Als der österreichische Wein seinen Aufschwung erfuhr - und zwar richtigen Aufschwung - da gab es zu wenig Flaschen von österreichischem Wein. Die Nachfrage war groß, die Möglichkeit sie zu befriedigen gering. In diesen Tagen des Verlangens entschlossen sich drei Winzer gegenzuhalten. Und ausgerechnet in einem Bereich, der damals gar kein Thema war: Beim Rotwein.
Die drei, das waren Tibor Szemes, Franz Xaver Pichler und Manfred Tement. Und mit Hilfe vieler Winzer aus Horitschon und Umgebung (heute die "Vereinten Winzer Horitschon") schufen Sie Österreichs ersten relevanten Markenrotwein, von dem man auch eine ausreichende Menge Flaschen bekommen konnte. Das alles ist jetzt schon über 10 Jahre her. Und der Captain konnte das Projekt in der Anfangsphase begleiten. Er machte die Fotos.
Der umtriebige und wahnsinnig fröhliche Tibor Szemes starb kurz darauf, seine Frau Illa übernahm die Aufgabe, das Projekt weiterzuführen. Und Kellermeister Josef Pusch, heute bei Esterhazy, kelterte Jahr für Jahr einen außergewöhnlichen Wein, eine Cuvée aus Blaufränkisch, Merlot, Cabernet-Sauvignon und Zweigelt.
Er wurde besser, als der Scheinwerfer ausging
Das wirklich Außergewöhnliche am Arachon aber ist das Paradoxon, dass der Wein besser wurde, als das Interesse an ihm abzunehmen begann. War der Arachon am Anfang noch eine begehrte Cuvée aus heimischem Keller, traten bald andere österreichische Rotweine in den Vordergrund. Und der Arachon, lange Zeit einer der teuersten Weine des Landes, verlor seine Tignannello-Stellung im österreichischen Weinbau. Längst setzt man mehr noch auf reinsortige Weine, längst auf regionale und autochthone Spezialitäten. Der Arachon ist schlicht nicht mehr in Mode. Viele andere Weine haben seine Moderne beerdigt. Der Arachon ist alltäglich geworden. Das ist auch ein Erfolg.
Die fehlende Beobachtung hindert seine Macher aber nicht, stets auf die stabile Qualität der Markencuvée zu achten; stets darauf zu schauen, dass die Vetragswinzer nur die besten Trauben abliefern. Und da muss man manchmal die Augen schärfen. So ist der Aufwand größer als je zuvor. Und der monetäre Ertrag wohl so begrenzt wie in den Anfangstagen.
Trotzdem umweht den Arachon heute ein Hauch von Gelassenheit. Noch immer stehen die großen Namen Pate. Und der Weingeschmack dieser großen Namen tritt deutlich in den Vordergrund. Offenbar lieben sie Bordeaux.







Viel Holz bei Arachon. Ein Keller wie im Bordelais. 





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