16.09.11 WEINE 8 Einem Freund senden

Toskana: Mallys ehrlicher Bauer

Lucky guy: Luca Sanjust, Weingut-Besitzer. (Foto: Fattoria Petrolo)Lucky guy: Luca Sanjust, Weingut-Besitzer. (Foto: Fattoria Petrolo)

Dienstag war ein harter Tag für mich. Wegen des Hochzeitsweingewinnspiels auf unserer Facebook-Seite machte mir Frischmaat Golenia am Vormittag einen Heiratsantrag. Manche werden sich nun fragen: warum? Nun, der andere Frischmaat - Lauterbach - empfahl seinen Hochzeitswein. Der Zahlmeister nahm die Gelegenheit beim Schopf und versprach unter jenen Matrosen, die sich an diesem Tag (13. September 2011) das Ja-Wort gegeben haben, eine Kiste von Lauterbachs Hochzeitswein zu verlosen.

Die mehr oder weniger Glücklichen, welche nun Anspruch auf die Kiste haben, mögen einfach eine Kopie der Hochzeitsurkunde an die Redaktion mailen und sich von mir beglückwünscht fühlen. Und die Männer bemitleidet - euer Leben ist vorbei! Die erste eingelangte Urkunde gewinnt.

Ja, dem Golenia ist wohl nichts zu blöd, um an Alkohol zu kommen. Ich mag Weine aus der neuen Welt nicht so gern (Ausnahmen erlaubt). Noch weniger sagen mir jedoch Scheinehen zu und am wenigsten mit Männern. Also, Frischmaat - mit uns geht nichts, merk dir das.

Aha, jetzt auch noch Wildschweine. Wann kommt der Wein?

Wäre das nicht genug Durcheinander gewesen, das einem passieren kann, stolperte ich am Dienstag beim Laufen im Wald auch noch über eine Rotte Wildschweine. Die fanden das noch weniger lustig als ich. Noch dazu, weil ein paar kleine Frischlinge mit von der Partie waren. Die sehen zwar süß aus, sind aber intrigante Mistviecher, die ihre Mütter gern auf unschuldige Sportler hetzen.

Zum Glück meinte es die Sau gut mit mir, oder ihre Kondition war im Eimer, denn nach ca. 50 Meter Sprintlauf war Schluss mit der Treibjagd. Oder sie erinnerte sich, dass Wildschweine keine Menschen essen. Ich lebe also noch.

Mit dem Herz zwischen Hintern und Laufhose huschte ich weiter und sitze jetzt voller Leben hier und begieße meinen neuen Geburtstag. Manchmal schenkt einem das Leben den passenden Grund, um sich zu besaufen. Da sollte man einfach danke sagen und sich eine Flasche Wein in den Leib stellen. Das tu ich nun.

Gottseidank - Mally kommt zum Wein

Bekanntlich bin ich kein großer Fan toskanischer Weine. Darum empfehle ich sie auch nie. Allerdings hüte ich ein dunkles Geheimnis. Tatsächlich gibt es nämlich ein Weingut in dieser Region, auf das ich schon lange ziemlich abfahre. Mit seinen 31 Hektar Rebfläche ist es auch keine dieser überdimensionalen Weinfabriken, von denen es in der Toskana unzählige gibt.

Mein toskanisches Lieblingsweingut heißt Petrolo, eigentlich Fattoria Petrolo. Es gehört der sympathischen Familie Sanjust, die in ihrem Betrieb nahe der Stadt Arezzo zwei Weine keltert - den Sangiovese „Torrione", um den es heute hier am Schiff geht, und den Merlot „Galatrona", den ich ignoriere. Wer braucht schon die Supertoskaner aus internationalen Sorten? Mir schmecken die nicht. Einwände und Beschimpfungen bitte hier unter dem Artikel reinschreiben.

Weiter auf Seite 2...

