund. Und der Arachon, lange Zeit einer der teuersten Weine des Landes, verlor seine Tignannello-Stellung im österreichischen Weinbau. Längst setzt man mehr noch auf reinsortige Weine, längst auf regionale und autochthone Spezialitäten. Der Arachon ist schlicht nicht mehr in Mode. Viele andere Weine haben seine Moderne beerdigt. Der Arachon ist alltäglich geworden. Das ist auch ein Erfolg.

Die fehlende Beobachtung hindert seine Macher aber nicht, stets auf die stabile Qualität der Markencuvée zu achten; stets darauf zu schauen, dass die Vetragswinzer nur die besten Trauben abliefern. Und da muss man manchmal die Augen schärfen. So ist der Aufwand größer als je zuvor. Und der monetäre Ertrag wohl so begrenzt wie in den Anfangstagen.

Trotzdem umweht den Arachon heute ein Hauch von Gelassenheit. Noch immer stehen die großen Namen Pate. Und der Weingeschmack dieser großen Namen tritt deutlich in den Vordergrund. Offenbar lieben sie Bordeaux.

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Kommentare 14

Kommentare

Thomas H.

und um vernünftige 21,99 bei weinwelt.at.

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Maat Mally

Ich glaube dass da auch die Vorliebe de neuen Kellermeisters mitspielt! Der Winzerkeller ist im Moment interessanter als er je war!

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arturtoifl

stimmt, der Wolf Gregor ist ein guter Mann!!!

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Gast ...erinnernd

Eigentlich ist die bordeleske-blaufränkisch-cuvée irgendwie wohl immer noch die Vorliebe Tibors, der im März schon unglaubliche zehn Jahre fehlt.

Und der erste Arachon kam 1996 raus, das ist nun doch schon um di Hälfte mehr als 10 Jahre ;-)
(Nutzt nix Klimek, wir werden alt)
LG Knalli

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Gerhard Barth (via facebbok)

Um diesen Preis ... Sorry!!! Da gibt es deutlich günstigere Weine, die mindestens so gut sind ... nur dann hat man 3 Flaschen *fg*

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Franz Josef Gansberger (via facebbok)

Hallo Manfred!
so eine kompetente Berichterstattung hätte ich mir zu meiner Zeit bei ARACHON gewünscht!
cu hoffentlich bal einmal in Krems oder am Attersee
Goose

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Thomas Faschingeder (via facebbok)

der ist so aus dem Scheinwerferlicht, dass ich meine Jahrgänge 96, 97 und 98 glatt im hintersten Winkel vergessen habe! Ich fürchte da hab ich jetzt Arachon-Essig produziert...

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Gast

nein, keine Sorge, 96 ist zwar säurebetont, aber macht schon noch Spass (der hatte ja immer hohe Säure, weil aus dem Regenjahr...), 97 steht da wie ein Bock, braucht viel Luft, 98 hab ich lang nimmer gekostet, denke aber, dass auch der noch gut sein dürfte, denn 98 wurde stark unterschätzt.

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Thomas Faschingeder

Danke für die Info, war mir nicht bewusst dass das solche Langläufer sind! Dann werd ich sie mir demnächst gönnen.

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Peter Ladinig (via facebbok)

ARACHON ist sicherlich einer der bekanntesten Rotweine Österreichs, keine Frage. Das hat auch Captain Cork erkannt, und nahm sich seiner an.
Als Sommelier muss ich jedoch sagen, das mich die Weinbeschreibung erschreckt bzw abschreckt ihn zu kaufen. Oder wollen Sie in der Weinbeschreibung etwas von "Pferdemist" oder "kaum geronnenen Blut" lesen...

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Traubenfreund ???..

grad der sommelier sollte mit -der- ehrlichen beschreibung etwas anfangen können, er muß es dem Gast ja nicht so weitertragen. prost.

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Gast ...irritiert

Muss das mit dem "ein von Neid zerfressener hanseatischer Weinschreiber" wirklich sein? Davon wird der Arachon auch nicht besser.

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Der Captain (auswärts)

Ich weiß, es klingt eigenartig: Aber nach dem gestrigen Tag musste es sein. Und: Ich kann nicht anders..

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