Seite 1/2 >


DruckversionPDF-VersionEinem Freund senden Share this
Kommentare 8

Kommentare

SinZin

ui, wein vom meinem freund - und ja, das anwesen hat nix mit dem wein zu tun, zumindest was die anschaffung/erhaltung betrifft. die bilder die dieser herr auch malt gehören zum gesuchtesten auf dieser welt.

traumwein, der bis vor kurzem noch reiner sangiovese war, und in einer serie von jahrgängen richtig groß ist. da sehen einige weit teurere österreichische rote etwas arm und dünn aus daneben.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
sommelier CH Galatrona

antica locanda del falco 5. februar 2010

galatrona 2006

dichtes, funkelndes rubin. wirkt noch verschlossen, öffnet sich mit belüftung. doch ahnt man schon, was sich da noch zeigen wird. traumhafte aromen nach reifen, wilden brombeeren, saft von roten kirschen gepaart mit einem hauch johanisbeeren. deutliche aromatische tiefe. leichte anklänge von cassis und lakritze. riecht nach sandelholz, tabak etwas schwarzer pfeffer mit noten von arabica bohnen und frischem périgord trüffel. erdige mineralik, die an nassen lehm erinnert. am gaumen fest mit hoher struktur. massen von feinen, seidigen tanninen, traumhafter schmelz. eleganz und harmonie stehen im vordergrund. die trinkfreude ist enorm. säure, barrique und alkohol wirken gut integriert und harmonisieren perfekt. der galatrona endet anhaltend und komplex mit deutlich mineralischem abgang.

es gibt momente,wo man einen galatrona braucht.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Clemens Mally

Das seh ich nicht so, das ist mir zu modern und zu süß, das tannin gefällt mir gar nicht, weil nicht vorhanden und rund und bitched.

torrione ist toll, weil nicht erzwungen, oder er wirkt zumindest nicht so.

lg aus dem mittelburgenland wo ich bei weninger gerade sensationelles kosten durfte

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
sommelier CH angeregt

petrolo arbeitet richtig gut. torrione ist wirklich ein spitzen sangiovese,ist aber mit chianti classico von riecine z.b nicht vergleichbar; das gefällt mir noch besser. auch torrione ist eher eine leicht moderne interpretation von sangiovese.
wenn schon importierte rebsorten wie merlot, dann aber richtig gut umgesetzt. schmeissen sie mal einen galatrone in eine pomerol degustation, sie werden erstaunt sein.
merlot ist im spitzenbereich keine einfache sorte, sie neigt schnell mal zur opulenz oder ohne grossartige struktur. galatrona hingegen hat für mich eine sagemnhafte aromatische tiefe.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Frischmaat Lauterbach amused

Tja, Obermaat,
wärest du auf das romantische Angebot von Kollege Golenia eingegangen, dann könntest du endlich mal mit dem Südafrikaner deine Vorurteile genussvoll beseitigen, statt dich die ganze Zeit durch die Burgenländer quälen zu müssen... *duckundweg*

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Clemens Mally zielt schon auf den Frischmaat

Frischmaat, nimm Haltung an wenn du mit einem Vorgesetzten sprichst, sonst schick ich dich zum Rapport.

Ich quäle mich nicht durchs Burgenland sondern hab Freude daheim. Quälen müsste ich mich maximal durch Weinnationen wie Südafrika, Chile usw.

Allerdings erlebte ich vor kurzem vielversprechendes vom Weingut Lammershoek, leider erst Fassproben und aus Rhonesorten.

Das macht aber ohnehin mehr Sinn als Pinotage..

Und jetzt abtreten!

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
Frischmaat Lauterbach kopfschüttelnd

Ahoi Obermaat,
warum ergibt ein Syrah/Shiraz in Südafrika mehr Sinn als ein Pinotage? Letztere ist sicherlich Südafrikas eigenständigster Beitrag zur Weltweinkultur und mit nichts, was ich kenne, ernsthaft zu verwechseln. Probier mal beispielsweise einen gereiften Kanonkop Pinotage und erstarre in stiller Ehrfurcht!
Syrah aus Südafrika... da fehlen mir die Worte. Aber was soll man von einem Altarflüchtling auch anderes erwarten! ;-)

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  
SinZin

he mally, der 2006er galatrona ist dem jahrgang geschuldet zu süß und fett. probier andere, 2001er, 2004er, 2007er oder so, das ist erstaunlich straff und ähnelt stark dem eigentlichen lieblingswein von sanjust - dem petrus! aber auch der ist in tollen jahrgängen oft sehr süss, wie ich bei einem 1989er noch immer sehr gut in erinnerung habe.

2007 ist der beste galatrona den es je gab, ein unpackbares erlebnis. beim nächsten besuch in salzburg lieber mally kriegst den, ok.

Missbrauch melden!   Bitte einloggen, um zu bewerten!  

Kommentar hinzufügen


Neuen Kommentar schreiben
Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Sicherheitsabfrage
Matrose, beantworten Sie bitte die unten stehende Frage. Ihre korrekte Antwort behindert automatische Störporgramme gegen das Schiff.
Bild-CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
* = Pflichtfeld